Biallos Ratgeber Geldanlage: Sparbriefe oft besser als Aktienfonds

Von: Max Geißler
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Aachen. Von wegen langweilige Zinspapiere - Sparbriefe erzielten in den vergangenen Jahren häufig bessere Ergebnisse als Aktienfonds. Beispiel globale Aktienfonds: Diese Fondsklasse verlor laut Branchenverband BVI in den letzten fünf Jahren jährlich zwei Prozent an Wert. Sparbriefe erwirtschafteten dagegen knapp vier Prozent Plus.

So offerierte die Bausparkasse Mainz im September 2004 fünfjährige Sparbriefe mit 3,9 Prozent Zinsen, die Volkswagenbank direct und die Debeka Bausparkasse schrieben 3,75 Prozent gut.

Zum Vergleich: Wer vor fünf Jahren in globale Aktienfonds investierte, büßte bis Ende Juni 2009 15,8 Prozent an Wert ein. Wer hingegen Mainzer Bausparbriefe kaufte, machte 21 Prozent Gewinn. Auch bei längerem Sparhorizont liegen Aktienfonds im Hintertreffen.

Beispiel deutsche Aktien: Laut BVI erzielten Deutschlandfonds per 30. Juni 2009 eine Zehnjahresrendite von 1,6 Prozent, der kumulierte Wertzuwachs betrug 16,8 Prozent. Hätte man 1999 zehnjährige Sparbriefe der Debeka zu einem Zinssatz von 4,2 Prozent gekauft, könnte man sich heute über einen Gewinn von 50,9 Prozent freuen.

Auch im aktuellen Zinstal finden Sparer attraktive Angebote. So bietet die Credit Europe Bank für zehnjährige Briefe 4,5 Prozent Festzinsen, die Bausparkassen Debeka und Mainz je 4,2 bzw. 4,1 Prozent. Wie Aktienfonds in der kommenden Dekade abschneiden, ist hingegen ungewiss.

Sparzeitraum: Verbraucherschützer empfehlen für Sparbriefe mittlere Anlagehorizonte von drei bis acht Jahren. Dabei gilt: In Zinshochphasen lohnt ein längerer Zeitraum, da man sich attraktive Zinsen für viele Jahre sichert. Bei Niedrigzinsen sollte die Sparzeit kürzer sein, um gegebenenfalls in besser verzinste Geldanlagen umschichten zu können.

Wer flexibel bleiben möchte, kann sein Geld aufteilen und in Briefe mit unterschiedlicher Laufzeit investieren. So wird von Zeit zu Zeit wieder Kapital frei. Banken bieten Laufzeiten zwischen einem und zehn Jahren an.

Zinsen, Steuern und Sicherheit: Sparbriefe bieten Kapitalsicherheit, Renditegarantie und Gebührenfreiheit. Regelmäßige Zinsgutschriften machen das Sparergebnis kalkulierbar. Zinsen fließen entweder jährlich oder kumuliert am Ende der Laufzeit. Einige Anbieter, etwa die Credit Europe Bank, zahlen bei langer Laufzeit monatlich Zinsen.

„Anlegern ermöglicht dies ein regelmäßiges Zusatzeinkommen”, sagt Christin Vohla von der Credit Europe Bank. Ein Ehepaar, dass beispielsweise 35.000 Euro für zehn Jahre anlegt, würde aktuell monatlich 131 Euro erhalten.

Zwar unterliegen die Sparzinsen seit 2009 der 25-prozentigen Abgeltungsteuer. Da aber pro Anleger Zinserträge bis zu 801 Euro pro Jahr steuerfrei gestellt sind, bräuchte das Paar keine Steuern zu zahlen.

Nachteil: Die Mindestanlage beträgt in diesem Fall 20000 Euro. Vorsicht: Normalerweise unterliegen Sparbriefe der höchsten gesetzlichen Einlagensicherung. Dies gilt jedoch nicht bei sogenannter Nachrangabrede,wie beim Kapitalbrief der PSD Bank Rhein-Ruhr.

„Bei diesen Produkten verzichten Anleger freiwillig auf die Einlagensicherung und müssen sich bei einer Bankpleite hinten anstellen”, so Andrea Hoffman von derVerbraucherzentrale Leipzig.

Bundesschatzbriefe: Die staatlichen Sparbriefe gibt es in zwei Varianten. Typ A läuft sechs Jahre und schüttet jährlich Zinsen aus; Typ B läuft sieben Jahre und sammelt die Erträge an. Die Verzinsung steigt jährlich, aktuell von 0,5 Prozent im ersten bis 4,25 Prozent im letzten Sparjahr.

Typ A erzielt damit eine Rendite von 2,45 Prozent, Typ B von 2,74 Prozent. Schatzbriefe gibt es gebührenfrei bei jeder Bank oder Sparkasse, die kostenlose Aufbewahrung übernimmt die Deutsche Finanzagentur.

Vorteil: Schatzbriefe sind flexibel. Nach einem Jahr kann man sie verlustfrei zurückgeben oder in besser verzinste Briefe umtauschen. Die Rückgabehöhe ist auf 5000 Euro monatlich begrenzt, für Ehepaare sind es 10.000 Euro.
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