Biallos Ratgeber Reisen: Fernweh mit einem grünen Gewissen

Von: Caroline Benzel und Horst Biallo
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Aachen. Zwei Wochen Strandurlaub in Spanien inklusive Flug und Hotel können Sparfüchse online für weniger als 300 Euro buchen. Doch diese Sparkultur im Urlaub hat ihren Preis und den zahlt nicht der Urlauber. Klimawandel, Lohn-Dumping und zerstörte Natur in den Reiseländern sind Folgen des sparsamen Fernwehs. Um mit gutem Gewissen zu verreisen, gilt es einiges zu beachten.

„Die lokale Bevölkerung sollte möglichst stark von den Urlaubern profitieren”, sagt Maren Klein von der Zeitschrift Ökotest. „Also kein All-Inclusive-Club, sondern lieber ein Hotelaufenthalt mit Restaurantbesuchen.” Ebenso wichtig: Reisedauer und Art der Anreise sollten in einem angemessenen Verhältnis stehen. Lieber eine lange Fernreise unternehmen als zwei kurze. „Wir empfehlen, vielleicht nur alle zwei Jahre eine Fernreise zu machen und dazwischen mit der Bahn innerhalb Deutschlands zu reisen”, sagt Ulrike Fokken von der Deutschen Umwelthilfe.

Anbieterüberblick: Reiseveranstalter mit sozialer und ökologischer Ausrichtung findet man beim Forum Anders Reisen, einem Zusammenschluss von etwa 150 Reiseveranstaltern, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben. Für die Aufnahme in das Forum müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Kriterien erfüllt sein. Dazu gehören der respektvolle Umgang mit dem Reiseland, eine faire Bezahlung und eine möglichst hohe regionale Wertschöpfung - der Tourismus soll also auch dem Reiseland und dessen Wirtschaft zugute kommen. Für Ziele, die weniger als 700 Kilometer entfernt liegen, dürfen keine Flugreisen angeboten werden.

Orientierung durch Gütesiegel: Weitere Hilfestellung bei der umwelt- und sozialverträglichen Reiseplanung geben Gütesiegel. Für Reisen innerhalb der Europäischen Union ist die EU-Blume, das offizielle Umweltzeichen der EU eine gute Hilfe. Bislang tragen über 80 Camping-Plätze und mehr als 200 touristische Unterkünfte das Zeichen.

Die Hotels, Jugendherbergen, Gasthäuser und Camping-Plätze müssen umweltgerechtes Management, den sparsamen Einsatz von Wasser und Energie sowie die Vermeidung von Schadstoffen anhand zahlreicher Kriterien belegen. Für Reiseziele innerhalb und außerhalb der EU ist der „Grüne Schlüssel” (Green Key) interessant, der von der Stiftung für Umwelterziehung „Foundation for Environmental Education” (FEE) vergeben wird. Das Siegel basiert auf ähnlichen Kriterien wie die EU-Blume.

Auch hier geht es um umweltgerechtes, nachhaltiges Management. Bislang gibt es das Label für Unterkünfte in Belgien, Zypern, Dänemark, Estland, Frankreich, Italien, Japan, Jordanien, Litauen, Marokko, Puerto Rico, Portugal, Russland, Schweden, den Niederlanden und Tunesien. In Kroatien, Montenegro, Malta und Jamaika wird das Siegel gerade eingeführt.

Umweltgerecht campen: Camping-Fans, die auf ein umweltgerechtes Management des Camping-Platzes Wert legen, werden auf der Seite des Vereins Ecocamping fündig. Der Verein bietet Campingplatzbetreibern entsprechende Schulungen an und zertifiziert Camping-Plätze.

Emissionsausgleich: Wer nach seinem Flug oder der Autofahrt ins Reiseland etwas für die Umwelt tun will, kann einen Ausgleich für die jeweils verbrauchten Emissionen schaffen. Einen Flug von Berlin nach New York und zurück könnte man für 99 Euro bei Atmosfair „klimaneutral” gestalten. Das heißt, dass Atmosfair diesen Betrag in Projekte investiert, damit die Menge klimaschädlicher Gase an anderer Stelle vermieden werden. Weitere Anbieter für den Emissionsausgleich sind Arktik und Go Climate. Wichtig: Wenn Sie sich eine Spendenbestätigung ausstellen lassen, können Sie Ihr reines Klima-Gewissen sogar bei der Steuer absetzen.
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