Berlin - Biallos Ratgeber: So erhalten Senioren mit Jobs mehr Rente

Biallos Ratgeber: So erhalten Senioren mit Jobs mehr Rente

Von: Rolf Winkel
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Die Flexi-Rente macht‘s möglich: Senioren mit Jobs können durch einen geringen Eigenbeitrag ihre Altersbezüge erhöhen. Foto: Westend61

Berlin. Einmal 200 Euro einzahlen und in allen Folgejahren jeweils 60Euro kassieren. Das geht neuerdings mit der Flexi-Rente. Mögliche Nutznießer sind eine Millionen Senioren mit Minijob. Wer kann davon profitieren?

Job und Rente: Peter B. (67) ist seit vier Jahren Rentner. Als Altersruhegeld bezieht er monatlich 1100Euro. Nebenher jobbt er im Kölner Süden als Gemüseverkäufer. Er hat einen vollen Minijob. Die 450 Euro kassiert er zusätzlich brutto für netto. Was ihm bisher nicht klar war: Sein Chef, der Ladenbesitzer, zahlt für ihn Monat für Monat Rentenversicherungsbeiträge: 15 Prozent auf den Bruttolohn. Das sind 67,50 Euro im Monat, im Jahr also insgesamt 810 Euro. Peter B. hat davon jedoch nichts. Die Beiträge werden nicht etwa seinem Rentenkonto gutgeschrieben, sondern fließen in die allgemeine Rentenkasse. Denn wer nach dem regulären Rentenalter arbeitet, gilt generell als „versicherungsfrei“.

Opt-In: Seit Anfang dieses Jahres könnte Peter B. – wie alle Senioren mit Minijob – sich jedoch nochmals in die Rentenversicherung einwählen. Auf Neudeutsch heißt das „Opt-In“. Das geht ziemlich einfach durch eine formlose schriftliche Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber.

Folgen: Wählt Peter B. die Versicherungspflicht, so zieht sein Arbeitgeber ihm 3,7 Prozent von seinem Gehalt ab. Bei einem vollen 450-Euro-Job sind das 16,65 Euro im Monat, also knapp 200 Euro im Jahr. Diese 3,7 Prozent gehen dann zusammen mit dem 15-Prozent-Pauschalbeitrag des Arbeitgebers an die Minijobzentrale. Zusammen macht das 18,7 Prozent – so hoch ist derzeit der Beitragssatz der Rentenversicherung. Dieser Einzahlung entsprechen dann aber auch Rentenansprüche. Die Altersrente erhöht sich hierdurch also.

Ein volles Arbeitsjahr bringt einem Senior mit vollem Minijob im regulären Rentenalter einen monatlichen Rentenanspruch von rund fünf Euro – im Jahr also 60 Euro. Die in einem Jahr neu erworbenen Rentenansprüche werden jeweils zum 1. Juli des Folgejahrs gutgeschrieben. Der Ertrag kann sich sehen lassen. Schon nach dreieinhalb Jahren des Rentenbezugs hätte Peter B. seine Einzahlung von rund 200 Euro wieder heraus.

Mehr als Minijob: Gut 200.000 Arbeitnehmer im Alter von 65plus arbeiten deutlich mehr als Peter B. Sie sind normal sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Soweit sie bereits ihre volle Rente beziehen, sind auch sie in der gesetzlichen Rentenversicherung im Prinzip versicherungsfrei. Der Arbeitgeber führt für sie zwar seinen Anteil an die Rentenversicherung ab. Bei einem Bruttoeinkommen von 2000 Euro sind das 187 Euro. Doch auch dieses Geld geht in die allgemeine Rentenkasse. Rentenansprüche erwerben die Rentner-Arbeitnehmer hierdurch normalerweise nicht. Es sei denn, sie wählen sich in die Rentenversicherung ein. Denn auch für diese Senior-Jobber gibt es seit Anfang 2017 die Möglichkeit des Opt-In.

Je älter, desto höhere Ansprüche: Viele Jobber sind bereits deutlich älter als 65. Für sie ist wichtig: Die im regulären Rentenalter neu erworbenen Ansprüche werden allesamt aufgewertet: Um 0,5 Prozent pro Monat des „verspäteten“ Bezug dieser neuen Ansprüche. Ein Beispiel hierzu: Ein Senior verdient 2017 monatlich 1000 Euro brutto. Damit erwirbt er einen neuen Rentenanspruch von etwa zehn Euro im Monat. Der Anspruch wird zum 1. Juli 2018 seiner Rente gutgeschrieben. Ist der Betreffende dann bereits 70 Jahre alt, so bedeutet das: Die Gutschrift erfolgt fünf Jahre, also 60 Monate nach Erreichen seines regulären Rentenalters.

Die Folge: Auf seine neuen Ansprüche gibt es dann einen Zuschlag von (60 x 0,5 Prozent =) 30 Prozent. Seine monatliche Rente erhöht sich dann nicht nur um zehn, sondern um 13 Euro.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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