Biallos Ratgeber: Schritt für Schritt zur Steuererklärung

Von: Michael Schreiber und Sabina Hoerder
Letzte Aktualisierung:
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Wer die Steuererklärung auf dem Papierformular ausfüllt, gehört heute zu einer Minderheit: Die Mehrheit nutzt eine elektronische Einkommenssteuererklärung. Foto: dpa

Aachen. Alle Jahre wieder graut es vielen Steuerzahlern. Denn bis zum 31. Mai müssen sie ihre Steuererklärung beim Finanzamt abgeben. Doch die Mühe lohnt sich meist, und es gibt allerlei Unterstützungsangebote.

Erstattung: Durchschnittlich 901 Euro bekamen unbeschränkt Steuerpflichtige 2012 vom Fiskus zurück, so die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Geht man davon aus, dass eine Steuererklärung in vier Stunden erledigt ist, macht das einen Stundenlohn von rund 225 Euro. In den meisten Fällen lagen die Erstattungen e_SFlbzwischen 100 und 1000 Euro.

Pflicht oder Kür: Nicht jeder ist zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet. Arbeitnehmer, die 2016 nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt waren und keinerlei Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Eltern- oder Krankengeld erhielten, sind nicht zum Ausfüllen der Steuerformulare verpflichtet. Doch wenn sie zum Beispiel Kirchensteuer gezahlt haben, hohe Werbungskosten geltend machen können oder nur einige Monate gearbeitet haben, lohnt sich die Mühe, die Formulare auszufüllen.

Haben Arbeitnehmer neben ihrem üblichen Gehalt noch Nebeneinkünfte oder Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro eingestrichen, dann haben sie keine Wahl. Gleiches gilt, wenn sie im vergangenen Jahr mehrere Jobs mit Steuerklasse VI hatten, Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen waren oder Ehepartner die Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt hatten.

Selbstständige und Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag für 2016 von 8652 Euro (Ledige) beziehungsweise 17 304 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Abgabetermin: Eigentlich muss die Steuerklärung 2016 bis zum 31.Mai 2017 beim Finanzamt vorliegen. Doch wer sich von e_SFlbeinem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater helfen lässt, hat bis Ende 2017 Zeit. Wer freiwillig die Formulare ausfüllt, hat vier Jahre – bis Ende 2020 – dafür Zeit. Ab der Steuerklärung 2018 verschiebt sich der reguläre Abgabetermin vom 31. Mai auf den 31.Juli.

PC oder Papier: Wer die Papierformulare ausfüllt, gehört heute zu einer Minderheit. Die Mehrheit setzt auf die elektronische Einkommensteuererklärung, denn die Finanzverwaltung hält im Internet unter www.elsteronline.de eine kostenlose Steuersoftware parat. Nach Informationen des Bayerischen Landesamtes für Steuern reichten im vergangenem Jahr 21 Millionen Bürger ihre Steuererklärung über Elsteronline ein – von 27 Millionen insgesamt. Die Finanzämter stellen in Aussicht, dass sie online erhaltene Steuererklärungen zügiger abwickeln.

Steuerberater: Seit Juli 2016 darf man mit dem Steuerberater über sein Honorar verhandeln. Bislang galt eine gesetzlich definierte e_SFlbHonorarhöhe. Eine Änderung der Steuerberatergebührenverordnung vom 23. Juli 2016 eröffnet die Möglichkeit, ein individuelles Honorar auszuhandeln. Der neue Verhandlungsspielraum gilt für alle Dienstleistungen des Steuerprofis, die nicht vor Gericht erbracht werden.

Lohnsteuerhilfevereine: Manche Steuerzahler können sich das Honorar für den Steuerberater sparen – sie fahren mit der Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein günstiger. Das kostet als Jahresbeitrag etwa 150 Euro. Per Gesetz dürfen die Vereine nur Steuerzahler beraten, die als Arbeitnehmer, Beamte, Pensionäre, Rentner, Auszubildende oder Arbeitslose Lohn, Rente oder Lohnersatzleistungen bezogen haben. Daneben dürfen Vereinsmitglieder maximal 13.000 Euro (Ehepaare 26.000Euro) an Kapitalerträgen, Veräußerungsgewinnen und Mieteinnahmen erzielt haben. Die Beratung von Selbstständigen ist den Vereinen untersagt.

Tipp: Auch die Kosten für die Steuerberatung lassen sich zum Teil als Werbungskosten geltend machen.

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