Biallos Ratgeber: Richtige Zeit für neue Herausforderungen

Von: Annette Jäger und Horst Biallo
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Lebenslanges Lernen: Für vie
Lebenslanges Lernen: Für viele Senioren ist das eine überaus attraktive Option. Die meisten Unis bieten spezielle Studiengänge an. Foto: ddp

Aachen. Das klingt nach Abenteuer: Ein Jahr lang in Ägypten in einer Familie leben, drei Monate lang in einem Waisenhaus in Vietnam anpacken, in Jerusalem ein Café managen. Gesucht: Frauen über 50. Die Agentur „Granny Aupair” in Hamburg macht solche Auslandsaufenthalte möglich.

Sie vermittelt Seniorinnen in Familien als Au-pair, aber auch in ehrenamtliche Jobs bei sozialen Initiativen. Die Idee von Michaela Hansen boomt und zeigt: Viele Senioren sind aktiv und suchen Herausforderungen. Angebote gibt es dabei durchaus in Unmengen, von Ehrenämtern, Seniorenstudiengängen bis hin zu Beratungstätigkeiten in Firmen. Eines ist dabei sicher: „Aktivität ist der beste Garant für ein gesundes und zufriedenes Altwerden”, sagt Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft Senioren-Organisationen (Bagso) in Bonn.

Wo findet man Ehrenämter? Anlaufstelle sind die Initiativen und Vereine selbst. Wer noch auf der Suche nach dem passenden Amt ist, kann sich an eine der Freiwilligen-Agenturen in den größeren Städten wenden, die bei der Suche unterstützen. Auf der Website der Bagso (im Internet: http://bagso.de) findet man auch eine Datenbank mit Angeboten. Wer ein Amt mit Verantwortung anstrebt - etwa als Kassierer in einem Verein - kann sich nötige Kenntnisse über ein Seminar an der „Akademie für Ehrenamtlichkeit” in Berlin (http://ehrenamt.de) aneignen. „Man muss sich mit der Aufgabe identifizieren können, sonst macht es keinen Spaß”, sagt Lenz.

Als Senior ins Ausland: Eine besondere Art des Ehrenamts ist das Engagement für den Senior-Experten-Service (SES, ses-bonn.de). Die Initiative der „Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit” vermittelt Ruheständler in Entwicklungs- und Schwellenländer, wo sie für einige Wochen in Firmen oder bei Projekten ehrenamtlich beratend tätig sind. Sie sollen dabei helfen, Arbeitsabläufe zu verbessern und Mitarbeiter zu qualifizieren. Gesucht sind fast alle Berufssparten, vom Handwerker und Berufsschullehrer über den Facharzt, Manager und Koch bis hin zum Tourismusexperten. „Hilfe zur Selbsthilfe” lautet das Motto. Boileranlagen in Äthiopien aufstellen, Solartechnik in Kenia einführen oder neue Brotsorten in Vietnam backen, heißen dann die Freizeitbeschäftigungen. Auch in Deutschland ist der SES aktiv.

Im Alter Träume verwirklichen: „Viele holen etwas nach, was sie in ihrer Jugend versäumt haben”, sagt Michaela Hansen von der Agentur „Granny-Au-pair” über die Motivation der Bewerberinnen. Seit 2010 gibt es die Initiative, bisher hat Hansen 500 Frauen in ihrer Kartei. Wie der Aufenthalt in der Gastfamilie - man kann auch innerhalb Deutschlands vermittelt werden - gestaltet wird, sprechen Familie und Granny individuell ab. Die Agentur vermittelt nur den Kontakt. „Offen, mutig, tolerant und flexibel” sollten die Frauen sein, sagt Hansen. 250 Euro kostet eine erfolgreiche Vermittlung. Auch als Gesellschafterinnen für Alleinstehende oder Haushüterin sind die Grannys inzwischen gefragt. Zusätzlich fällt eine einmalige Anmeldegebühr von 35 Euro an.

Lebenslanges Lernen: Statt ins Ehrenamt zieht es viele Senioren auch in die Universitäten. Laut Statistischem Bundesamt besuchen pro Semester fast 20.000 Senioren über 55 Jahre als Gasthörer die bundesdeutschen Hochschulen. Dies wird gefördert: Fast alle Unis bieten spezielle Seniorenstudiengänge an mit ausgewählten Veranstaltungen, aber ohne Examen. Man kann sich auch einfach als Gasthörer in seinem Interessensgebiet weiterbilden. Ein Abitur benötigt man dafür nicht. Jedoch ist meist eine Gebühr zu entrichten, je nach Uni zwischen 100 und 300 Euro pro Semester.
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