Aachen - Biallos Ratgeber: Günstige Rechtsberatung leicht gemacht

Biallos Ratgeber: Günstige Rechtsberatung leicht gemacht

Von: Caroline Benzel
Letzte Aktualisierung:
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Ein Anruf oder ein Klick genügen: Im Netz und bei den Verbraucherzentralen gibt es günstige Möglichkeiten, sich eine unkomplizierte Rechtsberatung zu holen. Foto: dpa

Aachen. Das tägliche Leben ist mit juristischen Fragestellungen gepflastert. Ist der Wohnungsmietvertrag korrekt? Darf der Nachbar am Sonntag den Laubbläser anwerfen? Wer keine Rechtsschutzversicherung mit Anwaltshotline hat, bleibt mit seinen Fragen häufig alleine. Das muss aber nicht sein.

„Es gibt mittlerweile einige Möglichkeiten für Privatpersonen, Rechtsberatung unkompliziert und günstig in Anspruch zu nehmen“, sagt Dr. Stefan Morschheuser, Gründer der Rechtsberatungs-Plattform anwalt.de.

Telefonische Rechtsberatung

Nicht nur Rechtsschutzversicherer verbinden ihre Kunden auf Wunsch mit einem Rechtsanwalt. Telefonische Beratung durch Juristen bieten beispielsweise der Mieterschutzbund und die Verbraucherzentralen. Der Mieterschutzbund berät auch Nicht-Mitglieder für zwei Euro pro Minute.

Einen Überblick über die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen gibt es online unter www.verbraucherzentrale.de/beratung. Die Preise kommerzieller Anbieter sind nicht unbedingt höher als bei Verbraucherzentralen und Mieterbund. So nimmt die Deutsche Anwaltshotline 1,99 Euro pro Minute.

Natürlich können Ratsuchende Mieterschutzverbände und Verbraucherschützer auch persönlich aufsuchen. Das ist meist günstiger, als langwierige kostenpflichtige Telefongespräche zu führen. Zudem kann man wichtige Dokumente direkt vorzeigen. Kostenlose Rechtsberatung im Bereich Arbeitsrecht gibt es für Angehörige von Gewerkschaften und Berufs-verbänden. Oft sind Mitglieder direkt über den Verband rechtsschutzversichert, so dass auch im Falle eines Prozesses keine Kosten anfallen.

„Verschiedene Rechtsdienstleistungen gibt es inzwischen auch zum Festpreis. So wissen Mandanten von Anfang an, was finanziell auf sie zukommt“, sagt Morschheuser. Auf Portalen wie anwalt.de, 123recht.net und jurato.de lassen sich relativ günstig Testamente aufsetzen, Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten erstellen.

Auch Miet- oder Kaufverträge checken Anwälte zum Festpreis durch. Die Preise variieren dabei von Portal zu Portal. Einen Immobilienkaufvertrag kann man bei 123recht.net ab 144 Euro prüfen lassen, bei anwalt.de und jurato.de für 249 Euro.

Es gibt auch Anwälte, die ihre Leistungen für Mandanten kostenlos anbieten. So prüfen die Anwälte der Portale geblitzt.de und blitzerkanzlei.de gratis, ob die in einem Bußgeldbescheid erhobenen Vorwürfe korrekt sind und gehen gegebenenfalls gerichtlich dagegen vor. Finanziert werden die Portale über Lizenzgebühren und gewonnene Prozesse.

Denn dann muss die Gegenseite die Anwälte bezahlen. Grundsätzlich darf eine Erstberatung beim Anwalt für Verbraucher bis zu 190 Euro netto kosten, so das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Einige Anwälte bieten die Erstberatung inzwischen auch kostenlos an. „Es empfiehlt sich jedenfalls, vor der Erstberatung die Preisgestaltung des Anwalts zu erfragen“, so Morschheuser.

Entschädigung für Flugreisende

Auch bei Portalen wie flightright.de, fairplane.de und euclaim.de müssen Mandanten nicht in Vorleistung gehen. Die Portale holen für Flugreisende Entschädigungszahlungen heraus, wenn ein Flug mehr als drei Stunden Verspätung hatte oder ganz ausgefallen ist. Die Kunden müssen dann zwischen 20 bis 30 Prozent der Entschädigungszahlung an die Portale abtreten.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

 

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