Aachen - Biallos Ratgeber: Günstig gewechselt und teuer bezahlt

Biallos Ratgeber: Günstig gewechselt und teuer bezahlt

Von: Fritz Himmel
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Methode ist einfach und geschickt: Geworben wird mit einer tollen Ersparnis bei der monatlichen Grundgebühr. So angelockt, durch niedrigere Fixkosten bei Komplettpaketen für Telefon und Internet, sind viele Telefonkunden mit ihrem Anschluss zu Anbietern wie 1&1, Vodafone, O2 oder auch Kabel Deutschland und Unitymedia gewechselt.

Je nach Produkt lassen sich so schnell über hundert Euro im Jahr einsparen. Doch der vordergründige Preisvorteil bei der Monatspauschale kann sich auch als teure Falle entpuppen. Ob sich ein Anschlusswechsel weg von der Deutschen Telekom wirklich lohnt, hängt entscheidend vom eigenen Telefonierverhalten ab.

Grundgebühr-Vergleich: Die Deutsche Telekom bietet ihr Komplettangebot „Call & Surf Comfort“ für 34,95 Euro monatlich an. Das Paket beinhaltet einen Telefon- und DSL-16 000-Anschluss sowie eine Doppelflatrate für Internet und Inlandstelefonate. Konkurrenten wie Vodafone, O2 oder Kabel-TV-Anbieter berechnen für eine ähnliche Ausstattung meist zwischen 24 und 29 Euro.

Telefongebühren-Falle: Was aber oft übersehen wird – die günstige Spar-Methode Call-by-Call funktioniert nur bei einem Telekom-Anschluss. Die beim Telekom-Wettbewerber meist mitgebuchte Telefonpauschale gilt jedoch nur für normale Inlandsverbindungen im Festnetz. „Zu allen Anrufzielen, die die Grundpauschale nicht beinhaltet, fallen dann die jeweiligen Minutenpreise des neuen Anbieters an“, sagt Josefine Milosevic vom Branchenmagazin Connect. Und die können happig sein. Meist liegen hier die Tarife ins Mobilfunknetz und ins Ausland um ein Vielfaches höher als beim Call-by-Call.

So kostet bei vielen Wettbewerbern ein Zehn-Minuten-Anruf zum deutschen Handy rund zwei Euro. Für Telekom-Kunden fallen über Call-by-Call dafür 20 Cent an. Für zehn Minuten nach Australien bittet Vodafone Normalkunden mit 12,50 Euro, nach Thailand gar mit 15 Euro zur Kasse. Mit Call-by-Call wären es dagegen nur 15 bis 20 Cent. Ein horrender Unterschied – was vielen Kunden meist erst zu spät bewusst wird. Je nach Gesprächsaufkommen verwandelt sich so das scheinbare „Grundgebühr-Schnäppchen“ in eine dauerhafte Kostenfalle. Vor allem bei langfristigen Verträgen von 24 Monaten.

Ausweg Callthrough: Doch auch wer in langen Vertragslaufzeiten festhängt und nicht zur Deutschen Telekom zurück kann oder will, hat eine Spar-Alternative – das Callthrough-Verfahren. Dabei wählt man eine spezielle Einwahl-Nummer des Callthrough-Anbieters, in der Regel eine 0180er-, eine 0700er- oder eine lokale Festnetz-Nummer. Nach einer Ansage tippt man seine gewünschte Rufnummer ein und die Verbindung erfolgt. „Damit lassen sich je nach Ziel bis zu 90 Prozent einsparen“, sagt Tarifexpertin Milosevic.

Weltweit nutzbar

Beim Anbieter Ventengo.de (mit vorheriger Anmeldung und individueller Einwahl-Nummer) ist diese Methode nahezu von jedem Telefon der Welt aus zu nutzen. Die Minutenpreise im deutschen Festnetz liegen unter einem Cent, zum Mobilnetz fallen 4,5 Cent an, das Ausland ist ab 1,79 Cent erreichbar. Weitere Anbieter mit Anmeldung wie Telmy oder Callavista liegen preislich ähnlich. Provider ohne Anmeldung wie 3U, Sparcall, OneTel, Klugtelecom oder Easytelecom berechnen zu vielen Auslandszielen nur 3,9 Cent pro Minute. Eine genaue Preisliste, die Einwahl-Nummern sowie den Funktionsablauf gibt es auf der jeweiligen Internetseite. Bei einigen ist die Aufforderung zur Rufnummerneingabe bereits kostenpflichtig und es fällt der Preis für die erste Minute an, auch wenn niemand abhebt. Nur Ventengo verzichtet hierauf. Dieser Service läuft nur über Internet.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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