Biallos Ratgeber: Große Preisunterschiede beim Basiskonto

Von: Max Geißler
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Seit Mitte 2016 haben auch finanziell Schwache, Obdachlose oder Asylbewerber Anspruch auf ein Konto. Doch Verbraucherschützer kritisieren die unklare Gebührenregelung. Foto: dpa

Aachen. Seit Mitte 2016 haben alle Menschen in Deutschland Anspruch auf ein Girokonto. Das Basiskonto ermöglicht sozial Schwachen, Obdachlosen, Asylbewerbern und Personen, deren Konto gepfändet oder gekündigt wurde, Zugang zu einer Bankverbindung. Allerdings fordern Banken teils saftige Gebühren.

Ohne Girokonto ist gesellschaftliche Teilhabe kaum möglich, schließlich fließen Sozialleistungen und Mietzahlungen heute nicht mehr in bar.

Basiskonten bieten typische Funktionen wie Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und Lastschriften; meist ist sogar Online-Banking möglich. Der wesentliche Unterschied zum klassischen Girokonto: Es gibt keinen Dispokredit. Das Basiskonto kann also nicht ins Minus rutschen. Kreditkarten gibt es meist nicht. Prepaidkarten auf Guthabenbasis bieten nur wenige Banken, etwa Consorsbank und Postbank.

Konto abgelehnt: Banken können die Eröffnung des Basiskontos verweigern, wenn der Antragsteller bereits ein Girokonto bei einem anderen Geldhaus besitzt, sich gegenüber der Bank strafbar gemacht hat oder in Zahlungsverzug ist. Ein negativer Schufa-Eintrag ist kein Ablehnungsgrund. Hilfe bietet in diesem Fall der Ombudsmann des Bankenverbandes.

Kontogebühren umstritten: Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass der Preis für Basiskonten „angemessen“ sein muss. Die Verbraucherzentralen verstehen darunter, dass die Entgelte keinesfalls höher ausfallen dürfen als für normale Girokonten. Das ist aber nicht immer der Fall, deshalb haben die Verbraucherschützer zahlreiche Banken abgemahnt. „Basiskonten sollten für finanziell schwache Verbraucher bezahlbar sein. Hier fehlt eine klare gesetzliche Definition“, kritisiert Christina Buchmüller, vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Regionale Gebührenunterschiede: Biallo.de, das Verbrauchermagazin für Finanzen, hat sich die Preise bundesweit näher angesehen und hohe Spannen festgestellt. Vorbildlich, ganz ohne Kontoführungsgebühr, sind die Basiskonten bei vielen Genossenschaftsbanken, zum Beispiel bei der Sparda-Bank West sowie bei den PSD Banken Karlsruhe und Westfalen-Lippe. Im Mittelfeld liegen Aachener Bank sowie Sparkasse Aachen mit 4,60 bzw. 4,25 Euro Monatspauschale. Überdurchschnittlich teuer mit knapp acht Euro im Monat sind dagegen Kölner Bank und Volksbank Düsseldorf.

Bundesweite Banken: Auch hier gibt es Licht und Schatten. Während Targobank und Santander Consumer Bank stolze 8,95 bzw. 9,50 Euro monatlich fordern, begnügen sich Volkswagenbank und Deutsche Bank mit halb so hohen Pauschalen. Ohne Grundgebühr kommen viele Direktbanken aus, so etwa DKB, ING-Diba und Consorsbank.

Nebenkosten beachten: Gebühren für Geldkarten und Bargeldbezug können das Basiskonto weiter verteuern. Gebührenfreundlich zeigt sich die Aachener Bank, die für die erste Girocard nichts nimmt, während die Sparkasse fünf Euro verlangt. Noch mehr langen die Stadtsparkassen München und Oberhausen mit 7,50 Euro pro Jahr zu. Uneinheitliches Bild auch bei den Volksbanken. Den Vogel schießt die Mainzer Volksbank mit zwölf Euro im Jahr ab.

Achtung: Kostenlose Girocards sind kein Garant für eine preiswerte Bargeldversorgung. Beispiel DKB und ING-Diba: Beide Banken geben beim Basiskonto statt der Visacard nur die Bankkarte zum Nulltarif aus. Da aber nur eine begrenzte Anzahl eigener Geldautomaten zum gebührenfreien Abheben bereitsteht, sind Kontoinhaber oft auf teure Fremdautomaten angewiesen. Besser die Consorsbank. Sie gibt zum Basiskonto die kostenlose Visacard aus, die fast überall Bargeld zum Nulltarif ermöglicht.

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