Biallos Ratgeber: Mit Anmeldung gegen die Schwarzarbeit

Von: Annette Jäger
Letzte Aktualisierung:
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ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Frau putzt am 14.01.2004 in Potsdam den Fußboden. Foto: Ralf Hirschberger dpa (zu dpa «Umfrage: Deutsche beschäftigen Haushaltshilfen meist schwarz» vom 24.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Aachen. Im Frühjahr wird geputzt, repariert und renoviert. Mit wenigen Mausklicks sind die Helfer im Haushalt vorschriftsmäßig angemeldet. Das kostet nicht viel, garantiert Versicherungsschutz und spart obendrein Steuern.

Schwarzarbeit: Viele Helfer im Haushalt, sei es die Putzhilfe, der Gartendienst oder der Hausmeisterservice, werden oft schwarz beschäftigt. „Hier drohen Bußgelder bis 5000 Euro, die Hilfe ist nicht unfallversichert und man verschenkt Steuerersparnisse“, fasst Wolfgang Buschfort, Sprecher der Minijob-Zentrale, die Nachteile zusammen. Dabei geht es legal so einfach: „Die Anmeldung dauert zehn Minuten.“ Gerade mal eine DIN-A4-Seite ist auszufüllen und abzusenden.

Anmeldung: Wer haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch nimmt – dazu gehört die Putzhilfe – muss den Helfer anmelden. „Die meisten zahlen zwischen 120 und 220 Euro an Lohn im Monat“, sagt Buschfort. Damit handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung, der Helfer wird als Mini-Jobber angemeldet. Maximal darf er 450 Euro im Monat verdienen beziehungsweise 5400 Euro im Jahr. Die Anmeldung funktioniert über das Haushaltscheck-Verfahren der Minijob-Zentrale. Dabei sind Bankverbindung, Adresse, Sozialversicherungsnummer oder Geburtsdaten der Haushaltshilfe anzugeben sowie deren weitere Beschäftigungen und Angaben zu Kranken- und Rentenversicherung.

Sozialabgaben: Für geringfügige Beschäftigungen fallen pauschale Sozialabgaben sowie Unfallversicherungsbeiträge an. Bei einem Lohn von 200 Euro im Monat sind das 29,60 Euro. „Die Minijob-Zentrale bucht diese Abgaben automatisch vom Konto des Arbeitgebers ab“, sagt Buschfort. Mit der Anmeldung genießt die Haushaltshilfe – die den gesetzlichen Mindeststundenlohn von 8,84 Euro pro Stunde erhalten muss – alle Vorteile eines Arbeitnehmers: Sie hat ein Recht auf Urlaub, erhält Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und kann Rentenansprüche erwerben.

Steuern: Haushaltsnahe Dienstleistungen kann man von der Steuer absetzen. „Bei geringfügigen Beschäftigungen bis 450 Euro können 20 Prozent der Lohnzahlungen und der Abgaben, maximal 510 Euro im Jahr, geltend gemacht werden“, sagt Christina Georgiadis, Sprecherin des Lohnsteuerhilfevereins (VLH). Wer einen Handwerker beschäftigt – also nicht selbst als Arbeitgeber auftritt – kann sogar bis zu 4000 Euro im Jahr an haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Der Handwerker muss eine Rechnung stellen, und diese ist per Überweisung zu begleichen, „Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an“, sagt Georgiadis.

Versicherungsschutz: Ein angemeldeter Helfer im Haushalt ist automatisch auch unfallversichert: Stürzt er beim Arbeiten von der Leiter und verletzt sich, sind alle Kosten durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt. „Wer seine Hilfe schwarz beschäftigt, muss die Unfallkosten wie etwa Krankenhauskosten selbst tragen, auch wenn das lebenslange Rentenzahlungen bedeutet“, sagt Buschfort. Zusätzlich ist eine private Haftpflichtversicherung für jeden Haushalt ein Muss: Diese springt auch dann ein, wenn der Helfer Dritte schädigt.

Helfer finden: Inserate im örtlichen Anzeiger können zum Erfolg führen oder man sucht über die Haushaltsbörse der Minijob-Zentrale: Hier kann man selbst kostenlos inserieren oder findet Angebote von Helfern nach Postleitzahlen sortiert. Wer eine Haushaltshilfe über ein Putz- oder Dienstleisterportal im Internet finden will, muss schon Glück haben. Hier können weder Qualität noch legale Bezahlung immer garantiert werden.

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