Biallos Ratgeber: Rückenwind für Festgeld und Sparbriefe

Von: Max Geißler
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Aachen. Bankanlagen bringen derzeit wenig Zinsen, doch der Wind dreht sich. Besonders bei einer mehrjährigen Geldanlage steigen die Vergütungen.

 So verbesserte die Audi- und Volkswagen-Bank direct die Konditionen für fünfjährige Sparbriefe um 0,4 Prozentpunkte, sechsjährige Briefe kletterten gar um 0,5 Punkte. Die IKB Bank hob die Zinsen für drei- und vierjähriges Festgeld um je 0,3 Punkte an, und die Gefa Bank verbesserte ihr vierjähriges Festgeld von 2,0 auf 2,2 Prozent Zinsen. Das gleiche Bild bei Cortal Consors: Vier- und fünfjährige Sparbriefe gewannen je 0,3 Prozentpunkte und rentieren jetzt mit 1,5 bzw. 1,8 Prozent Zinsen.

Festgeld ohne Inflationsverlust: Eine Voraussetzung für echten Vermögenszuwachs ist, dass die Sparzinsen über der Inflationsrate liegen. Interessant wird’s ab drei Jahren Laufzeit, denn hier bieten Banken zwei Prozent Zinsen. Damit erzielen Anleger ein deutliches Plus gegenüber der aktuellen Geldentwertung von 1,4 Prozent. Die Deniz-Bank verwöhnt Sparer mit 2,15 Prozent Guthabenzins, Deutsche Pfandbriefbank und Renault Bank direkt zahlen je 2,0 Prozent. Höhere Erträge winken bei fünfjähriger Laufzeit: Die Bigbank lockt mit 2,65 Prozent Zinsen, wenn mindestens 10 000 Euro auf das Festgeldkonto fließen. Allerdings müssen Anleger der Einlagensicherung des estnischen Staates vertrauen. Wer deutsche oder niederländische Kapitalsicherheit bevorzugt, der findet bei IKB und Credit Europe Bank Top-Zinsen von 2,4 Prozent. „Anleger profitieren von garantierter Vergütung über die gesamte Laufzeit, kostenfreier Kontoführung und Zinseszinseffekt“, sagt Hauke Finger, Direktor bei der IKB.

Sparbriefe mit Zinsplus: Mit Sparbriefen bekommt man ebenfalls feste Zinsen – gebührenfrei. Für vierjährige Briefe erhalten Anleger bei der Deniz-Bank und der italienischen Südtiroler Sparkasse aktuell 2,2 Prozent Zinsen, die Santander Consumer Bank schreibt 2,00 Prozent gut. Öffentliche Geldinstitute sind zurückhaltender. Viele PSD-Banken gewähren nur halb so hohe Zinsen, Sparkassen-Kunden müssen sich oft mit 0,5 Prozent begnügen. Der Ertragsunterschied ist gewaltig: Vierjährige Sparbriefe erwirtschaften bei einem Zinssatz von 2,2 Prozent und einem Anlagebetrag von 10 000 Euro inklusive Zinsansammlung 909 Euro Gewinn. Zahlt die Bank hingegen nur 0,5 Prozent Zinsen, springen lediglich 201 Euro heraus.

Laufzeiten kombinieren: Sparbriefe und Festgeld sind nicht vorzeitig kündbar. Bei mehrjähriger Laufzeit lauern Renditeverluste, falls die Zinsen steigen, da die Vergütung der Papiere festliegt. Um flexibel zu bleiben, kann man Festgelder mit kurzer und längerer Laufzeit kombinieren. „Das länger laufende Festgeld garantiert konstante Erträge, die Kurzläufer wahren die Chance auf höher verzinste Papiere in der Zukunft“, so Geldexperte Finger.

Banksparplan: Ist noch kein Startkapital vorhanden, hilft regelmäßiges Sparen, um Guthaben aufzubauen. Prädestiniert dafür sind Banksparpläne, denn sie erwirtschaften sichere Zinsen, verursachen keine Gebühren und sind flexibel. Fast alle Sparpläne lassen sich vorzeitig kündigen. „Bei variabler Verzinsung führen Zinsanstiege zu höheren Renditen“, betont Georg Plötz von der Verbraucherzentrale Bayern. Der Ertrag addiert sich aus Basiszins und Bonuszins. Da die Zinsboni umso höher sind, je länger Sparer am Ball bleiben, steigt die Rendite im Lauf der Zeit. Beispiel Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft: Nach fünf Jahren erzielen Sparer eine Rendite von 2,64 Prozent, nach zehn Jahren von 2,68 Prozent und nach 15 Jahren von 3,50 Prozent. Positiv: Bei manchen Sparplänen sind Startkapital und Verfügungen während der Laufzeit möglich, etwa bei der Volkswagen-Bank direct.

Tipp: Bei vielen Sparkassen finden sich Banksparpläne mit Riester-Förderung.

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