Biallos Ratgeber: Per Einmalzahlung zu einer Sofortrente

Von: Rolf Winkel
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Einfach in der Hängematte liegen statt zu arbeiten: Eine freiwillige Gesetzliche Rentenversicherung kommt – leider – nicht für jeden in Frage. Wer in der Gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig ist, kann sich nicht zusätzlich freiwillig in der GRV versichern. Für Beamte aber etwa gibt es bis Ende des Jahres ein Sonderangebot. Foto: dpa

Aachen. Zehntausende Deutsche können jetzt ein besonderes Rentenangebot nutzen. Für ältere Beamte und berufsständisch Versicherte hat die Deutsche Rentenversicherung bis zum 31. Dezember dieses Jahres ein lukratives Sonderangebot: Per Einmalzahlung kommen sie zu einer rentablen Sofortrente.

Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versicherungspflichtig ist, für den ist eine zusätzliche, freiwillige Versicherung in der GRV allerdings nicht möglich.

Nutzen kann die Gelegenheit dagegen Rechtsanwalt Herbert Schmal, 66. Schmal (Name geändert) ist eigentlich fürs Alter über das Versorgungswerk der Anwälte abgesichert. Früher hat er auch drei Jahre lang sozialversichert gearbeitet und wie sein damaliger Arbeitgeber Beiträge in die GRV eingezahlt. Das würde ihm heute eine gesetzliche Altersrente von rund 80 Euro bringen – theoretisch.

Denn die drei Versicherungsjahre reichen nicht. Für eine GRV-Rente müsste er mindestens fünf Versicherungsjahre zusammenbekommen. Die GRV für Ärzte, Anwälte und andere berufsständisch Versicherte sowie Beamte ist aber seit August 2010 nicht mehr kategorisch verschlossen. Seitdem können freiwillige Beiträge in die GRV einzahlt werden. Diese Chance nutzt Schmal.

Bis zum Jahresende freiwillig nachzahlen: Bis zum Jahresende kann der Anwalt, der das Rentenalter erreicht hat und genauso auch Beamte im Rentenalter, die nicht genügend gesetzliche Versicherungszeiten vorweisen können, freiwillige Beiträge in die Rentenkasse entrichten – und zwar auf einen Schlag für genauso viele Monate, wie zur Erfüllung der fünfjährigen Wartezeit fehlen. Wer noch bis zum Dezember 2015 zahlt und bereits das gesetzliche Rentenalter erreicht hat, kann die Rente bereits ab Januar 2016 bekommen.

Pro fehlendem Versicherungsmonat müssen mindestens 84,15 Euro entrichtet werden, höchstens können es 1131,35 Euro sein. Für zwölf Monate sind das mindestens 1009,80 bzw. höchstens 13.576,20 Euro. Dazwischen können sich freiwillig Versicherte die Beitragshöhe aussuchen. Wer eine größere Summe übrig hat, fährt mit der Einzahlung des Höchstbetrags gut. Dies ergibt einen zusätzlichen Anspruch auf eine Monatsrente von 60,59 Euro.

Wenn Schmal für die ihm noch fehlenden 24 Monate jeweils den Höchstbetrag einzahlt, könnte er so zusätzlich einen Rentenanspruch von 121,17 Euro erwerben – und mit den 80 Euro aus seiner sozialversicherten Zeit auf eine monatliche GRV-Rente von 201 Euro kommen.

Dazu kommt für privat Krankenversicherte noch ein zusätzlicher Vorteil: Die gesetzliche Rente wird für sie nochmals um 7,3 Prozent aufgestockt. Denn mit diesem Prozentsatz beteiligt sich die Rentenkasse grundsätzlich an den Krankenversicherungsbeiträgen.

Zudem sind freiwillige Beiträge in die GRV steuerlich absetzbar – derzeit zu 80 Prozent. Wer 27.000 Euro einzahlt, kann also 21 600 Euro absetzen. Bei einem Steuersatz von 25 Prozent bringt das im Einzahlungsjahr eine Steuerersparnis in Höhe von 5400 Euro. Das macht die freiwillige Beitragszahlung zu einer höchst lukrativen Angelegenheit.

Vorteile auch für ältere Mütter und Väter: Von einer ähnlich vorteilhaften Regelung kann die selbstständige Ingenieurin Isabell Maus profitieren, die privat rentenversichert ist. Die 64-Jährige hat eine Tochter, die 1985 geboren wurde. Dafür erkennt die Deutsche Rentenversicherung ihr eine Kindererziehungszeit an. Insgesamt werden ihr zwei Beitragsjahre gutgeschrieben, obwohl sie nie Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat.

Das würde ihr – theoretisch – einen Rentenanspruch von etwa 58 Euro bringen. Doch für eine gesetzliche Rente fehlen ihr drei Beitragsjahre. Für diese drei Jahre kann sie – am besten kurz vor Erreichen des regulären Rentenalters – auf einen Schlag freiwillige Beiträge einzahlen und sich so einen Rentenanspruch sichern. Diese Regelung gilt für Eltern, die vor 1955 geboren wurden.

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