Biallos Ratgeber: Geld soll auch im Krankheitsfall fließen

Von: Annette Jäger
Letzte Aktualisierung:
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Wie man lebt – als Single oder mit Ehepartner – hat Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.

Aachen. Wie man lebt – als Single oder mit Ehepartner – hat Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Denn wer vollkommen für sich alleine sorgt, erwägt klugerweise eine umfassendere finanzielle Absicherung für die Risiken Krankheit, Pflege – und den Verlust der Arbeitskraft.

Schließlich gibt es keinen Partner, der im Notfall finanziell einspringt – und nach dem Willen des Staates auch einspringen muss. „Dafür können Singles auf die Risikoabsicherung von Hinterbliebenen verzichten“, sagt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale. Auf welche Policen sollten Menschen, die alleine leben, achten?

Private Haftpflichtversicherung: „Unabhängig vom Familienstand ist diese Police zeitlebens ein Muss“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Sie leistet in unbegrenzter Höhe, wenn man anderen Menschen oder Sachgütern einen Schaden zufügt. Wichtig ist, dass der Leistungsumfang auch den Lebensumständen entspricht: Hat man einen Hund, benötigt man dafür eine separate Hundehalterhaftpflichtpolice. Gehört ein Boot zum privaten Vermögen, benötigt man auch dafür eine spezielle Police. Eine allgemeine Haftpflichtpolice gibt es ab 50 Euro im Jahr.

Berufsunfähigkeitspolice: Diese Versicherung federt den Einkommensverlust ab, wenn man wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kann. Die Laufzeit sollte bis zum Rentenalter gehen. „Bis zum 60. Lebensjahr ist zu kurz. Wer danach berufsunfähig wird, muss seine Ersparnisse anzapfen, bis die Rente winkt“, sagt Rudnik. Erhält man wegen eines risikoreichen Berufs keine Police, kommt eine Unfallversicherung in Frage. „Sie kostet nur rund zehn Prozent einer Berufsunfähigkeitspolice, leistet dafür aber auch nur bei dauerhaften Unfallfolgen, nicht bei Krankheit“, warnt Rudnik. Ein Single (36 Jahre, kaufmännische(r) Angestellte(r), Laufzeit bis 67 Jahre), zahlt für eine monatliche Rente von 1.500 Euro etwa 75 Euro im Monat (Europa, Nürnberger, Swiss Life).

Krankentagegeld: Es gibt auch viele Singles, die gut verdienen. Eine private Krankentagegeldabsicherung ist deshalb wichtig, weil das Krankengeld der Krankenkassen 2013 maximal 2756 Euro im Monat beträgt. Sobald die monatlichen Ausgaben darüber liegen, entsteht eine Versorgungslücke. Eine Police leistet einen Tagessatz in der Regel für einen unbefristeten Zeitraum im Krankheitsfall. Eine Absicherung ab dem 43. Krankheitstag ist wesentlich günstiger als ab dem ersten Tag.

Private Pflegezusatzversicherung: „Für Singles, die im Ernstfall nicht auf eine pflegenden Angehörigen zurückgreifen können/müssen, erhält die Police eine große Bedeutung“, sagt Michael Wortberg. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung trägt nur rund die Hälfte der anfallenden Kosten im Pflegefall.

Ratsam ist, auch die niedrigen Pflegestufen I und II abzusichern, weil man auch hier schon Hilfe benötigt. Verfügt man über ausreichend Vermögen, um die Kosten aus eigener Tasche zu decken, kann man auf die Versicherung verzichten. Eine Police (50 Jahre, Arbeitnehmer(in), Pflegetagegeld 30 Euro in Pflegestufe III) kosten 22 bis 32 Euro im Monat (Central, Barmenia, Württembergische).

Besondere Police für Single-Senioren: Seniorenunfallversicherungen sind oft dreimal so teuer wie übliche Unfallpolicen. Allerdings kann eine Police, die obendrein Assistance-Leistungen wie Essens- und Wäscheservice sowie eine Haushaltshilfe finanziert, gerade für Alleinlebende sinnvoll sein. Manche Versicherer leisten auch bei alterstypischen Erkrankungen wie Oberschenkelhalsbruch oder Schlaganfall.

Die Police bleibt aber nur eine Teilkaskoversicherung: „Krankheiten sind sonst grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausgenommen“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten.

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