Biallos Ratgeber Risikolebensversicherung: Angehörige nicht schutzlos lassen

Von: Horst Biallo und Fritz Himmel
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Risikolebensversicherung
Ungetrübtes Glück - doch auch eine heile Familie kann jäh durch einen Todesfall zerstört werden, den es rechtzeitig abzusichern gilt. Foto: dpa

Aachen. Eine Risikolebensversicherung ist ein Pflichtschutz für alle, die für ihre Kinder, Ehe- oder Lebenspartner vorsorgen wollen. Gerade für die neuen Formen des häuslichen Miteinanders wie Patchwork-Familie, eheähnliche Gemeinschaft oder unverheiratete Paare ist diese Absicherung oft der einzige Weg, Hinterbliebenenschutz preiswert zu regeln.

„Vor allem wegen des hier oft fehlenden Anspruchs auf eine Witwenrente und des für Patchwork-Familien unübersichtlichen Erbrechts besteht erhöhter Handlungsbedarf”, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten, „um gegen mögliche finanzielle Folgekrisen des Partners oder der Kinder vorzusorgen”.

Wie funktioniert die Absicherung?

Eine Risikolebensversicherung ist ein reiner Todesfallschutz. Sie ist keine Kapitalanlage, die Beiträge werden hier nicht angespart. Die vertraglich vereinbarte Summe kommt in der Regel dann zur Auszahlung, wenn die versicherte Person stirbt.

Wonach richtet sich die Beitragshöhe?

Maßgeblich ist die Höhe der Versicherungssumme. Weiteren Einfluss auf die Berechnung haben: Alter der versicherten Person, Vertragslaufzeit, Gesundheitszustand, risikoreiche Hobbys, Unterscheidung zwischen Raucher und Nichtraucher, Beruf, Provisionshöhe und Gebühren.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Als Faustregel gilt: Wer als Familie noch kleine Kinder hat, sollte das Fünffache seines Brutto-Jahreseinkommens als Versicherungssumme einsetzen; wer nur für den Partner vorsorgt, das Dreifache. „Vorhandene Verbindlichkeiten sollten jedoch mindestens abgedeckt werden”, rät Versicherungsexpertin Bianca Boss.

Was sollte man vertraglich beachten?

Nicht allein die Beitragshöhe, auch einige Leistungskriterien sind wichtig. So ermöglicht eine Nachversicherungsgarantie, die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung aufzustocken. Das kann bei sich verändernden Lebenssituationen nötig sein - zum Beispiel durch die Geburt eines Kindes oder weil eine Immobilie angeschafft wird und ein höherer Schutz ratsam ist. Auch eine Verlängerungsoption ohne eine erneute Gesundheitsprüfung ist vorteilhaft.

Für einen 30-Jährigen mit zwei kleinen Kindern ist eine Laufzeit von 20 Jahren sinnvoll. Ist der Nachwuchs aus dem Haus, verliert die Police zwar an Wichtigkeit, kann aber immer noch notwendig sein, beispielsweise wenn ein Wohnungskredit abzusichern ist.

Welche Angebote gibt es, und was kosten sie?

Am Markt finden sich Preisunterschiede von bis zu 300 Prozent, Frauen zahlen immer weniger als Männer. Beispiel: Eine 30-jährige kaufmännische Angestellte, Nichtraucherin, möchte ihr Kind absichern. Bei einer Vertragslaufzeit von 20 Jahren soll im Falle ihres vorzeitigen Todes das Kind eine garantierte Versicherungssumme (Todesfallleistung) von 150.000 Euro erhalten. Bei Versicherern wie der Hannoverschen Leben, Allianz oder Karstadt-Quelle kostet sie das jährlich zwischen 70 und 76 Euro an Prämie. Bei teuren Marktangeboten könnten aber auch rund 200 Euro im Jahr anfallen. Ein Vergleich lohnt sich also.

Ein gleichaltriger Mann muss bei identischen Bedingungen tiefer in die Tasche greifen. Preiswerte Angebote von der WGV, Allianz, Karstadt-Quelle oder der Hannoverschen Leben liegen bei Jahresbeiträgen von 103 bis 109 Euro. Raucher zahlen deutlich mehr, mitunter die doppelte Summe.

Was ist steuerlich zu beachten?

Der Staat erkennt die Beiträge als Sonderausgaben für Vorsorgeaufwendungen bei der Höchstbeträge an. Bei der Auszahlung fällt keine Einkommen-, aber Erbschaftsteuer an. Auch das ist durch einen Trick vermeidbar: Der Bezugsberechtigte ist der Versicherungsnehmer und zahlt die Beiträge für die Risikolebensversicherung seines Partners. Dann zahlt er für seine eigene Absicherung im Todesfall seines Partners, und die Erbschaftsteuer entfällt.
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