Biallos Ratgeber: So kinderfreundlich ist das Finanzamt

Von: Marcus Preu
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Der Fiskus springt bei: Kosten für die Kinderbetreuung sind teilweise als Sonderausgaben absetzbar.

Aachen. Kinder sind unser größter Reichtum. Aber sie können einen auch arm machen: Das neue iPhone, die Klassenfahrt nach Frankreich oder die neuen Marken-Sportschuhe sorgen immer wieder dafür, dass das Familienbudget belastet wird. Weniger bekannt ist dagegen, dass sich das Finanzamt an vielen Kosten für die Kinder beteiligt.

Natürlich bezahlt der Staat nicht die neuen Markenklamotten der Tochter. Doch wer seine steuerlichen Verhältnisse richtig gestaltet und dabei nur ein paar Tipps beachtet, zahlt weniger Steuern.

Betreuungskosten: Oft ist es gar nicht so einfach, Kinder und Berufstätigkeit unter einen Hut zu bringen. Und ein Kindergartenplatz kann teuer werden. Keine Angst, auf diesen Ausgaben bleiben Sie nicht sitzen. Bis zu zwei Drittel können Sie steuerlich als Sonderausgaben absetzen, maximal 4000 Euro je Kind und Jahr. Bei einem Ehepaar (zwei Kinder) mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 Euro würde die Steuerlast 11.818 Euro betragen. Für die Betreuung ihrer Kinder zahlt das Paar 5800 Euro. Wenn die Eltern davon zwei Drittel, also 3867 Euro als Sonderausgaben absetzen, würde ihr zu versteuerndes Einkommen auf 56.133 Euro sinken. Ihre Steuerschuld würde dann bei 10 550 Euro liegen, so dass sie 1268 Euro Steuern gespart hätten. Um Ärger mit dem Fiskus zu vermeiden, sollten Kinderbetreuungskosten nie bar bezahlt, sondern überwiesen werden. Schwierigkeiten kann es auch geben, wenn das Kind noch nicht drei Jahre alt ist. Das gilt aber nur für die Steuererklärung 2011. Kinderbetreuungskosten waren bis dahin nur abzugsfähig, wenn beide Eltern berufstätig, in Ausbildung, krank oder behindert waren. Seit 2012 geht das unabhängig davon, ob die Eltern arbeiten oder nicht.

Steuernachzahlung vermeiden: Elterngeld selbst ist steuerfrei, aber es unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, es erhöht den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Das können Sie vermeiden, wenn Sie statt einer Zusammenveranlagung eine Einzelveranlagung wählen. So versteuert jeder Partner sein Einkommen einzeln. Bei der Mutter führt das Elterngeld ohne weitere Einkünfte zu null Euro Steuern. Der Ehemann muss dagegen nur sein eigenes Einkommen versteuern – ohne dass das Elterngeld den Steuersatz erhöht. Beispiel: Ein Ehepaar hat Nachwuchs. Der Vater arbeitet und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 15.000 Euro. Die Mutter bleibt zu Hause und erhält 19.000 Euro Elterngeld. Wenn die beiden bei ihrer Steuererklärung eine Zusammenveranlagung wählen, würden sie 1758 Euro Steuern zahlen. Bei einer getrennten Veranlagung wären es nur 1462 Euro Steuern – eine Steuerersparnis von 296 Euro.

Sozialversicherung für Azubis: Solange Eltern Anspruch auf Kindergeld haben, können sie die Beitragszahlungen zur Kranken- und Pflegeversicherung für das Kind übernehmen und als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt fordert häufig einen Nachweis, dass diese Zahlungen tatsächlich von den Eltern geleistet wurden. Hier wird es dann eng, wenn die Beiträge bereits von der Ausbildungsvergütung des Kindes einbehalten wurden. Verweisen Sie auf die Kurz-Information der Oberfinanzdirektion Münster (Kurz-Info ESt Nr. 14/11 v. 25.05.2011): Danach genügt es, wenn die Eltern ihrer Unterhaltsverpflichtung nachgekommen sind. Beispiel: Ein Ehepaar mit einem zu versteuernden Einkommen von 50.000 Euro, das für seinen Sohn die Beitragszahlungen in Höhe von 840 Euro übernimmt, würde 300 Euro Steuern sparen.

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