Berlin - Biallos Ratgeber: So wird es beim Zahnarzt günstiger

Biallos Ratgeber: So wird es beim Zahnarzt günstiger

Von: Annette Jäger
Letzte Aktualisierung:
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Die medizinische Grundversorgung beim Zahnarzt ist durch die gesetzlichen Krankenkassen sichergestellt. Doch wer eine bessere Behandlung wünscht, zahlt erheblich aus eigener Tasche dazu. Foto: dpa

Berlin. Patienten müssen fast immer selbst etwas zu einer Behandlung dazuzahlen. Für viele ist nicht klar, wann und wofür eigentlich Kosten anfallen. Die Höhe der Zuzahlungen kann tatsächlich von Patient zu Patient variieren.

Das liegt zum einen daran, dass manche Kassen über freiwillige Zusatzleistungen mehr Kosten übernehmen. Das liegt aber auch an den Zahnärzten. Manche arbeiten zum Beispiel mit günstigen Labors zusammen und können deshalb ihren Patienten weniger berechnen.

Andere dagegen raten stets zur optimalen Lösung, die dann auch dementsprechend viel kostet. Fakt ist: Wer eine bessere Versorgung als die Standardkassenleistung wünscht, zahlt ganz erheblich aus eigener Tasche dazu. Das gilt insbesondere für den teuren Zahnersatz. Doch es gibt Sparmöglichkeiten beim Zahnarztbesuch, ohne dabei zwingend einen Qualitätsverlust in der medizinischen Versorgung in Kauf nehmen zu müssen.

Zweitmeinung: Die medizinische Grundversorgung beim Zahnarzt ist durch die gesetzlichen Krankenkassen sichergestellt. Eine professionelle Zahnreinigung, eine Kunststofffüllung im Backenzahn, Keramik und Gold als Füllmaterial gehören aber nicht dazu. Viele Zahnärzte pochen auf die hochwertige Versorgung. „Mit einem ‚Nein‘ des Zahnarztes zu einer bestimmten Behandlungsart sollte man sich nie begnügen“, rät Charlotte Henkel, Patientenberaterin von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Vielmehr sollten Patienten bei teuren Behandlungen eine Zweit- oder gar Drittmeinung einholen. Denn Zahnärzte haben finanziellen Spielraum. Bei Laborkosten für den Zahnersatz lässt sich sparen oder bei der Berechnung des Honorars. Viele Kassen bieten eine Überprüfung der ärztlichen Heil- und Kostenpläne kostenlos an (zum Beispiel TKK und BEK).

Bonusheft: Viele Krankenkassen bieten über ihre freiwilligen Zusatzleistungen zusätzliche Zuschüsse an, etwa zu einer professionellen Zahnreinigung oder zur Versiegelung von Backenzähnen bei Kindern und Jugendlichen. Diese Zuschüsse bewegen sich meist im Bereich von unter 100 Euro. Höhere Zuschüsse beim teuren Zahnersatz können Versicherte sich nur über ein gut gepflegtes Bonusheft sichern: Wer über zehn Jahre hinweg jedes Jahr zur Vorsorge geht, erhält 30 Prozent mehr Zuschuss.

Zahnplattformen: Wer bereit ist, den Zahnarzt zu wechseln, kann Geld sparen. Auf der Plattform www.dent-net.de haben sich Zahnärzte zusammengeschlossen, die günstigere Leistungen anbieten. Die DAK kooperiert mit dem Anbieter. Auch Zahnarztauktionen sind eine Möglichkeit, an kostengünstigeren Zahnersatz zu gelangen. Die AOK Baden-Württemberg kooperiert mit www.zahngebot.de. Patienten stellen ihren Heil- und Kostenplan ein, Zahnärzte geben ein Angebot ab, der Patient erteilt den Zuschlag.

Studentenkurse: An vielen Unikliniken in Deutschland suchen Studenten der Zahnmedizin Übungspatienten (www.uni-zahnbehandlung.de). Wer als Patient Zeit und Geduld mitbringt, profitiert von einer Versorgung, die wissenschaftlich auf neuestem Stand ist. Die Kasse zahlt auch hier die üblichen Zuschüsse, der Eigenanteil fällt meist geringer aus.

Auslandsbesuch: Zahnärzte in Tschechien, Polen oder Ungarn arbeiten wesentlich günstiger. „Für manche Patienten ist es eine Option, für den Zahnersatz ins Ausland zu reisen“, sagt Henkel. Die Kostenersparnis liegt oft um die 50 Prozent. Viele Zahnärzte haben sich inzwischen auf die Klientel aus Deutschland spezialisiert, verfügen über Deutschkenntnisse und organisieren den Ablauf. „Wenn es zu Reklamationen kommt, sind die im Ausland aller-dings kaum geltend zu machen“, gibt Henkel zu bedenken.

Zahnzusatzversicherung: Hohe Kosten für Zahnersatz und andere Behandlungen beim Zahnarzt lassen sich sehr gut mit einer Zahnzusatzversicherung abfedern, die bei Zahnersatz bis zu 90 Prozent und bei Zahnbehandlungen und Prophylaxe die Kosten oft voll übernimmt.

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