Biallos Ratgeber: Geldfalle bei Billigimmobilien

Von: Peter Rensch
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Miete
Bei einer Immobilie zum Schleuderpreis sollten Käufer hellhörig werden. Das Billig-Angebot klingt zwar verlockend, doch ist es auch seriös? Foto: Andrea Warnecke/dpa

Aachen. Bei einer Immobilie zum Schleuderpreis sollten Käufer hellhörig werden. Das Billig-Angebot klingt zwar verlockend, doch ist es auch seriös?

Vor allem bei Bestandsimmobilien finden sich häufig echte Schnäppchenpreise. Doch nicht immer ist Gold, was glänzt. Denn mit dem Kauf einer Bestandsimmobilie geht das Risiko einher, einen Sanierungsfall zu erwerben oder ein Objekt in ungünsitger Lage. Auch können die Finanzierungskosten hinsichtlich Renovierung und Sanierung ein Fass ohne Boden sein. Bei Altbauten gilt deshalb: Schnüren Sie Ihr Finanzierungskorsett nicht zu knapp.

 

 

Passende Finanzierungsstrategie

 

Informieren Sie sich vorab, welcher Kreditrahmen Ihnen zur Verfügung steht und wie hoch die monatlichen Raten sind. "Aufgrund der historisch niedrigen Baufinanzierungszinsen spielen viele mit dem Gedanken, ein Eigenheim zu erwerben. Doch ohne eine solide Finanzierungsstrategie und einem ehrlichen Kassensturz vorab geht es nicht. Die präzise Prüfung aller Parameter ist wichtiger denn je, dabei müssen alle Rahmenbedingungen stimmen", erklärt Heidi Müller von Interhyp.

 

 

Vorsicht bei knapper Kasse. Die Verlockung zum Kauf einer Schnäppchen-Immobilie ist groß. Angebote für unter 50.000 Euro klingen reizvoll und lassen sich leicht abzahlen. Doch bedenken Sie: Zwar sind die Finanzierungskosten geringer als beim Neubau, viele Häuser in dieser Preiskategorie benötigen jedoch eine Rundum-Sanierung, um den gängigen Modernisierungsanforderungen gerecht zu werden.

 

 

Auch die Lage ist ein entscheidendes Entscheidungskriterium. Passt das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Umfeld sowie die Infrastruktur zu Ihrem Lebenskonzept? Berücksichtigen Sie Anfahrtswege zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten und Einkaufen. Auch die medizinische Versorgung sollte ins Auge gefasst werden. Bedenken Sie zudem, dass Schnäppchen-Immobilien oft weit auf dem Land liegen und weder über einen Bahnanschluss, noch eine häufig fahrende Buslinie verfügen. Lange Fahrstrecken können das monatliche Budget zusätzlich belasten. Solche Kriterien sind auch im Fall eines Wiederverkaufs von Bedeutung.

 

 

Vor dem Hauskauf Sachverständigen hinzuziehen

 

Haben Sie das Umfeld geklärt und eine Immobilie ins Auge gefasst, sollten Sie den Zustand des Objekts genau unter die Lupe nehmen. Die Expertin von Interhyp rät: "Dafür empfiehlt sich das Hinzuziehen eines Sachverständigen. Neben einer persönlichen Begutachtung des Objekts helfen unabhängige Immobilienmarktberichte, Bodenrichtwerte, Informationen von Hausbesitzerverbänden und Immobilienanzeigen, um sich ein umfassendes Bild der Situation zu machen."

 

 

Tipp: Die örtlichen Industrie- und Handelskammern informieren über seriöse Sachverständige. Je nach Arbeitsaufwand können die Kosten hierfür bis zu 2.000 Euro betragen. Nicht wenig Geld, dafür können Sie aber sicher sein, dass der Kaufpreis für die Immobilie angemessen ist. Und Sie können einschätzen, welche Kosten durch Baumaßnahmen auf Sie zukommen.

 

 

Zeitaufwand für Renovierung berücksichtigen

 

Berücksichtigen Sie auch die Zeit eventueller Renovierungsarbeiten. Der Sachverständige kann dies einschätzen. Muss das Haus vor Einzug renoviert oder saniert werden und Sie können noch nicht dort wohnen, entstehen in dieser Phase Mehrkosten durch Miete und Ratenzahlung. Auch solche Kosten sollten Sie mit einrechnen.

 

 

 

 

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