Biallos Ratgeber Mobilfunk: Selbst Flatrates sind oft Mogelpackungen

Von: Caroline Benzel und Horst Biallo
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Aachen. Kurz die Börsendaten abgerufen, die E-Mails gecheckt und einen Song heruntergeladen: Die mobile Unterhaltung auf dem Handy kann teure Folgen haben. Je nach Tarif kostet ein Megabyte an Daten 24 Cent oder 20 Euro.

Mobilfunkexpertin Barbara Steinhöffel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt eindringlich davor, das mobile Internet ohne genauen Preis-Check zu nutzen. „Selbst Flatrates sind oft Mogelpackungen”, sagt Michael Bobrowski vom Verbraucherzentrale Bundesverband. „Die Verbraucher glauben, einen Dienst unbegrenzt nutzen zu können, dabei gibt es immer Einschränkungen.” So seien bei Sprachflatrates, also Pauschaltarifen, etwa Anrufe ins Ausland ausgeschlossen. Viele Datenflats gelten nur bis zu einem bestimmten Volumen und vor allem nur im Inland.

Das musste ein Flatrate-Kunde schmerzlich erfahren, der in Frankreich rund 13 Stunden lang Filme runtergeladen hatte. Rechnungsbetrag: 46182,09 Euro. Inzwischen wurde die Rechnung nach Eingreifen des Europäischen Verbraucherzentrums auf 1000 Euro reduziert. Tipp: Im Ausland kein Internet-fähiges Handy nutzen oder die Datennutzung ausschalten. Fonic bietet seinen Kunden an, Datendienste fürs Ausland zu sperren.

Familientarife: Für Familien lohnen sich Tarife mit vergünstigten internen Gesprächen. Besonders familienfreundlich ist das Mobilfunkangebot von Alice. Deren Mobil-Kunden telefonieren untereinander kostenlos und zwar sowohl ins Alice-Mobilfunknetz als auch ins Alice-Festnetz. 300 MB zum deutschlandweiten Surfen gibt es für monatlich 9,90 Euro (ohne Laufzeitvertrag) oder für 6,90 Euro (Zwei-Jahresvertrag) dazu. Anrufe in deutsche Fremdnetze kosten 15 Cent pro Minute. Das günstigste Prepaid-Angebot für die mobile Datennutzung bieten derzeit Blau und Simyo. Für 9,90 Euro monatlich kann man ein Gigabyte an Daten versurfen. Allerdings laufen die Tarife über das bislang nicht ganz so gut ausgebaute Datennetz von E-Plus.

Alle Netze: Vorteilhaft sind Tarife, mit denen Anrufe in alle Netze dasselbe kosten. Die Discounter Maxxim und Discotel sind mit einem Minutenpreis von acht Cent in alle Netze besonders günstig. Discounter wie Edeka mobil, Blau und Fonic nehmen neun Cent in der Minute für deutschlandweite Gespräche. Das Besondere bei Fonic: Der Minutenpreis von neun Cent gilt auch für Anrufe ins europäische, kanadische und US-amerikanische Festnetz.

Flatrates: Flatrates lohnen sich dagegen nur selten. Das gilt selbst für die Angebote der Discounter. Denn, damit sich die Investition von derzeit rund 60 Euro monatlich im Vergleich zu einem Prepaid-Tarif lohnt, müsste man jeden Monat über zwölf Stunden telefonieren. Praktisch ist das Angebot von Congstar: Die Kunden können sich überlegen, ob sie den Tarif monatlich kündbar oder als Zwei-Jahres-Vertrag abschließen wollen.

Bei der Laufzeitvertragsvariante bekommen Neukunden den Anschlusspreis von 25 Euro erlassen. Die Flatrate in alle Netze kostet 59,95 Euro pro Monat. O2 bietet mit „O2o” eine Flatrate ohne die Nachteile einer Flatrate. Bezahlt wird nur, was auch vertelefoniert wurde. SMS-Versand und Gesprächsminute innerhalb Deutschlands kosten 15 Cent. Ab 60 Euro Monatsumsatz, der für deutschlandweite Gespräche oder SMS ausgegeben worden ist, steigt die Monatsrechnung nicht weiter.
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