Aachen - Biallos Ratgeber: Private Filialbanken kassieren weiter Überziehungszins

Biallos Ratgeber: Private Filialbanken kassieren weiter Überziehungszins

Von: Horst Biallo
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Bei vielen Privatbanken werden weiterhin Überziehungszinsen fällig. Symbolbild: Karl-Josef Hildebrand/dpa

Aachen. 80 Prozent der überregionalen privaten Filialbanken verlangen nach wie vor Überziehungszinsen. Kundenfreundlicher zeigen sich hier Sparkassen, VR- und Sparda-Banken.

Die ING-Diba darf sich rühmen, Vorreiter in Sachen "Abschaffung" des Überziehungszinses zu sein. Am 14. Februar 2014 schaffte die Direktbank als erstes überregionales Institut den Zinsaufschlag jenseits der Dispolinie ab. Zuvor hatten bereits einige regionale Geldhäuser darauf verzichtet. "Die ING-DiBa verzichtet künftig komplett auf den Zinsaufschlag, der von den meisten Banken und Sparkassen bei einer Überziehung des Dispo-Rahmens berechnet wird. Das Institut setzt damit ein klares Zeichen in Sachen Fairness und Einfachheit", hieß es damals von deren Pressestelle.

Die Antwort der Konkurrenz ließ nicht lange auf sich warten. Es folgte die DKB (Deutsche Kreditbank). Der hohe Konkurrenzdruck unter den Direktbanken führte dazu, dass sich heute die Hälfte aller Online-Anbieter mit einem Zins begnügt. Anders ist das bei Direktbanken wie Wüstenrot oder Ethikbank. Der einzige bedeutende Player, der bisher nicht mitgezogen ist: Comdirect berechnet 6,50 Prozent für den Dispo- und 11,00 Prozent für den Überziehungszins.

Ähnlich verbraucherfreundlich wie manche Direktbank geben sich schon immer Deutschlands Sparda-Banken-Gruppe. So ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile acht der zwölf Sparda-Banken den Überziehungszins abgeschafft haben, so beispielsweise die Sparda-Hamburg am 1. Juli 2014 und die Sparda-Nürnberg nur drei Monate später.

"Wir informieren schriftlich unsere Mitglieder, die regelmäßig ihren Dispokredit in Anspruch nehmen und bieten unseren kostengünstigeren Ratenkredit an. Damit steigt leicht die Bereitschaft zum Wechseln der Kreditart", sagt Dieter Miloschik, Leiter Unternehmens- und Markenkommunikation bei der Sparda-Bank Hamburg.

Viel weniger erfreulich ist die Bilanz der privaten Filialbanken. Zwölf von 15 Geldhäusern halten an der Spaltung des Zinses fest. Darunter große Institute wie die Postbank oder Commerzbank oder kleine wie die Oldenburgische Landesbank oder das Bankhaus Flessa. Einen einheitlichen Zins verlangen nur:

Santander Consumer Bank mit 7,49 Prozent

 

Santander Bank mit 7,49 Prozent

 

Hypovereinsbank mit 10,63 Prozent

 

Legt man den Anteil der Geldhäuser der jeweiligen Bankengruppe zugrunde, die den Überziehungszins abgeschafft haben, ergibt sich in Deutschland folgende Reihenfolge:

Platz 1: Sparda Banken mit 67 Prozent

 

Platz 2: Sparkassen mit 62,5 Prozent (250 von 400)

 

Platz 3: Direktbanken mit 50 Prozent

 

Platz 4: Volks- und Raiffeisenbanken mit 37,50 Prozent

 

Platz 5: private Filialbanken mit 20 Prozent

 

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