Aachen - Biallos Ratgeber: Mit Ausdauer und einer klaren Strategie

Biallos Ratgeber: Mit Ausdauer und einer klaren Strategie

Von: Max Geißler und Horst Biallo
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Wenn die gesetzliche Vorsorge nicht reicht: Private Altersvorsorge steht hoch im Kurs. Eine Alternative dabei ist eine fondsgebunde Versicherung. Foto: Stock/Schöning

Aachen. Die private Rentenversicherung steht hoch im Kurs. Nach Angaben der Versicherer stiegen die Beitragseinnahmen 2009 um gut sieben Prozent gegenüber 2008. Maximilian Zimmerer vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) begründet den Zuspruch mit dem Bedürfnis nach „garantiert lebenslangen Zahlungen” und „flexiblem Rentenstart”.

Privatrenten bieten zwei Wege zum Kapitalaufbau: Klassische Rentenpolicen erwerben verzinsliche Wertpapiere (Staatsanleihen, Pfandbriefe etc.), fondsbasierte Verträge kaufen Anteile von Investmentfonds. Im Unterschied zu Fondsrenten gewähren klassische Policen eine Mindestverzinsung von 2,25 Prozent auf den Sparanteil und garantieren eine Mindestrente.

Worauf ist bei Fondsrenten zu achten?

Renditechancen: Die Fondsvariante lockt Anleger mit hohen Renditechancen, weil Aktienfonds langfristig bessere Erträge versprechen als verzinsliche Wertpapiere. Die Börsencrashs der letzten Jahre belasten jedoch die Ergebnisse. Udo Rössler, Sprecher von Allianz Leben, geht deshalb davon aus, dass „die Renditen von Zins- und Fondspolicen unterm Strich nicht weit auseinanderliegen”. Auch falsches Sparverhalten kann Rendite kosten. „Viele Fondsanleger investieren prozyklisch, sie steigen also bei Börsenhochs ein und gehen in der Baisse raus”, sagt Rössler. So verwundert es nicht, dass ein Performancevergleich des Fondsverbandes BVI mit Zahlen des Versicherungsspezialisten Map-Report Nachteile für Fondspolicen ausweist. Auf Zwanzigjahres-Sicht beträgt der Renditeabstand rund 1,5 Prozentpunkte. Rössler rät Fondsversicherten daher zu Ausdauer und klarer Strategie.

Fondspalette: Auch die Fondsauswahl beeinflusst die Rendite. Bei Fondspolicen entscheiden Anleger selbst, in welche Fonds oder Anlagestrategie sie investieren. Zwar ist der Fondsmarkt riesig, die Versicherungen offerieren aber nur eine beschränkte Auswahl. So hat die Neue Bayerische Beamtenversicherung lediglich neun Einzelfonds im Programm. Erhöht sich das Fondsuniversum, steigt die Chance auf Spitzenfonds und damit auf Ertrag. Eine reichhaltige Fondspalette bieten z.B. die Versicherer Skandia (130) und Targo LV (86).

Condor hat seine Palette vor kurzem um 29 auf 123 Fonds erweitert. Fondswahl: Eine große Fondspalette bietet aber keine Garantie auf Topfonds. Beispiel R+V Versicherung: Sie offeriert einen Pool von immerhin 60 Fonds, allerdings stammen alle von einer Gesellschaft, von Union Investment. Da ein Anbieter nicht nur Spitzenfonds im Programm hat, besteht die Gefahr, eine Niete zu wählen. Die Erfolgschance ist höher, wenn die besten Fonds von verschiedenen Gesellschaften zur Wahl stehen. Nachteile können auch entstehen, wenn man die anfänglich getroffene Fondsauswahl im Nachhinein nur bedingt ändern kann. Zwar ermöglichen alle Anbieter häufige Fondswechsel während der Vertragslaufzeit, manchmal bleibt die Fondsliste aber auf den Ausgangstatus beschränkt. So dürfen Bestandskunden z.B. bei Cosmos direkt nicht in neu hinzukommende Fonds investieren.

Gebühren Fondswechsel: Alle Gesellschaften verzichten auf Ausgabeaufschläge und Depotgebühren. Kosten entstehen allerdings beim „Shiften” und „Switchen”. Shiften bedeutet das Umschichten von Fondsvermögen in einen anderen Fonds, Switchen die Neuaufteilung des Sparbeitrags. Komplett auf Gebühren verzichten nur wenige Anbieter, etwa die Alte Leipziger, Generali oder Allianz.

Steuern: Privatrenten bieten Steuervorteile im Alter. Bei Rentenbeginn mit 67 Jahren unterliegen nur 17 Prozent der Auszahlungen der Einkommensteuer, bei Rentenbeginn mit 65 sind es 18 Prozent, bei Rentenstart mit 63 20 Prozent. Beträgt der Steuersatz 25 Prozent, gehen also etwa vier bis fünf Prozent der Rentenleistung ans Finanzamt.
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