Aachen - Biallos Ratgeber: So verbinden Sie Reise und Ehrenamt

Biallos Ratgeber: So verbinden Sie Reise und Ehrenamt

Von: Helga Riedl
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Aachen. Die Bereitschaft, sich zu engagieren, ist beeindruckend: Fast 13 Millionen Menschen waren im Jahr 2014 in Deutschland ehrenamtlich tätig. Und auch der Wunsch, in den zahlreichen Krisenregionen dieser Welt über Spenden hinaus zu helfen, wächst beständig.

In den angelsächsischen Ländern ist daraus ein regelrechter neuer Reisetrend entstanden, der nun auch bei uns angekommt: Voluntourismus – eine Verbindung aus freiwilliger (engl. volunteer) Arbeit und Urlaubsreise. Das kommt gerade älteren Menschen entgegen, die sich über einen bestimmten Zeitraum engagieren wollen.

Zielgruppe: Ob soziale Aktivitäten, Umwelt- und Tierschutz, Bildung, Gesundheitswesen oder Landwirtschaft, ob eine Woche oder ein paar Monate – es gibt für alle Interessen ein passendes Projekt. Laut einer Studie der kanadischen Soziologin Gada Mahrouse passt Voluntourismus vor allem zu gebildeten Älteren mit Berufserfahrung.

Weil die Einsätze im Ausland nur ein paar Urlaubswochen dauern, darf nicht viel Zeit für das Einarbeitung draufgehen. Zudem sind diese Einsätze auch nicht kostenlos. Das ist ganz anders als bei den auf junge Leute ausgerichteten Freiwilligendiensten wie Soziales oder Ökologisches Jahr, bei denen im Ausland für Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld gesorgt ist.

Kosten: Für Vermittlung, Organisation, Betreuung, Transfers, Unterkunft und Logis werden Beträge fällig, die je nach Anbieter durchaus an die Kosten einer Pauschalreise heranreichen können. Dafür ein Beispiel: Wer in einer südafrikanischen Wildtieraufzuchtstation mitarbeiten will, zahlt einmalig 899 Euro plus 110 Euro pro Woche Aufenthalt. Und den Flug in den Süden Afrikas muss man dann auch noch aus der eigenen Tasche berappen.

Einsatzbereich: Statt faul am Strand zu liegen oder nur die bekannten touristischen Highlights abzuklappern, taucht man bei dieser Form des Reisens in Kultur und Alltag eines Landes ein. Man kann seine Fähigkeiten, egal ob als Handwerker, Krankenschwester, Biologe, Landwirt, Arzt und so weiter, für die Menschen vor Ort gewinnbringend einsetzen. Oft entstehen aus diesem einsatz Freundschaften und eine dauerhafte Verbindung zu einem Hilfsprojekt.

Anbieter: Angeboten wird Voluntourismus von Spezialveranstaltern wie imagine-no-limits oder STA Travel als Gesamtpaket mit Anreise, eventuell Sprachkurs und Vermittlung des Hilfsprojekts. Zudem wird ein touristisches Rahmenprogramm während des Einsatzes in der Freizeit und an den Wochenenden oder als Block vor oder nach dem ehrenamtlichen Engagement angeboten.

Daneben gibt es die Vermittler von Freiwilligendiensten wie freiwilligenarbeit.de, VoluNation oder Auszeit-Weltweit. Auf deren Seiten findet man aber auch Voluntourismus-Angebote. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem möglichst passgenauen Zusammenbringen von Hilfesuchenden und Hilfsbereiten.

Aber auch der Staat hat sich der steigenden Nachfrage mittlerweile angepasst. Beim Freiwilligenprogramm „weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kann man beispielsweise über internationale Jugendgemeinschaftsdienste – auch als Erwachsener – an auf der ganzen Welt stattfindenden Workcamps teilnehmen.

Versicherungen: Für den nötigen Versicherungsschutz muss man bei all diesen Angeboten selbst sorgen. In der Regel braucht man außerhalb der Europäischer union und einiger weiterer Länder auf dem europäischen Kontinent wie beispielsweise Mazedonien oder Serbien eine Auslandskrankenversicherungm.Und man sollte seine Unfall- und Haftpflichtversicherung auf die Gültigkeit im Ausland überprüfen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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