Biallos Ratgeber: So spart man Kosten bei Kreditkarten

Von: Max Geißler
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Aachen. In Deutschland sind rund 35 Millionen Kreditkarten im Umlauf. Ein gutes Geschäft für die Kreditinstitute, denn Visa- und Mastercards gibt’s kaum zum Nulltarif.

Einfache Kreditkarten kosten meist 20 bis 30 Euro im Jahr, Platinumkarten sogar bis zu 200 Euro. Besitzt ein Ehepaar beispielsweise zwei Mastercards Gold der Commerzbank, so fallen rund 140 Euro Jahrespauschale an. Binnen zehn Jahren zahlen die Karteninhaber also fast 1400 Euro an die Bank! Und das ist nicht alles. Wird Bargeld abgehoben oder außerhalb der Eurozone mit der Karte bezahlt, entstehen weitere Kosten. Kein Wunder, dass Alternativen gefragt sind.

Kostenlose Kreditkarten: Sparfüchse suchen mittels Kreditkarten-Rechnern im Internet nach preiswertem Plastikgeld. Der Vergleich zeigt, dass hier vor allem Direktbanken punkten. Comdirect, Cortal Consors, DKB und ING-Diba stellen sowohl Haupt- als auch Partnerkarten kostenfrei zur Verfügung. Generellen Verzicht üben aber nicht alle Online-Institute: Bei 1822 direkt oder der Netbank sinken die Jahrespauschalen von 25 bzw. 20 Euro erst ab einem bestimmten Umsatz. Eine Bedingung erheben aber fast alle Direktbanken: Sie koppeln ihre Kreditkarten ans bankeigene Girokonto. Wer das nicht möchte, braucht eine kontounabhängige Kreditkarte. Auch hier finden sich Karten ohne Jahresgebühr, etwa die Mastercard Gold der Advanzia Bank oder die Sunny Card der Santander Consumer Bank.

Günstig Bargeld ziehen: Entstehen beim Bargeldabheben auf Reisen hohe Kosten, büßen kostenlose Kreditkarten ihren Vorteil schnell wieder ein. So fordert beispielsweise die Sunny Card von Santander für Bargeldabhebungen am Automaten bis zu 5,75 Euro je Vorgang. Sechsmal im Urlaub Geld gezogen – schon sind fast 35 Euro weg. Ärgerlich hohe Abhebekosten verursacht auch die an sich gebührenfreie Mastercard „CardNmore“ von Barclays: Mindestens 5,95 Euro je Abhebung plus 1,99 Euro bei Einsatz der Karte außerhalb der Eurozone rufen nach Sparalternativen. Vorbildlich in dieser Hinsicht sind die Visakarten von DKB und DAB Bank sowie die Mastercard Gold der Advanzia Bank: Vielreisende können hier rings um den Globus gebührenfrei an Automaten Geld ziehen. Mit den Kreditkarten von DAB und Advanzia Bank gelingt dies zusätzlich an Bankschaltern. Bargeld zum Nulltarif gibt’s auch mit den Visakarten von ING-Diba und Comdirect. Erste ermöglicht kostenloses Abheben im Euroraum, letzte weltweit bis auf Deutschland – dort geht es mit der Girocard.

Sollzinsen sparen: Wichtig beim Kostencheck sind auch die fälligen Zinsen bei Nutzung des Kreditrahmens. Mit der richtigen Karte spart man hierbei doppelt: Zum einen durch das Ausnutzen zinsfreier Zahlungsziele und zum anderen durch niedrige Sollzinsen. Manche Kreditkarten erheben für den Einkauf auf Pump keine Zinsen, wenn die Umsätze innerhalb einer festgelegten Frist beglichen werden. Viel Freiraum bieten in dieser Hinsicht die Kreditkarten New Visa und CardNmore von Barclays. Beide Karten verzichten zwei Monate lang auf Zinsen, letzte spendiert sogar 0,5 Prozent Guthabenzins. Spätestens nach acht Wochen sollte man die Rechnung aber begleichen, sonst schlagen Sollzinsen von gut 18 bzw. knapp 16 Prozent ins Kontor. Lange Zinsfreiheit von 40 bzw. 28 Tagen bieten auch die Visa Card Gold der Mercedes-Benz Bank und die Visa Card Mobil der Volkswagen Bank. Die Karten punkten zusätzlich mit niedrigen Sollzinsen von weniger als zehn Prozent. Pluspunkte sammeln auch die Kreditkarten von DAB und DKB Bank. Mit zinsfreien Zahlungszielen von je einem Monat und niedrigen Sollzinsen von 7,5 bzw. 7,9 Prozent gehören sie zu den sparsamsten Kreditkarten am Markt. Die DKB Visacard verwöhnt Karteninhaber obendrein mit 0,9 Prozent Guthabenzins.

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