Aachen - Biallos Ratgeber: Mehr Bafög zum Wintersemester 2016/17

Biallos Ratgeber: Mehr Bafög zum Wintersemester 2016/17

Von: Rolf Winkel
Letzte Aktualisierung:
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Auch wenn die Eltern ein höheres Einkommen haben, sollten Studierende einen Antrag auf Ausbildungsförderung stellen, denn der Elternfreibetrag ist wurde auch erhöht. Foto: Imago/Suedraumfoto

Aachen. Zum Wintersemester 2016/17 steigt das Bafög – erstmals seit 2010. Studierende erhalten dann bis zu 65 Euro mehr Ausbildungsförderung. Außerdem erweitert sich der Kreis der Bafög-Berechtigten.

Maximal 735 Euro

Wer studiert, aber die für seinen Lebensunterhalt und die Ausbildung erforderlichen Mittel nicht hat, kann Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) bekommen. Der Höchstsatz beträgt nun einschließlich aller Zuschläge 735 Euro im Monat – bisher waren es 670 Euro.

Plus für Kinder

Für Studenten mit eigenen Kindern kommt noch ein Kinderbetreuungszuschlag hinzu. Dieser beträgt künftig pro Kind einheitlich 130 Euro.

Rückzahlung

Wer Bafög erhält, muss davon unverändert bis zu 50 Prozent zurückzahlen, maximal aber 10.000 Euro. Beispiel: Ein Student erhält vier Jahre den vollen Bafög-Satz. Das sind insgesamt 35.280 Euro. Die Hälfte davon wären 17.640 Euro. Doch tatsächlich müssen nur 10.000 Euro hiervon zurückgezahlt werden. Zinsen fallen nicht an. Die Tilgung beginnt erst fünf Jahre nach Studienende, bei geringem Einkommen noch später. Der Kinderzuschlag muss niemals zurückgezahlt werden. Wer sich mit der Rückzahlung beeilt, bekommt einen satten Rabatt. Kurz gefasst: Eine günstigere Studienfinanzierung gibt es in Deutschland nicht.

Elternfreibeträge

Nach wie vor wird das Einkommen der Eltern auf das Bafög angerechnet. Doch auch die Elternfreibeträge steigen um rund sieben Prozent. Ein Antrag lohnt sich deshalb auch bei höheren Einkommen der Eltern. Hierzu ein Beispiel: Ein Ehepaar hat drei Kinder, zwei davon sind Schüler und leben bei den Eltern, das dritte Kind studiert auswärts. Die Mutter verdient monatlich brutto 5000 Euro, der Vater ist Hausmann ohne Einkommen.

Das studierende Kind kann in diesem Fall nach dem Bafög-Rechner von biallo.de monatlich immerhin noch 567 Euro Bafög erhalten. Den Rest müssen die Eltern zuschießen. Nach den bisherigen Regeln hätte das Kind nur 432 Euro bekommen.

Vorletztes-Jahr-Falle

Wenn die Ämter errechnen, ob ein Studierender Anspruch auf Bafög hat, legen sie das Eltern-Einkommen im vorletzten Jahr zugrunde. Das ist schlecht für Familien, in denen ein Elternteil vor kurzem seinen Job verloren hat oder in Rente ging. Denn die Eltern können dann ihr studierendes Kind meist gar nicht unterstützen, obwohl das Bafög-Amt auf Basis des Einkommens von vor zwei Jahren zu einem ganz anderen Ergebnis kommt.

Vorausleistung beantragen

Doch für solche (Not-)Fälle gibt es Lösungen, beispielsweise den Antrag auf Vorausleistung nach Paragraf 36 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes. Kurz gefasst funktioniert das so: Die Eltern stellen die Zahlung an das Kind ein und erklären, dass sie zu einer Unterstützung nicht mehr in der Lage seien. Das Bafög-Amt zahlt auf einen Vorausleistungsantrag des Studenten hin dann das volle Bafög unter Vorbehalt. Anschließend wird nach den Regeln des Unterhaltsrechts geprüft, ob die Eltern in der Lage sind, ganz oder teilweise für ihr Kind aufzukommen. Bei Eltern, die inzwischen in Rente gegangen sind, ihren Job verloren oder ihre Arbeitszeit verkürzt haben, dürfte dies meist nicht der Fall sein.

Vermögen

Für Alleinstehende Studenten gilt ab dem kommenden Wintersemester ein Vermögensfreibetrag von 7500 Euro (bisher: 5200 Euro). Wer mehr hat, dessen Bafög wird gekürzt. Ein Knackpunkt ist dabei der Besitz eines Autos. Denn schon 2010 hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass ein PKW bei Studenten als Vermögen einzustufen ist. Das bedeutet zum Beispiel: Wer ein Auto besitzt, das 4000 Euro wert ist, und dazu noch ein Sparbuch mit 4000 Euro hat, der bekommt weniger Bafög.

Nebenjob

Wer Bafög erhält, darf ab dem kommenden Wintersemester einen vollen 450-Euro-Job ausüben, ohne dass die Förderung gekürzt wird. Wer regelmäßig mehr verdient, hat aber nach wie vor nichts davon, weil das Bafög dann entsprechend gekürzt wird.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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