Biallos Ratgeber: Mit Festgeld das Sparguthaben sichern

Von: Max Geißler
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Die oberste Prämisse lautet: Topzinsen nutzen. Einige Banken haben jüngst ihre Konditionen verbessert. Foto: imago/Niehoff

Aachen. Der neue US-Präsident Donald Trump sowie die Aussicht auf weitere Zinsanhebungen durch die amerikanische Notenbank beflügeln die US-Zinsen. In Europa ist davon wenig zu spüren. Im Gegenteil: Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Zinsen weiterhin niedrig und die steigende Inflationsrate entwertet gering verzinste Sparguthaben. Wie können Banksparer gegenhalten?

Niedrigzins und hohe Teuerung werden die Sparguthaben der Deutschen dieses Jahr um 17 Milliarden Euro schmälern – das prophezeien Finanzexperten der Landesbank Baden-Württemberg. Pro Haushalt lauert ein Kaufkraftverlust von 421 Euro. Um gegenzusteuern, benötigen Sparer Geldanlagen mit Renditen über der Inflationsrate. Doch woher diese nehmen?

Die meisten Anlageberater empfehlen chancenreiche Börsenpapiere, denn hier winken überdurchschnittliche Gewinne. Doch Aktien und Aktienfonds sind riskant, sie bieten weder Kapital- noch Renditegarantie. Deutsche Sparer bevorzugen deshalb sichere Geldanlagen wie Tagesgeld und Sparbuch. Doch darauf gibt es kaum noch Zinsen. Ein Ausweg könnte Festgeld sein. Denn mit passender Strategie lassen sich Vermögensverluste minimieren.

Festgeld mit Topzins: Dieoberste Prämisse für Festzinssparer lautet:Topzinsen nutzen. Einige Banken haben jüngst ihre Konditionen verbessert. So kletterte das einjährige Festgeld der Bremer Greensill Bank von 0,5 auf 0,75 Prozent Zinsen und das der niederländischen Leaseplan Bank von 0,9 auf 1,0 Prozent. Echter Werterhalt ist damit aber nicht drin.

Den ermöglicht jedoch das Festgeld der portugiesischen Atlantico Bank mit 1,75 Prozent für vier Jahre. Allerdings müssen Sparer hier auf die Einlagensicherung des portugiesischen Staates vertrauen. Wer hohe Zinsen und Sicherheit sucht, der kann auf mehrjähriges Festgeld von Isbank und Denizbank setzen. Beide Banken locken mit deutscher beispielsweise österreichischer Einlagengarantie und zahlen bei vierjähriger Laufzeit immerhin 1,35 Prozent Zinsen im Jahr.

Anlagebetrag splitten: Langlaufende Festgelder sind angesichts unklarer Zinslage aber nur bedingt empfehlenswert. Grund: Der festgelegte Zins kann nicht wachsen und Festgeld ist nicht vorzeitig kündbar. Die Verbraucherzentralen raten deshalb, unterschiedliche Festgelder mit kurzer Laufzeit zu kombinieren. Folge: Fließt das Ersparte in ein-, zwei- und dreijährige Festgelder, wird regelmäßig Geld frei, das man besser verzinst wieder anlegen kann.

Nebenbedingungen beachten: Sparer sollten das Kleingedruckte genau lesen, um Stolperfallen auszuschließen. Dort steht zum Beispiel, dass das Festgeld „KapitalPlus“ der PSD Bank Rhein-Ruhr mit Nachrangabrede ausgestattet ist. Im Fall einer Bankenpleite sind Anleger erst zum Schluss anspruchsberechtigt. Solche Anlagerisiken sollten Sparer vermeiden! Achten sollte man auch auf die Mindestanlage. Die Greensill Bank hat jetzt den geforderten Mindestbetrag für Festgeld auf 10.000 Euro angehoben. Möchte man weniger Geld anlegen, geht man dort künftig leer aus. Sparer sollten außerdem festlegen, was am Laufzeitende mit ihrem Geld passiert. Soll die Summe als Termineinlage weitergeführt werden oder soll sie auf das Girokonto zurück? Was viele nicht wissen: In der Regel verlängern Banken das Festgeld automatisch um den gleichen Zeitraum zu den dann gültigen Konditionen. Sind die Zinsen gesunken, lauern Verluste.

Flexibles Festgeld: Das Risiko einer falschen Laufzeit mindert man mit flexiblem Festgeld. Hier liegen Laufzeit und Zinsen zwar ebenfalls unverrückbar fest, ein Teil des Anlagekapitals ist aber vorzeitig abrufbar. Beim „Festgeld Plus“ der Deutschen Pfandbriefbank (Pbb direkt) können Sparer beispielsweise 20 Prozent des Anlagebetrags jederzeit abheben, beim „Kombigeld“ der IKB Bank sind es sogar 50 Prozent. Positiv: Die Sparzwitter sind kostenlos, sicher und halten das Kapital flexibel. Die Zinsen sind zwar etwas niedriger als bei klassischem Festgeld, dafür aber höher als bei Tagesgeld.

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