Biallos Ratgeber: Geld sparen durch Krankenkassenwechsel

Von: Annette Jäger
Letzte Aktualisierung:
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Manche Kassen zahlen Zuschüsse zur Zahnreinigung und belohnen Besuche von Pilates-Kursen. Foto: imago/Niehoff

Aachen. Eigentlich zahlen gesetzlich Krankenversicherte bei allen Krankenkassen einen einheitlichen Beitrag. Die Kassen unterscheiden sich jedoch beim Zusatzbeitrag und bei Extraleistungen. Mit einem Kassenwechsel lassen sich im besten Fall Kosten sparen und gleichzeitig Leistungen steigern.

Beiträge:

Vorab die gute Nachricht: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag von derzeit 1,1 Prozent in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt 2017 nicht. Diesen Beitrag müssen Versicherte aus eigener Tasche bezahlen. Bei einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro im Monat sind das 396 Euro im Jahr. Manche Kassen verlangen etwas mehr als den Durchschnittsbeitrag, andere liegen darunter. Auch wenn für 2017 erst mal Entwarnung angesagt ist – „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, meint Regina Behrendt, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Schmelzen die finanziellen Reserven der Krankenkassen, können diese auch während des Jahres ihren Zusatzbeitrag erhöhen.

Extraleistungen:

Schon aus finanziellen Gründen kann ein Kassenwechsel sinnvoll sein: Ein Wechsel von der DAK (1,5 Prozent Zusatzbeitrag) zur HKK (0,59 Prozent) spart bei einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro im Monat fast 330 Euro im Jahr. Doch nicht nur deshalb kann es sich lohnen, die eigene Krankenkasse auf den Prüfstand zu stellen. Zwar sind etwa 95 Prozent aller Leistungen gesetzlich vorgeschrieben und bei allen Kassen gleich; dennoch bleibt ein kleiner Spielraum, der es den Kassen erlaubt, Extraleistungen anzubieten.

Bessere Versorgung:

So bieten Krankenkassen oft zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen in der Schwangerschaft an oder bezahlen weitere Kinder- und Jugendvorsorgeuntersuchungen. Wichtig können auch umfangreichere Leistungen im Bereich Haushaltshilfe sein. Davon profitieren ältere oder alleinlebende Menschen. Manche Kassen helfen dabei, eine schnelle Zweitmeinung von einem weiteren Arzt zu erhalten oder vermitteln Facharzttermine. Auch bei chronischen Leiden wie Asthma, Depressionen oder Rückenleiden bieten Kassen spezielle Behandlungsprogramme an.

Leistungen, die Geld sparen:

Manche Extraleistungen sparen Geld. So leisten manche Kassen bei künstlicher Befruchtung, übernehmen Kosten für alternative Heilmethoden und Arzneimittel, zahlen Zuschüsse zur Zahnreinigung oder gewähren diese zum Nulltarif, wenn der Versicherte einen speziellen Zahnarzt aufsucht. Auch beim Zahnersatz gibt es zum Teil deutliche Preisnachlässe. Die meisten Kassen belohnen Besuche von Yoga, Pilates oder Nordic-Walking-Kursen und erstatten 80 Prozent der Kursgebühr oder sogar mehr.

Service:

„Auch die Servicequalität spielt eine Rolle“, betont Behrendt. Wie gut die Kasse erreichbar ist, ob sie rund um die Uhr medizinische Beratung anbietet, auch Hausbesuche ermöglicht, kann im Einzelfall relevant sein. Wie gut eine Kasse ist, spürt man aber oft erst, wenn man ernstlich krank war. „Wer um jede Verordnung ringen muss oder schon mal Widerspruch einlegen musste, um eine Reha-Behandlung oder Psychotherapie bewilligt zu bekommen, sollte über einen Krankenkassenwechsel nachdenken.“

Kassenwechsel:

Erhöht die Krankenkasse ihre Beiträge, dürfen Versicherte mit einer Frist von zwei Monaten kündigen und die Kasse wechseln. Auch unabhängig von Beitragserhöhungen ist ein Wechsel erlaubt, dann muss der Versicherte aber mindestens 18 Monate lang Mitglied gewesen sein.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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