Biallos Ratgeber: Große Unterschiede bei Mobilfunkpreisen im Ausland

Von: Caroline Benzel
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Zwar können sich Verbraucher über Preissenkungen im Mobilfunk bei Reisen in EU-Länder freuen, die seit 1. Juli 2013 gelten.

Doch wer nicht genau aufpasst, zahlt dennoch mehr als nötig. Zur Erinnerung: Ab sofort kosten Anrufe aus der Europäische Union (EU) nach Deutschland maximal 28 und ankommende Anrufe acht Cent pro Minute. Der SMS-Versand kostet neun Cent. Der Empfang einer Kurznachricht ist gratis. Fürs mobile Surfen im EU-Ausland werden pro Megabyte maximal 54 Cent fällig.

Preisobergrenzen: Was die wenigsten Verbraucher wissen – die neuen Preisobergrenzen gelten nur bei Reisen in die EU und auch nur, wenn die Kunden über den sogenannten EU-Standard-Tarif telefonieren. „Viele Kunden nutzen nicht den Standard-Tarif, deshalb gelten auch die Preisgrenzen nicht“, sagt Stefan Hellmer, Telekommunikationsexperte der Verbraucherzentrale. Auf den ersten Blick können Kunden gar nicht erkennen, ob sie den EU-Tarif nutzen. Bei der Telekom heißt der Standard-Tarif „T-Mobile Weltweit“, bei Vodafone „Vodafone World“, bei Base „International“ und bei O2 „O2 Weltzonen“.

Spartarife nutzen: „Verbraucher sollten sich unbedingt vor ihrer Reise nach ihrem aktuellen Tarif erkundigen“, sagt Hellmer. Und wenn man mit seinem Anbieter spricht, empfiehlt es sich auch gleich nach noch günstigeren Alternativen zu fragen. Denn viele Mobilfunkfirmen haben Auslandsoptionen, die noch deutlich günstiger sind, als der nun reduzierte Standardtarif. Bei O2 beispielsweise kostet die Gesprächsminute aus der EU nach Deutschland im Tarif Reiseoption 19 Cent pro Minute, also neun Cent weniger als im EU-Tarif. Hinzu kommen jedoch 75 Cent pro Verbindung. Wer viele kurze Gespräche führt, würde mit dem EU-Standard-Tarif also günstiger fahren. Bei wenigen langen Gesprächen ist dagegen die Reiseoption günstiger.

Teure Daten: Und wenn die Urlaubsreise in die Türkei, nach Tunesien oder in die Schweiz geht, also außerhalb des EU-Raums? Von dort sind die Gespräche empfindlich teurer. Ein Megabyte Surfvolumen in der Türkei kostet Kunden der großen deutschen Netzbetreiber schnell bis zu 30 Euro. Der Versand der ersten Urlaubsfotos kann so einige hundert Euro kosten. Ab Surfkosten von 59,90 Euro müssen die Anbieter allerdings ihre Kunden warnen und die Verbindung trennen. Weiter gesurft wird dann nur, wenn der Kunde explizit zustimmt.

WLAN an, Mailbox aus: Wer sparen will, schaltet neben der Mailbox auch das Datenroaming im Urlaub generell ab und geht nur per WLAN ins Internet. Das können Sie in Ihrem Handy selbst einstellen. Ist WLAN günstig verfügbar, kann es sich lohnen, über einen Internet-Telefonie-Anbieter wie Skype in die Heimat zu telefonieren. Gratis-Gespräche sind allerdings nur mit anderen Skype-Nutzern möglich. Für Anrufe im deutschen Festnetz fallen 2,2 Cent pro Minute an.

Ob neuer EU-Standardtarif oder nicht: Fast immer ist es billiger, im Reiseland eine Sim-Karte zu kaufen. Das geht allerdings nur, wenn das Gerät keinen Sim-Lock hat, also nicht für weitere Anbieter gesperrt ist. Bei Vertragshandys lässt sich die Sperre nach Ablauf der ersten zwei Jahre beseitigen. Alternativ kann man sich auch in Deutschland eine Zweit-Karte mit günstigen Auslandskonditionen besorgen. Die E-Plus-Discounter Blau und Simyo bieten das „EU-Sorglos-Paket“ an, das zu einem bestehenden Mobilfunkanschluss dazu gebucht werden kann. Das Paket ist acht Tage lang gültig und kostet 19,90 Euro. Dafür können Kunden bis zu 300 MB an Daten im EU-Ausland versurfen, bis zu 150 SMS nach Deutschland schicken und 150 Minuten lang nach Deutschland telefonieren.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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