Biallos Ratgeber Selbstauskunft: Wenn die Kreditwürdigkeit in Frage steht

Von: Max Geißlerund Horst Biallo
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Kein Kredit ohne Schufa-Eigena
Kein Kredit ohne Schufa-Eigenauskunft: Ob die gespeicherten Informationen korrekt sind, sollte sorgfältig im Auge behalten - und überprüft werden. Die Hinweise gibt es kostenlos. Foto: Stock/Suedraumfoto

Aachen. Erhalten Verbraucher kein Darlehen oder keinen Handyvertrag, kann dies an falschen oder veralteten Schufa-Einträgen liegen. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) sammelt Informationen über Kontoverbindungen und Zahlungsverpflichtungen von rund 66 Millionen Bundesbürgern.

Erfasst werden Leasing- und Kreditverträge, Girokonten sowie offene Forderungen von Banken, Händlern und Verlagen. „Zudem wertet die Schufa öffentliche Verzeichnisse aus und registriert eidesstattliche Versicherungen und Privatinsolvenzen”, so Anne Kronzucker, Rechtsexpertin beim Rechtsschutzversicherer D.A.S.

Die Daten ermöglichen Rückschlüsse über Bonität und Zahlungstreue eines Kunden. Da sie Banken und Händler als Entscheidungsgrundlage heranziehen, empfiehlt sich von Zeit zu Zeit deren Prüfung.

Kostenlose Auskunft: Seit 2010 sind Auskunfteien wie Bürgel, Creditreform oder Schufa gesetzlich verpflichtet, einmal im Jahr kostenlos über die gespeicherten Daten Auskunft zu geben. Die Schufa-Abfrage funktioniert per Telefon (0611/9280) oder über das Internet unter: http://www.meineschufa.de. Auf der Startseite den Button „Produkte” anklicken und dann auf „Datenübersicht nach Paragraf 34 BDSG” gehen. Unter „Jetzt Bestellen” kann man ein Formular herunterladen, ausfüllen und zusammen mit einer Kopie des Personalausweises per Post an die angegebene Adresse senden. Die Schufa schickt die Auskunft dann per Post zurück. Die Information enthält alle gespeicherten Daten. Verbraucher erfahren, woher die Daten stammen, an wen sie weitergeleitet wurden und erfahren ihren Score-Wert.

Score-Wert: Wichtig beim Ausfüllen des Formulars ist das Feld „Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte”. Damit beantragt man seinen Score-Wert. Die mittels eines statistisch-mathematischen Verfahrens ermittelte Zahl zwischen eins und 1000 zeigt die Zahlungs-Ausfallwahrscheinlichkeit an. Je höher die Zahl, desto geringer die Ausfallwahrscheinlichkeit. Ab welchem Wert Banken oder Händler ein Vertragsgeschäft verweigern, bestimmt allerdings nicht die Schufa. „Jedes Unternehmen beurteilt den Score-Wert eigenständig, dabei verhalten sich manche vorsichtiger als andere”, sagt Kronzucker. Der Score-Wert kann auch in Prozent angegeben werden. 100 Prozent ist dann der beste Wert. Daten- und Verbraucherschützer kritisieren seit langem das intransparente Verfahren der Score-Wert-Ermittlung.

Eintrag löschen: „Verbraucher mit schlechten Score-Werten sollten besonders vor größeren Kreditanfragen ihre Daten prüfen”, rät die Rechtsexpertin. Sind ausgelaufene Zahlungsverpflichtungen noch immer verzeichnet, muss die Schufa handeln und die Einträge löschen. So kann ein Risikokunde wieder zu besseren Kreditaussichten oder günstigeren Konditionen gelangen. Laut Gesetz sollen gespeicherte Daten nach drei Jahren gelöscht werden, doch das geschieht oft nicht. Die Verbraucherzentrale Bremen hat für den Widerspruch gegen unberechtigte Einträge einen Musterbrief entworfen, den Interessierte unter: http://www.verbraucherzentrale-bremen.de/beratung/verbraucherrecht/probleme_schufa.html finden. „Parallel kann man die Berichtigung der Daten von seiner Bank oder dem Händler verlangen, weil derjenige, der den falschen Eintrag verursacht hat, zu dessen Widerruf verpflichtet ist und gegebenenfalls für die Folgen haftet”, so Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. Kann die Schufa nicht überprüfen, ob die Daten richtig oder falsch sind, bleiben sie bis zur Klärung der Angelegenheit gesperrt.


Kostenpflichtige Auskunft vermeiden:Nicht jede Schufa-Abfrage ist kostenlos. Sowohl die „Schufa-Bonitätsauskunft” als auch die „Schufa-Auskunft online” verursachen Gebühren von je 18,50 Euro. Der wesentliche Unterschied zur kostenlosen Auskunft besteht darin, dass sie eine ständige Kontrolle der eigenen Bonität ermöglichen und nicht nur einmal jährlich. Die Bonitätsauskunft verlangen zum Beispiel Vermieter, die kein Vertragspartner der Schufa sind, um Informationen über potenzielle Mieter einzuholen.


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