Aachen - Biallos Ratgeber: Münzen, Barren oder Fonds?

Biallos Ratgeber: Münzen, Barren oder Fonds?

Von: Max Geißler und Fritz Himmel
Letzte Aktualisierung:
Edelmetalle
Viele Vermögensexperten plädieren weiterhin für Gold als Vermögensanker. Foto: dpa

Aachen. Trotz zahlloser Krisen wird Gold seinem Ruf als Krisenwährung derzeit nicht gerecht. In den letzten drei Jahren büßte das Edelmetall bereits ein Drittel seines Wertes ein. Trotzdem plädieren viele Vermögensexperten weiterhin für Gold als Vermögensanker.

 Der einflussreiche US-amerikanische Hedgefonds-Manager John Paulson kauft Gold vor allem aus zwei Gründen: Wegen „der politisch unsicheren Zeiten“, die den Glauben an das ungedeckte Papiergeld stetig aushöhlen und „der Angst vor Inflation“. Die Milliarden Dollar, die die Notenbanken in die schwächelnde Wirtschaft pumpen, werden irgendwann zu Inflation führen, ist sich Paulson sicher. Dann sei es gut, Gold zu besitzen. Auch die Verbraucherzentralen empfehlen Gold zum Vermögensschutz. Wegen Kursrisiken und fehlender Zinsen sollte man aber höchstens zehn Prozent des Ersparten investieren.

Münzen und Barren: Physisches Gold ist ein Faustpfand bei Inflation. Grund: Anders als Papiergeld ist Gold nicht beliebig vermehrbar und verliert daher nicht an Akzeptanz. Die Verkaufsaufschläge für Goldmünzen und kleine Barren sind allerdings sehr hoch. Damit die Kosten wieder hereinkommen, muss der Goldpreis erst einmal um den jeweiligen Aufschlag steigen. Beispiel Ein-Gramm-Goldbarren: Der Goldhändler Degussa kaufte Ende Oktober das Stück für 30,50 Euro an, verkaufte es aber für 38,60 Euro – Aufpreis gut 25 Prozent! Hinzu kommen Versand- oder Transportgebühren. Wer sparen möchte, der sollte die Preise gut vergleichen. So kostete beispielsweise die Ein-Unze-Münze „Wiener Philharmoniker“ bei Degussa-Goldhandel Ende Oktober 999 Euro, bei Westgold.de war das Stück für 986 Euro zu haben.

Aufbewahrung: Da Gold ein beliebtes Diebesgut ist, empfiehlt sich die Aufbewahrung in einem Bankschließfach. Die kleinsten Fächer beginnen ab A4-Format, bieten also genug Platz für Münzen und Barren. Bankkunden zahlen hierfür 30 bis 50 Euro im Jahr. Auch einige Goldhändler lagern Edelmetalle ein, jedoch oft zu höheren Preisen. So kostet das kleinste Schließfach bei Pro Aurum 285 Euro, Degussa verlangt sogar 297 Euro Jahrespauschale.

Goldfonds und -zertifikate: Auch Gold-Wertpapiere können das Vermögen schützen, weil sich Gold weitgehend unabhängig von anderen Anlageklassen entwickelt. Mit börsengehandelten Gold-Indexfonds (ETF) spekulieren Anleger auf stabile oder steigende Goldkurse. Gold-ETFs sind zwar kostengünstig, aufgrund strenger Regularien in Deutschland aber kaum vorhanden. Mehr Auswahl besteht bei Goldzertifikaten, sogenannten ETCs.

Die Deutsche Börse bietet mit Xetra-Gold ein mit echtem Gold besichertes Endloszertifikat an, das den Goldpreis eins zu eins nachbildet. Das Gold liegt in Tresoren unabhängiger Treuhandbanken. Trotz Goldsicherung sind ETCs aber nicht frei von Risiken. „ETCs sind Schuldverschreibungen, die im Insolvenzfall nicht als Sondervermögen gelten und somit das Risiko eines Totalverlustes beherbergen“, warnt Henning Seeler, Fonds-Experte bei Comdirect.

Goldaktienfonds: Höhere Kapitalsicherheit bieten aktiv gemanagte Goldaktienfonds, weil sie als Sondervermögen stets Eigentum des Anlegers bleiben. „Goldfonds mischen meist verschiedene Edelmetalle miteinander“, weiß Seeler, zum Beispiel der Edelmetallfonds Hansa-Werte, der in Gold, Silber, Platin und Palladium anlegt. Viele Goldaktienfonds investieren in Goldminen-Unternehmen. Hier schwanken die Fondskurse weniger mit dem Goldpreis als mit den Unternehmensergebnissen. Vorteile: Aktienfonds bieten als Sachwert indirekten Inflationsschutz. Der Handel über Bank oder Börse ist flexibel, die Depotverwahrung einfach. Nachteile: Vergleichsweise hohe Kosten und Abgeltungssteuerpflicht.

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