Biallos Ratgeber: Job im Ausland arbeiten - was ist zu beachten?

Von: Peter Weissenberg
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Aachen. Jedes Jahr ziehen weit mehr als 100.000 Deutsche ins Ausland, um dort zu arbeiten. Auch wer dort nur für ein paar Monate tätig ist – oder von seiner Firma dorthin entsandt wird: Man sollte sich zuvor um einige wichtige Fragen kümmern, damit die Zeit im Ausland sich in jeder Hinsicht lohnt – und nicht in einer Kostenfalle endet.

Steuern: Wird die Abkehr von Deutschland auf Dauer angelegt – oder nur für eine absehbare Zeit? Wer nur begrenzte Zeit ins Ausland geht, sollte den Wohnsitz in Deutschland beibehalten. Wenn die Familie in Deutschland bleibt oder Sie weniger als sechs Monate pro Jahr jenseits unserer Grenzen verbringen, dann sind die meisten Steuern weiter hierzulande zu zahlen. Das Gleiche gilt, wenn Ihr Arbeitgeber Sie nur zeitweise ins Ausland entsendet. Dann bezahlt er in der Regel weiter Ihren Lohn in Deutschland – und versteuert ihn auch hier. All Ihr inländisches und ausländisches Einkommen müssen Sie dagegen im Ausland versteuern, wenn Sie und/oder Ihre Familie den Aufenthaltsort dorthin verlegen, weil Sie dort für mehr als sechs Monate im Jahr arbeiten.

Sozialversicherungen: Wer dauerhaft im Ausland arbeitet, zahlt auch nach den dort geltenden Regeln in die Sozialversicherung ein. Sind zeitweilige Aufgaben im Ausland sozialversicherungsrechtlich nur eine Entsendung? Das entscheidet die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Nur dann kann der Arbeitnehmer im deutschen Sozialversicherungssystem bleiben, wenn es mit dem Entsendeort ein umfassendes Sozialversicherungsabkommen gibt. Viele Auslands-Arbeitnehmer wollen aber gar nicht in der deutschen Sozialversicherung bleiben, um Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zu sparen. Das bedeutet aber oft weniger Versicherungsschutz als in Deutschland.

Gesundheitsschutz: Das größte Risiko im Ausland ist eine Erkrankung. Wer dort in das Sozialversicherungssystem einzahlt, erhält zwar auch in unseren Nachbarländern und den wichtigsten Auswanderungszielen Krankheitsschutz – aber selten auf deutschem Niveau. Viele Auslandsarbeiter schließen darum eine Auslandskrankenversicherung ab. Vorsicht hierbei, denn manche Versicherungen bieten nur Jahresverträge an. „Erkranken Sie im ersten Jahr, ist womöglich gerade diese Erkrankung ausgeschlossen“, sagt Omer Dotou vom Bund der Auslandserwerbstätigen (BdAE).

Kommunikation: Wer zwischen Deutschland und dem ausländischen Arbeitsplatz regelmäßig pendelt und in der Heimat noch viele Kontakte hat, sollte seine Telefonverträge darauf ausrichten. Denn allein mit einer deutschen Handy-Karte führen Sie ständig teure Auslandstelefonate und surfen zu hohen Kosten. Hier empfiehlt es sich, im Ausland eine zweite Sim-Karte eines dortigen Netzbetreibers zu nutzen – und sich ein zweites Handy zuzulegen.

Konten, Depot und Karten: Wer zeitweilig im Ausland arbeitet, möchte dafür nicht gleich alle Kontoverbindungen kappen. Doch einfach außerhalb der Grenzen ein deutsches Konto zu nutzen, kann teuer werden. Zwar sind die meisten Konten inzwischen problemlos online zu führen. Da Sie immer Transaktionen im Ausland vornehmen, wenn Sie dort die Girocard einsetzen: zusätzlich ein Konto am Einsatzort oder ein gutes Girokonto einer deutschen Online-Bank einrichten. Bei DAB oder DKB können Sie etwa mit der kostenlosen Kreditkarte ohne Gebühren weltweit Geld abheben.

Mobilität: Sinnvoll ist es, einen Kfz-Schutzbrief bei einem Versicherer oder bei einem Automobilklub abzuschließen. Dadurch werden im Fall von Panne oder Unfall auch Ersatzwagen, Übernachtungen, Rückreise oder eine Krankenrückführung bezahlt.

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