Biallos Ratgeber: Mit freiwilligen Beiträgen vorsorgen

Von: Rolf Winkel
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Für eine entspannte Zeit im Alter: Alternativ zu privaten Versicherungen, kann man freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Ab Juli bietet die „Gesetzliche“ dafür neue Möglichkeiten. Foto: dpa

Aachen. Wer sich allein auf seine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rente verlässt, muss im Alter mit erheblichen Einschränkungen seines Lebensstandards rechnen. Zusätzliche Altersvorsorge ist daher ein Muss, wenn der Lebensstandard aus der Zeit der Erwerbstätigkeit auch im Alter einigermaßen erhalten bleiben soll.

Die gesetzliche Rentenversicherung eignet sich dafür inzwischen oft besser als private Versicherungen. Ab Juli bietet die „Gesetzliche“ dafür neue Möglichkeiten. Arbeitnehmer sind in der gesetzlichen Rentenkasse pflichtversichert. Deshalb können sie zusätzlich keine freiwilligen Beiträge zahlen. Eigentlich. Denn es gibt eine Hintertür:

Abkauf von Abschlägen: Paragraf 187a Sozialgesetzbuch VI regelt die „Zahlung von Beiträgen bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters“. Das sind de facto freiwillige Rentenversicherungsbeiträge. Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung erklärt, wie das funktioniert: „Sie schreiben uns, dass Sie frühzeitig in Rente gehen möchten und die Abschläge hierfür ausgleichen möchten. Das geht ganz formlos – ab Juli 2017 ab 50 Jahren, vorher ab 55. Im Schreiben sollten Sie Ihre Rentenversicherungsnummer angeben.“ Wer beispielsweise nach 1963 geboren wurde und mit 63 statt mit 67 in Rente gehen möchte, muss mit einem satten Rentenminus von 14,4 Prozent rechnen.

Faustregel: Wer derzeit ein Jahr „zu früh“ in Rente geht und ein Rentenminus von 50 Euro ausgleichen will, muss rund 12.000 Euro einzahlen. „Ob die Einzahler später tatsächlich mit 63 schon die Rente beantragen, interessiert uns nicht“, sagt Manthey. Wer erst später in den Ruhestand tritt, bekommt dann mehr Rente.

Freiwillige Beiträge neben der Frührente: Frührentner können nun ganz normale freiwillige Beiträge einzahlen und so ihre Rente erhöhen. Möglich ist dies für nicht versicherungspflichtige Rentner bis zum Erreichen der regulären Altersgrenze. Gezahlt werden können monatlich bis zu knapp 1200 Euro. Ideal ist diese Variante für diejenigen, die während des Rentenbezugs einen größeren Geldbetrag erhalten – etwa aus einer Lebensversicherung oder Erbschaft. Wer den jährlichen Höchstbetrag von rund 14.000 Euro einzahlt, erhöht seine monatliche Rente ab dem regulären Rentenalter um knapp 64 Euro. Die Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse kann man zudem fast vollständig – aktuell zu 84 Prozent – von der Steuer absetzen.

Ausgleich einer „Jugendlücke“: Wer zwischen 16 und 17 zur Schule gegangen ist, hat auf seinem Rentenkonto eine Lücke. Diese kann man nachträglich noch durch freiwillige Beiträge schließen. Dafür kann man sich Zeit lassen, bis man 45 Jahre alt ist. Dabei reicht es, für die zwölf nicht mit Beiträgen belegten Monate jeweils den Mindestbeitrag von 84,15 Euro einzuzahlen. Die Folge: Das Jahr zwischen 16 und 17 zählt dann beispielsweise mit, wenn geprüft wird, ob die für verschiedene Frührenten erforderlichen Versicherungsjahre zusammenkommen.

Rendite: Zum Ertrag von freiwilligen Beiträgen hat „Finanztest“ in der Ausgabe 3/2017 aktuelle Berechnungen veröffentlicht. Unterstellt wurde dabei, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren – also etwa ab dem 55. Geburtstag – insgesamt 40.000 Euro in die Altersvorsorge investiert werden. Ergebnis: Die gesetzliche Rente schlägt alle Privatrenten.

Wer zehn Jahre lang jährlich je 4000 Euro in die Alterssicherung investiert, kann danach bei einer privaten Rürup-Rente mit Hinterbliebenenabsicherung mit einer späteren Monatsrente von 116 Euro rechnen. Bei der gesetzlichen Rente, bei der eine Hinterbliebenenabsicherung obligatorisch einbezogen ist, kämen demgegenüber 171 Euro heraus.

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