Biallos Ratgeber: Sparen im Zinstief

Von: Max Geißler
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Aachen. „Die Zinsen werden noch lange niedrig bleiben“, prophezeit EZB-Präsident Mario Draghi. Eine Katastrophe für Sparer, findet Sparkassenchef Georg Fahrenschon, denn Anleger würden dadurch enteignet.

Der Euro-Leitzins von 0,25 Prozent zwinge Banken zur Zinsdiät, zugleich entwerte die Inflation das Sparvermögen. Realer Vermögenszuwachs sei derzeit nur schwer möglich. Doch es gibt Geldanlagen, deren Rendite die Inflationsrate von 1,3 Prozent deutlich übersteigt, wie zum Beispiel Bank- und Fondssparpläne.

Banksparpläne sind optimal für risikoscheue Raten-Sparer. Basiszinsen und steigende Bonusprämien sorgen für sicheren Kapitalaufbau. Die Grundverzinsung ist zwar niedrig, doch die meist variabel verzinsten Sparpläne verbessern ihre Rendite, sobald die Zinsen wieder steigen. Zudem hebeln Bonusprämien die Renditen von Top-Sparplänen auf mehr als das Doppelte der Inflationsrate. Bei der Deniz Bank sind etwa bei zehnjähriger Spardauer 3,12 Prozent Rendite drin. Die Hamburger Sparkasse zahlt bei 15 Jahren Laufzeit 3,2 Prozent Zinsen. Banksparpläne verursachen keine Gebühren, Erträge sind allerdings Abgeltungsteuer pflichtig. Um flexibel zu bleiben, lohnen sich Sparpläne, die eine Änderung der Sparrate ermöglichen, wie die der PSD Banken Hessen-Thüringen und München. Kundenfreundliche Institute erlauben Startguthaben – das beschleunigt den Zinseszinseffekt.

Riester: Banksparpläne mit Riester-Förderung lohnen nicht nur für die Altersvorsorge, sondern auch bei kürzerem Sparhorizont.

Grund: Fördergelder puschen die Rendite des Eigenbeitrags. Laut Stiftung Warentest verbessern Ledige mit einem Jahreseinkommen von 52 000 Euro bei kurzer Laufzeit ihre Eigenrendite um bis zu fünf Prozentpunkte, bei langer Sparzeit sind rund zwei Prozent drin. Außerdem kann man sich zu Rentenbeginn 30 Prozent des Guthabens auf einen Schlag auszahlen lassen. Familien profitieren von hohen Zulagen. Binnen zwanzig Jahren kassiert ein vierköpfiger Haushalt bis zu 18 160 Euro an Fördergeldern. Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern betont: „Riester-Sparer sind flexibel, sie können ihre Beiträge jederzeit ändern oder aussetzen.“ Aber Achtung: Geringere Beiträge mindern auch das Fördergeld. Volle Zulagen gibt’s nur, wenn man vier Prozent des Brutto-Vorjahreseinkommens einzahlt. Im Alter ist die Riester-Rente aber voll steuerpflichtig.

Fondssparplan: Renditen über der Inflationsrate eröffnen Fondssparpläne. Allerdings müssen Sparer Wertschwankungen und Gebühren in Kauf nehmen, auf Dauer gleichen Kursanstiege die zwischenzeitlichen Verluste aber mehr als aus. „Wer regelmäßig einen festen Betrag in Investment- oder Indexfonds investiert, erzielt einen günstigen Durchschnittspreis“, betont Daniel Schneider, Leiter Brokerage bei Comdirect. Laut Fondsverband BVI erzielten Sparpläne mit deutschen Aktienfonds in den vergangenen zehn Jahren eine Durchschnittsrendite von 7,7 Prozent, binnen 20 Jahren stehen – trotz zweier Börsencrashs – 6,2 Prozent zu Buche. In zwei Jahrzehnten hätten sich monatlich 150 Euro auf 70 000 Euro addiert. Riester-Fondssparpläne schließen Kapitalverluste aus.

Fondssparpläne sind absolut flexibel: Ratenhöhe, Laufzeit und Ausstiegszeitpunkt sind frei wählbar. Das Sparende sollte man aber nicht fest terminieren, sondern das Ersparte bei guter Börsenlage rechtzeitig in schwankungsarme Rentenfonds umschichten. Vermeiden Sie Ausgabeaufschläge und Depotkosten. Fondssparpläne mit Rabatt bieten vor allem Direktbanken wie ING-Diba, Comdirect, Cortal-Consors oder DAB Bank. Börsengehandelte Indexfonds kosten keinen Ausgabeaufschlag und nur geringe Jahresgebühren. „Damit kann man schon für Sparraten ab 50 Euro ein Depot aus verschiedenen Anlageklassen anlegen“, empfiehlt Kai Bald von der Deutschen Bank.

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