Biallos Ratgeber Gebühren: Schluss mit dem Wirrwarr am Bankautomaten

Von: Horst Biallo
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Aachen. Ab 15. Januar müssen alle Banken und Sparkassen ausweisen, wie hoch die Gebühren sind, die sie fremden Kunden für die Bargeldabhebung abknöpfen, wenn diese mit einer Maestro-/Girocard ihren Automaten benutzen. Ab diesem Zeitpunkt ist der Verbraucher vor bösen Überraschungen geschützt.

Denn bislang erfuhr er meist erst hinterher auf seinem Kontoauszug, wie viel Euro die fremde Bank ihm in Rechnung stellte. Jetzt kann er vor der Abhebung entscheiden, ob er die Gebühren akzeptiert. Wenn nicht, bricht er den Vorgang ab und probiert es bei der nächsten Bank.

Keinen Unterschied werden all die Leute feststellen, die ohnehin immer bei ihrer Bank oder Sparkasse Geld abheben. Oder die grundsätzlich die Automaten ihres Bargeldverbundes nutzen. Das betrifft beispielsweise Kunden der Deutschen Bank, die die Automaten der übrigen Cash-Pool-Mitglieder nutzen können. Das sind unter anderem Hypovereinsbank, Postbank, Commerzbank und Norisbank.

Aber gleich, ob Sparkassen-Kunde oder Kunde einer Privatbank: Es kommt immer wieder vor, dass man beispielsweise auf Reisen dringend Bargeld braucht, ohne dass ein Automat der eigenen Bank oder des Bargeldverbundes zur Verfügung steht. In diesem Fall tun Kunden gut daran, sich nach einer privaten Bank in der Nähe umzusehen. Denn diese haben sich darauf geeinigt, fremden Kunden einen Festpreis von 1,95 Euro in Rechnung zu stellen. Für diesen Betrag haben sich auch die meisten Sparda- und PSD-Banken entschieden.

Anders die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Nach einer Umfrage des Verbraucherportals biallo.de bei mehr als 100 Geldhäusern ergibt sich eine Spanne zwischen 1,95 Euro und acht Euro - je nach Anbieter. Mit 1,95 Euro begnügt sich die zu den Genossenschaftsbanken zählende BB-Bank. Die Sparkasse Aachen nimmt je nach Standort zwischen 2,75 Euro und 4,75 Euro. Die Sparkasse Heinsberg berechnet einheitlich 4,50 Euro, die Sparkasse Düren 4,25 Euro. Die Aachener Bank verlangt 3,50 Euro, die VR-Bank Würselen 4,75 Euro.

Glücklich können sich die Kunden jener Banken schätzen, die statt mit der Maestro-Karte mit einer Kreditkarte kostenlos in der gesamten Eurozone oder sogar weltweit Bargeld abheben können. Die dabei entstehenden Gebühren übernehmen die Geldhäuser für Ihre Kunden. Eine kostenlose Bargeldversorgung in der gesamten Eurozone über eine Mastercard beziehungsweise Visakarte bieten ING-Diba und Volkswagen-Bank direct. Deutsche Kreditbank (DKB), Netbank, Wüstenrot und Cortal Consors offerieren sogar eine weltweit gebührenfreie Bargeldversorgung.

Sind die Kunden der genannten Direktbanken auch beim Geldabheben in den Urlaubsländern vor unliebsamen Überraschungen gefeit, gilt dies nicht für jene Verbraucher, die ihre Konten bei Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken oder den privaten Banken haben. Zumindest für die Eurozone gilt jedoch die Faustregel: Geld abheben ist mit der Maestro-Karte fast immer günstiger als mit der Kreditkarte. Und da meist Mindestgebühren fällig werden, sollte man eher einen möglichst großen Betrag auf einen Schlag abheben als mehrere kleine Summen.
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