Aachen - Biallos Ratgeber: Homeoffice ist nicht ganz ohne Tücken

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Biallos Ratgeber: Homeoffice ist nicht ganz ohne Tücken

Von: Christiane Habrich-Böcker
Letzte Aktualisierung:
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Zeit sparen und konzentriert in den eigenen vier Wänden arbeiten: Viele Angestellte würden gerne ganz oder teilweise ihren Job zu Hause ausüben. Foto: dpa

Aachen. Die Aussicht zu Hause seinen Job zu machen, ist für viele ein Motivationsfaktor. Man spart nicht nur viel Zeit, sondern arbeitet in den eigenen vier Wänden konzentrierter und mit weniger Stress, da der Druck, pünktlich am Schreibtisch zu sitzen, entfällt.

Viele Angestellte würden gerne ganz oder teilweise ihren Job zu Hause ausüben. Doch Gesetzgeber und Unternehmen haben das noch nicht in Verträgen und Gesetzen verankert. Das birgt für potenzielle Heimarbeiter einige Risiken. Darum sollten Sie über Rechte und Pflichten Bescheid wissen.

Recht auf Homeoffice

In Deutschland haben Mitarbeiter keinen Anspruch auf Homeoffice. Somit muss das mit dem Vorgesetzten individuell vereinbart und mit der Personalabteilung abgestimmt werden. Auch die Anzahl der Tage ist Verhandlungssache. Selbst wenn es in Ihrem Unternehmen bereits Mitarbeiter mit Homeoffice-Zeiten gibt, haben Sie immer noch nicht ein Gleichbehandlungsrecht.

Das greift nur, wenn in Ihrer Abteilung ein Kollege im Homeoffice arbeitet. Ansonsten gibt Ihr Abteilungsleiter vor, wo Sie arbeiten. Ist die Erlaubnis aber einmal erteilt, kann sie nicht so ohne Weiteres zurückgenommen werden. „Ein Arbeitgeber legt zwar den Standort fest, an dem die Arbeitsleistungen zu erbringen sind, aber er muss dabei auch die Bedürfnisse und Interessen des betroffenen Mitarbeiters berücksichtigen“, so ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (Az.: 4 Sa 404/14).

Arbeitsausstattung

Bedenken Sie vor einer Diskussion über Homeoffice, dass Sie für die technische Machbarkeit verantwortlich sind. Ist also der bisherige Internetanschluss nicht ausreichend, müssen Sie nachbessern. Die Kosten dafür gehen, wenn nichts Gegenteiliges vereinbart ist, zu Ihren Lasten. Ausnahme: Es handelt sich um einen reinen Telearbeitsplatz. Auch die Ausstattung mit Laptop und Telefon ist Ihre Angelegenheit. Es sei denn, hier stellt der Arbeitgeber alles zur Verfügung. Aber damit sind Sie bei der Sicherheitsfrage nicht aus dem Schneider. Also keine vertraulichen Unterlagen herumliegen lassen. Sollte durch Ihre Leichtsinnigkeit dem Unternehmen ein Schaden entstehen, können Sie sogar in Haftung genommen werden.

Materialkosten

Beim Arbeiten entstehen auch Kosten. Die Beträge für beispielsweise Toner oder Papier können sich schnell auf einige Hundert Euro summieren. Haben Sie das vorab nicht geklärt, geht das zu Ihren Lasten. Zudem ist es Ihre Pflicht, dass Geräte und Mobiliar den Sicherheitsvorschriften entsprechen.

Das bedeutet, einen ausreichend großen Bildschirm, gutes Licht und ergonomisch geformte Möbel. Ob das eingehalten wird, kann Ihr Unternehmen überprüfen. Denn das Unternehmen steht dafür gerade, dass die Sicherheitsvoraussetzungen gegeben sind. Ihrem Vermieter müssen Sie nicht mitteilen, dass Sie zu Hause arbeiten, es sei denn, es gibt viel Publikumsverkehr oder Sie geben Ihre Anschrift als Geschäftsadresse an.

Versicherungsschutz

Versicherungstechnisch sind Sie relativ gut abgesichert. Gestellte Arbeitsgeräte sind über die Betriebsmittelversicherung abgedeckt, Ihre eigenen über die Betriebshaftpflicht. Verletzen Sie sich während der Arbeit oder auf dem Weg von einer Besprechung im Unternehmen ins heimische Büro, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Fraglich wird der Versicherungsschutz, wenn Sie sich in Ihrer Küche beim Kaffeekochen möglicherweise Brandwunden zuziehen. Darum erkundigen Sie sich vorab, wie die Hausrat- und die Krankenversicherung Schadensfälle abdeckt.

Steuern

Die Absetzbarkeit eines Arbeitsraumes ist nicht einfach. Die Finanzbehörden haben hohe Hürden aufgebaut: Absetzbar sind die Kosten nur, wenn der heimische Arbeitsplatz der Mittelpunkt der Tätigkeiten ist. Eine Arbeitsecke im Wohnzimmer hat keine Chance.

Tipp

Eine Möglichkeit ist die Vermietung Ihres Arbeitszimmers an den Arbeitgeber. Dazu müssen Sie einen unbefristeten Mietvertrag nachweisen und Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben. Dafür können Sie aber die anteilige Miete als Kosten voll gegenrechnen.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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