Berlin - Biallos Ratgeber: Geld gibt’s nicht nur bei der Bank

Biallos Ratgeber: Geld gibt’s nicht nur bei der Bank

Von: Max Geissler
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Neben den Standardkrediten der Hausbank gibt es auch noch Spezialdarlehen, die für besondere Situationen oder Finanzierungswünsche geeignet sind. Foto: dpa

Berlin. Es muss nicht immer ein klassischer Ratenkredit sein. Auch Pfandleiher, Autohäuser oder Versicherungen geben Geld. Allerdings sind Spezialdarlehen häufig an einen Verwendungszweck gebunden. Wie funktionieren solche Darlehen?

Pfandkredit: Schon im Mittelalter verliehen italienische Kaufleute Geld an Adelige gegen Pfand. Schwerpunkt war die Region Lombardei. Daher heißt der Pfandkredit offiziell Lombardkredit. Heute kennen wir diese Kreditform vor allem aus Pfandhäusern. Dort kann man Schmuck oder Wertgegenstände gegen Bargeld eintauschen. Eine Schufa-Auskunft ist nicht nötig. Das Pfand dient als Sicherheit. Wird der Kredit plus Gebühren und Zinsen nicht zurückgezahlt, hält sich der Kreditgeber durch Versteigerung des Pfands schadlos.

Erzielt er dabei mehr Geld als die offene Forderung, kann der Schuldner den Mehrerlös einfordern. Ein Pfandkredit sollte aber der letzte Ausweg sein, denn die Kosten sind hoch. Zinsen plus Gebühren liegen oft im zweistelligen Prozentbereich. Bei Kleinstkrediten haben Verbraucherzentralen schon dreistellige Prozentsätze registriert. Die Verbraucherzentrale NRW rät: Nur die Summe an Pfandkredit aufnehmen, die tatsächlich benötigt wird. Und auch nur so kurz wie möglich.

Autokredit: Autokredite sind zweckgebundene Ratenkredite für den Kauf von Fahrzeugen. Diese Darlehen sind oft preiswerter als klassische Ratenkredite, weil vielen Banken der Fahrzeugbrief als Sicherheit dient. Die Targobank berechnet beispielsweise für einen Autokredit über 10.000 Euro mit vier Jahren Laufzeit 2,95 Prozent Effektivzins, während der Ratenkredit 3,20 Prozent kostet. Leichter geht’s bei der ING-Diba: Sie verzichtet auf die Sicherungsübereignung und verlangt 2,99 Prozent Effektivzins für ihren Autokredit. Nachrechnen heißt es bei Null-Zins-Krediten im Autohaus. Denn hier schwinden oft die Neuwagenrabatte.

Ballon-Finanzierung: Diese Spezialform des Autokredits lockt mit geringer Anzahlung und niedrigen Monatsraten. „Da die Kreditschuld dadurch kaum abgetragen wird, wartet am Ende eine dicke Schlussrate“, warnt der ADAC. Solch ein Ballon verursacht hohe Zinskosten. Unter Umständen ist für die Schlussrate sogar ein neuer Kredit nötig. Kreditexperten halten von dieser meist von Autobanken angebotenen Kreditart wenig. Sie empfiehlt sich nur, wenn man anfänglich knapp bei Kasse ist, während der Finanzierung aber eine größere Geldsumme zur Schuldentilgung erwartet.

Abrufkredit: Wer hin und wieder einen größeren Geldbetrag braucht, der fährt mit einem Abruf- oder Rahmenkredit gut. Ähnlich wie beim – meist deutlich teureren – Dispokredit räumt die fremde Bank dauerhaft einen bestimmten Kreditrahmen ein, häufig bis zu 25.000 Euro. Einmal eingerichtet, kann man die Kreditlinie beliebig nutzen. Eine erneute Schufa-Anfrage ist nicht erforderlich. Zinsen werden nur auf die in Anspruch genommene Summe fällig. Um nicht in die Schuldenfalle zu tappen, rät die Verbraucherzentrale NRW, den Abrufkredit nicht zusätzlich zum Dispokredit zu nutzen und monatlich per Dauerauftrag zu tilgen.

Policendarlehen: Wer eine Lebensversicherung besitzt, kann diese beleihen. Beim Policendarlehen fallen zunächst nur Zinsen an, getilgt wird am Ende auf einen Schlag. Kredit-nehmer können Darlehensende und Versicherungsende kombinieren und mit der Kapitalauszahlung die Schulden tilgen.

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