Biallos Ratgeber: So sparen Sie sich die hohen Dispozinsen

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
Dispo-Zinsen
Abrufkredite bieten eine günstige Alternative zu teuren Kontoüberziehungen. Foto: dpa

Aachen. Warum 14 Prozent Zinsen für einen Kredit zahlen, wenn er auch für fünf Prozent zu haben ist? Die Frage ist berechtigt, denn viele Deutsche überziehen ihr Konto zu besonders teuren Konditionen. Ein Abrufkredit ist die günstige Alternative.

Keine Seltenheit: das Geld reicht nicht jeden Monat bis zum Schluss. Um trotzdem flexibel kalkulieren zu können, nutzen viele Menschen ihren Dispositionskredit bei der Bank. Das ist sehr praktisch, aber auch sehr teuer, denn im Schnitt verlangen die Banken für den spontanen Kredit 10,88 Prozent Zinsen (Quelle: Biallo-Index, dieser erstellt einen Mittelwert aus den Angeboten von über 200 Banken).

Der Abrufkredit: Geld flexibel und günstig zur Verfügung haben

Viel günstiger sind die Zinsen für Abrufkredite. Diese besonders flexiblen Darlehen sind ähnlich wie der Dispositionskredit mit sehr geringen Rückzahlungspflichten verbunden, die Tilgung kann jederzeit oder in kleinen, festgelegten Raten erfolgen. Ein Abrufkredit ist ein Rahmenkredit, der auf einem unabhängigen Kreditkonto eingerichtet wird, also, ohne dass bei der Bank auch ein Girokonto oder Ähnliches bestehen muss. Die Bank prüft die Bonität des Kunden und räumt ihm nach erfolgreicher Prüfung den vereinbarten Kreditrahmen ein.

Dieser liegt meist zwischen 2.500 und 25.000 Euro. Dieser Kredit kann dann bei Bedarf in beliebiger Höhe in Anspruch genommen werden, maximal jedoch bis zur vereinbarten Kreditlinie. Die Bank überweist den gewünschten Betrag auf ein Referenzkonto, wo der Kunde das Geld direkt nutzen kann. Besonders interessant ist dabei, dass die Bereitstellung der Kreditlinie kostenlos ist und die Zinsen dann nur für den in Anspruch genommenen Betrag anfallen.

Abrufkredit versus Dispokredit

Alle Vorteile eines Dispo-Kredits sind demnach beim Abrufkredit gewährleistet: flexible Verfügbarkeit, schnelle Bereitstellung, gemeinsam vereinbarter Kreditrahmen und eine flexible Rückzahlung. Darüber hinaus gewährt der Abrufkredit deutliche Zusatzvorteile: Erstens sind die Kreditzinsen wesentlich günstiger: Wer beispielsweise 12,05 Prozent Dispozinsen wie beim Postbank Giro Plus zahlt und regelmäßig den halben Monat mit 600 Euro in den Miesen steht, der überweist rund 36 Euro Zinsen im Jahr an die Bank.

Bei einem Abrufkredit zu 5,22 Prozent Zinsen, wie ihn die Oyak Anker Bank anbietet, fallen dagegen weniger als 15 Euro an. Zweitens kann der Kreditrahmen bei einem Abrufkredit oft deutlich höher festgelegt werden als bei einem Girokonto. Bei Kreditlinien bis 25.000 Euro überzeugen beispielsweise die bundesweit anbietende ING-Diba mit 6,43 Prozent Zinsen sowie die regional tätige PSD Bank Hannover mit 6,69 Prozent.

Doch Vorsicht, die Schuldenfalle lauert, wenn Sie einen Abrufkredit nutzen und dennoch ständig im Dispo rangieren. Dann summieren sich die Kreditschulden. Besonders gefährlich wird das, wenn die Kreditzinsen steigen, denn sowohl beim Abrufkredit als auch beim Dispokredit sind die Zinsen nicht festgeschrieben, sondern werden die Zinsen an das allgemeine Zinsniveau angepasst. Steigt der Leitzins, steigen mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Kreditzinsen. Am besten ist es immer, mit seinen Einkünften im Monat auszukommen.

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