Biallos Ratgeber: Gold korrekt versichern und lagern

Von: Horst Peter Wickel
Letzte Aktualisierung:
Symbol Gold Geld Foto: obs/pro aurum
Wo sollten Haushalte Gold und Silber zuhause deponieren? Foto: obs/pro aurum

Aachen. Ob als Münze, Barren oder in Schmuckform, auch zu Weihnachten ist Gold ein denkbares Geschenk. Doch welche Versicherung zahlt im Schadensfall?

Sichere Häfen für das eigene Vermögen sind weiterhin gefragt. Gold, vor allem in physischer Form als Barren oder Münze, gehört dazu.

Lagern und versichern

Wo sollen Haushalte Gold und Silber zuhause deponieren? Was bringt ein Tresor? Welche Versicherung zahlt? Was ist von einem Bankschließfach zu halten?

Die Standardversicherung gegen Einbruchdiebstahl ist für alle Wertsachen zuhause die Hausratversicherung. Die Entschädigungsgrenze für Wertsachen liegt standardmäßig bei 20 Prozent der Versicherungssumme. Zusätzlich gelten besondere Entschädigungsgrenzen von maximal 20.000 Euro für Sachen aus Gold und Silber, Schmuck, Edelsteine, Münzen und Perlen. Hausratversicherungen sind klassische Neuwertversicherungen, das bedeutet im Schadensfall erstatten sie nicht den Anschaffungs-, sondern den Wiederbeschaffungspreis. Wer also Gold einst zum Preis von 1.000 Dollar je Feinunze gekauft hat, erhält im Versicherungsfall den aktuellen Marktpreis erstattet. Wer sicher gehen will, sollte die Versicherungsbedingungen seiner Hausratversicherung überprüfen und gegebenenfalls eine Anhebung der Entschädigungsgrenze mit dem Versicherer vereinbaren. Dafür muss in der Regel ein Aufschlag auf die Versicherungsprämie bezahlt werden.

Gold zuhause lagern

Bei größeren Gold-Beständen ist seitens der Versicherung in der Regel ein gesonderter Schutz wie zum Beispiel durch einen geeigneten Safe erforderlich. In den Versicherungsverträgen finden sich dann Formulierungen wie "Wertgegenstände fallen nur dann unter den Versicherungsschutz, wenn sie in einem dem Wert der Sache entsprechenden ‚Wertbehältnis‘ aufbewahrt werden." Dabei werden grundsätzlich drei verschiedene Arten von heimischen Schatzkammern unterschieden: frei, aber fest stehende Tresore, Möbeleinbau- und Wandtresore. Damit ein solcher Safe von der Versicherung akzeptiert wird, muss er mindestens 200 Kilogramm wiegen oder fachmännisch verankert und in Wand oder Boden bündig eingelassen sein. Zudem muss ein solcher Safe von einer qualifizierten Prüfstelle zertifiziert worden sein. In Deutschland werden die Sicherheitsstufen nach den Normen von VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und VdS (Verband der Schadenversicherer Schadenverhütung) bestimmt.

Bevor man einen solchen Tresor für sein Gold einbauen lässt, sollte man auf jeden Fall mit seiner Versicherung sprechen und die Versicherungsbedingungen exakt abfragen. Es gibt neben den Sicherheitsstufen für die Tresore vielfach noch Vorgaben für die Befestigung solcher Geldschränke.

Bankschließfach

Wem die Kosten für den Geldschrank zu hoch sind oder wer aus Gründen der persönlichen Sicherheit die wertvollen Goldschätze nicht zuhause aufbewahren möchte, kann das edle Metall in einem Schließfach bei seiner Bank oder Sparkasse unterbringen. Einige Kreditinstitute bieten den sicheren Stauraum nach Angaben von Stiftung Warentest bereits für knapp 30 Euro pro Jahr Miete an. Je größer das Fach ist, umso teurer wird es. Viele Geldhäuser bieten Schließfächer ohnehin nur ihren eigenen Privatkunden an, andere Häuser verfügen über keinerlei Angebote. Der Mietzeitraum für Bankschließfächer ist meistens unbegrenzt, einige Institute vergeben ein Schließfach auch für wenige Wochen, beispielsweise für die Urlaubszeit. Automatisch gegen Diebstahl versichert ist Gold in einem Bankschließfach nicht. In einigen leistungsstarken Hausratversicherungen ist ein Schließfach bei einer Bank mitversichert.

Tipp:

Problematisch kann die Eigentumsfrage nach dem Tod eines Schließfach-Mieters werden. Experten empfehlen Schließfach-Besitzern, im voranschreitenden Alter einen Bevollmächtigten zu bestimmen und mit einer Vollmacht auszustatten, damit dieser nach dem Tod direkten Zugang hat.

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