Biallos Ratgeber Mobilfunk: Der große Schreck nach dem Urlaub

Von: Caroline Benzel und Horst Biallo
Letzte Aktualisierung:
biallobild28
Das kann teuer werden: Urlaubsgrüße per Mobilfunk. Foto: Stock/Action Pictures

Aachen. Schnell die schönsten Urlaubsfotos per Mail an die Kollegen schicken und sie so richtig neidisch machen? Das kann entweder 50 Euro oder 15 Euro kosten - sogar beim gleichen Anbieter. Im ersten Fall hat der Fotofreund den Standard-Daten-Tarif von O2 genutzt, im zweiten Fall die Datenoption „Internet Day Pack EU” gebucht.

„Wer das Handy im Urlaub benutzen möchte, egal ob zum telefonieren oder um Daten abzurufen, sollte sich vor Reisebeginn nach den genauen Kosten und Sparoptionen erkundigen”, sagt Helga Zander-Hayat, Telekommunikations-Expertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Ab 1. Juli gelten für Handynutzer neue verbraucherfreundliche Regelungen in der Europäischen Union.

Vorgaben der EU: Die schlimmsten Rechnungsschocks nach dem Urlaub gehören zwar innerhalb der EU der Vergangenheit an, doch Sparpotential gibt es dennoch jede Menge. Ab 1. Juli werden Datenverbindungen im EU-Ausland ab 59,90 Euro für Daten-Roaming unterbrochen. Eine weitere Neuerung: Die Weiterleitung auf die Handy-Mailbox ins EU-Ausland muss ab Juli kostenlos erfolgen.

Nur für das Abfragen der Nachrichten dürfen die Anbieter dann noch Geld nehmen. Also am besten die Box ganz abschalten. Anrufe aus der EU nach Deutschland dürfen 46,41 Cent (netto 39 Cent) und angenommene Gespräche 17,85 Cent (netto 15 Cent) pro Minute kosten. Der Preis von 13,09 Cent (netto elf Cent) für eine SMS aus dem EU-Ausland bleibt konstant. Diese Preisgrenzen gelten aber nur, wenn man im Standard-EU-Tarif telefoniert.

Wer sich für einen speziellen Auslandstarif entschieden hat, telefoniert und surft zu anderen Preisen. Ob diese Optionen wirklich günstiger sind, hängt vom Nutzungsverhalten ab. Beispiel: Im Tarif „T-Mobile Weltweit” kostet eine Gesprächsminute aus der EU nach Deutschland 46 Cent pro Minute und aus China 2,99 Euro pro Minute. Entscheidet man sich stattdessen für den Tarif „Smart Traveller”, dann kosten die Gespräche aus der EU nur noch 29 Cent pro Minute, und aus China 2,09 Euro pro Minute. Pro Anruf kommt jedoch eine Gebühr von 75 Cent hinzu. Wer also immer nur kurz telefoniert, kommt mit dem normalen Tarif günstiger weg.

Spezialisierte Anbieter: Eine Alternative sind auf Auslandstelefonate spezialisierte Prepaid-Discounter wie Solomo, Sunsim und Tourist Mobile. So nimmt Solomo für Anrufe aus Australien und Spanien ins deutsche Festnetz 29 Cent pro Minute. Sunsim und Tourist Mobile verlangen jeweils einen Minutenpreis von 39 Cent, zuzüglich 19 Cent pro Gespräch. Innerhalb der EU sparen Handy-Nutzer somit im Vergleich zum EU-Standard-Tarif rund ein Drittel der Kosten. Die günstigen Gesprächspreise gelten nur, wenn das sogenannte Callback-Verfahren genutzt wird. Der Anrufer wählt die gewünschte Rufnummer, legt auf und wartet auf den automatisierten Rückruf.

Sim-Karte im Ausland: Am besten fährt, wer im Reiseland eine Prepaid-Karte kauft und ins eigene Handy einlegt. Das funktioniert nur, wenn das Handy Simlock-frei ist, also für die Sim-Karten aller Anbieter freigeschaltet ist. Der Vorteil: Eingehende Gespräche sind kostenlos. Anrufer aus Deutschland sollten dann eine Billigvorwahl für Mobilfunkgespräche für das entsprechende Land nutzen, die man in unserem Internet-Angebot findet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert