Biallos Ratgeber Mobilfunk für Jugendliche: Denn jede SMS kostet tatsächlich Geld

Von: Horst Biallo und Caroline Benzel
Letzte Aktualisierung:
Handygespräche
Zwei junge Mädchen telefonieren mit ihren Mobiltelefonen. Foto: dpa

Aachen. Es gibt viele Situationen, in denen Kinder und Jugendliche bei ihren Eltern anrufen müssen. Nur nutzen die Sprösslinge die Geräte in der Regel nicht nur, um mit der Familie zu sprechen, sondern vor allem um mit den Freunden Kontakt zu halten.

Damit die Mobilfunknutzung Eltern und Kinder nicht in die Verschuldung führt, sollten die Tarife mit Bedacht ausgewählt werden. Anneke Voß, Telekommunikationsexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg, empfiehlt für Kinder und Jugendliche Prepaid-Tarife. „Kinder müssen lernen, dass telefonieren Geld kostet. Und das klappt am besten mit einem Prepaid-Handy. Ist das Guthaben aufgebraucht, können sie auch nicht mehr telefonieren.”

Am einfachsten ist es, einen monatlichen Betrag festzulegen, den die Eltern auf das Prepaid-Konto überweisen, oder die Kinder Aufladekarten mit dem eigenen Taschengeld kaufen zu lassen. So merken sie gleich, dass die 50 SMS an die beste Freundin tatsächlich Geld kosten.

Discounter: Am günstigsten sind Prepaid-Discounter wie Maxxim, Hellomobil und Discotel mit Minuten- und SMS-Preisen von gerade Mal acht Cent. Vorteil des Neun-Cent-Discounters Fonic: Der Minuten-Preis von neun Cent gilt auch für Anrufe in Festnetze in Europa, den USA und Kanada.

Jugendtarife: Teurer sind spezielle Jugendtarife, die dafür den Eltern aber bestimmte Schutzfunktionen bieten. So können teure Mehrwertdienste, Sonderrufnummern und SMS-Abos sowie der Internet-Zugang von vornherein gesperrt werden. Die Investition kann sich lohnen: Denn wenn die Sprösslinge bei einem anderen Anbieter versehentlich ein Abo abschließen, kann es sehr mühsam werden, sein Geld zurückzubekommen. Um ein Abo zu stoppen, rät Verbraucherschützerin Voß, eine SMS an den Versender mit „STOP ALLE” zu schicken. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, auch eine schriftliche Kündigung per Einschreiben mit Rückschein abzusenden. Die Adresse des Abo-Anbieters erfährt man vom eigenen Mobilfunk-Provider. Zusätzlich solle man sich frühzeitig von einer Verbraucherzentrale beraten lassen.

Abos ausgeschlossen: T-Mobile, E-Plus und Vodafone haben Tarife im Programm, bei denen solche Abos von vornherein ausgeschlossen sind. Nachteil: Die Eltern müssen bereits Vertragskunden sein, damit die Kinder die geschützten Tarife bekommen. Interessant ist das „Handy-Taschengeld” von Vodafone. Die Eltern überweisen einfach jeden Monat einen festgelegten Betrag auf das Prepaid-Konto der „CallYa Junior Karte” der Kinder. Vorteil: Die Kinder können ihre Eltern auch dann noch auf deren Vodafone-Handy anrufen, wenn sie kein Guthaben mehr haben, denn Anrufe auf dem Vodafone-Eltern-Handy sind gratis. Gleichzeitig sind die Gesprächsgebühren relativ günstig. Grundgebühren gibt es keine. Vodafone-interne Gespräche werden mit fünf Cent pro Minute, externe Anrufe mit 15 Cent pro Minute berechnet. Für innerdeutsche SMS fallen ebenfalls 15 Cent an. Premium-SMS, über die kostenpflichtige Dienste abonniert werden könnten, sind automatisch gesperrt.

Internetnutzung: Jugendliche, die auch die Internet-Funktion des Handys nutzen wollen, sind am besten mit Prepaid-Karte und Datentarif beraten. Interessant sind die Angebote von Simyo und Blau. Hier gibt es ein Ein-GB-Datenpaket für 9,90 Euro im Monat. Zum Vergleich: Sollte Datenvolumen ohne Internet-Option verbraucht werden, so würde eine Datenmenge von einem Gigabyte nicht 9,90 Euro, sondern 240 Euro kosten.
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