Biallos Ratgeber: Mehr Rendite durch niedrigere Kosten

Von: Max Geissler
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Fünf Prozent Ausgabeaufschlag und 500 Euro fürs Depot? Die Kosten muss der Fonds erst einmal hereinholen, bevor Anleger ins Plus kommen. Doch es geht auch preiswerter. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Aachen. Wer einen größeren Geldbetrag unbefristet anlegen will, kommt um Fonds kaum herum. Investmentfonds sind flexibel, kostengünstig und renditestark. Wer vor fünf Jahren in einen Fonds mit deutschen Dax-Aktien investierte, erzielte laut Fondsverband BVI im Schnitt 14,4 Prozent Wertzuwachs pro Jahr.

Aus 50.000 Euro wurden so bis heute knapp 98.000 Euro. Doch neben der Wertentwicklung beeinflussen die Kosten das Anlageergebnis. Wie steht es mit den Kosten für die Depotverwahrung? Welche Sparpotenziale bieten Indexfonds? Welche Bank bietet Preisnachlässe? Ein Überblick.

Ausgabeaufschlag: Bei herkömmlichen Aktienfonds fällt vor allem der Ausgabeaufschlag von zumeist fünf Prozent ins Gewicht. Bei einem Anlagebetrag von 50.000 Euro entspricht dies 2500 Euro. Da in diesem Fall nur 47.500 Euro angelegt werden, fällt der Gewinn nach fünf Jahren um fast 5000 Euro geringer aus. Die erzielten 93.300 Euro entsprechen einer Durchschnittsrendite von 13,3 Prozent – rund ein Prozent weniger als ohne Verkaufsgebühr.

Rabattkauf: Damit das nicht passiert, sollten Anleger Fonds mit reduziertem Ausgabeaufschlag bevorzugen. Hohe Kaufrabatte bieten vor allem Direktbanken, die ohne ein großes Filialnetz auskommen.

Die ING-Diba offeriert beispielsweise aktuell mehr als 550 Fonds zum Nulltarif, weitere 800 Fonds kosten nur 1,0 Prozent Ausgabeaufschlag.

Comdirect hält sogenannte Top-Preis-Fonds bereit. Dabei handelt es sich um 20 aktiv gemanagte Aktien- und Rentenfonds, die dauerhaft ohne Ausgabeaufschlag zu haben sind. Auch die DKB verzichtet auf Ausgabeaufschläge. „Der Kunde zahlt bei Kauf oder Verkauf über die Fondsgesellschaft eine Pauschale von 25 Euro – unabhängig vom Ordervolumen“, sagt Pressesprecherin Dana Wachholz. Bei großen Ordervolumen ein echtes Schnäppchen.

Auch Sparkassenkunden profitieren im Direkt-Brokerage: Bei der Internettochter S-Broker finden sie 30 sogenannte Fondssterne ohne Ausgabeaufschlag.

Indexfonds: Verbraucherschützer Niels Nauhauser sieht Ausgabeaufschläge beim Fondskauf grundsätzlich kritisch: „Verkaufsgebühren sollte man vermeiden.“ Der Finanzexperte empfiehlt statt aktiv von Fondsmanagern gemanagten Investmentfonds kostengünstige Indexfonds. Die sogenannten ETFs werden von Computern gesteuert und bilden einen bestimmten Aktien- oder Rentenindex eins zu eins nach.

Vorteil für Anleger: Hohe Transparenz, schnelle Handelbarkeit und geringe Gebühren. Da ETFs über die Börse gekauft werden, entfällt der Ausgabeaufschlag. Banken und Sparkassen berechnen je nach Auftragsvolumen geringe Ordergebühren. Direktbanken begnügen sich oft mit zehn bis zwanzig Euro Pauschalpreis.

Sehr günstig ist der ETF-Kauf bei Comdirect und Consorsbank, dort handeln Anleger ab 3,90 beziehungsweise 4,95 Euro je Order.

Es geht aber noch billiger: Die ING-Diba offeriert zum Beispiel 1000 ETFs zum Nulltarif, sobald mehr als 500 Euro angelegt werden. S-Broker verzichtet bei 116 ETFs auf Kaufgebühren, wenn die Einmalorder mindestens 1000 Euro beträgt. Genau nachfragen sollte man bei Filialbanken, denn hier kann die Order bis zu einem Prozent pro Auftrag kosten.

Depotkosten: Eine weitere Renditebremse sind Depotgebühren. Manche Filialbank berechnet jährlich bis zu 1,0 Prozent des Depotwerts. Bei 50.000 Euro fallen demnach 500 Euro Kosten an. Anleger verlieren so jedes Jahr ein Prozent ihres Guthabens. Verzichtet die Bank dagegen auf Depotgebühren, liegt die Nettorendite des Depots quasi automatisch einen Prozentpunkt höher.

Generell gebührenfrei sind die Depots bei Consorsbank, der Deutschen Bank-Tochter Max Blue sowie bei Marktführer ING-Diba.

Mit Einschränkungen ermöglichen dies auch 1822 direkt, S-Broker und Volkswagen Bank. Die Gebühren entfallen, wenn regelmäßig Wertpapiere gekauft werden, das bankeigene Girokonto genutzt oder ein bestimmter Vermögensstand nicht unterschritten wird.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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