Aachen - Biallos Ratgeber: Für wen sich Riester-Fondssparpläne eignen

Biallos Ratgeber: Für wen sich Riester-Fondssparpläne eignen

Von: Max Geißler
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Aachen. Gut drei Millionen Riester-Fondssparpläne registriert der Fondsverband BVI, die Spareinlagen summieren sich auf rund 16 Milliarden Euro. Die Absicht der Fondssparer: Mit Aktien höhere Renditen einfahren als mit den Magerzinsen von Riester-Banksparplänen und -Rentenversicherungen. Für jüngere Sparer ist diese Hoffnung durchaus begründet.

Zielgruppe: Riester-Fondssparpläne sind für Sparer geeignet, „die mindestens 20 bis 30 Jahre Zeit bis zur Rente haben“, schreibt die Zeitschrift Finanztest. Grund: Bei langer Ansparzeit stellen die aktienlastig ausgerichteten Riester-Depots hohe Gewinne in Aussicht. Eine Garantie besteht aber nicht. Fondssparpläne zahlen keine Zinsen und Börsencrashs können erzielte Kursgewinne gegen Null drücken, bei vorzeitiger Kündigung sind sogar Verluste möglich. Die gesetzliche Kapitalgarantie für Beiträge und Zulagen greift erst zu Rentenbeginn – ein Risiko für Sparer, die nicht durchhalten. Ältere Sparer profitieren kaum von Aktienrenditen. Wegen der kurzen Sparzeit beinhalten deren Riester-Depots vorrangig Rentenpapiere – das belastet die Rendite.

Depotkonzepte: Viele Investmentgesellschaften arbeiten mit Lebensphasenmodellen. Dabei wird Anlegern je nach Alter ein bestimmtes Depotmodell zugeordnet. Die DWS Top-Rente Dynamik empfiehlt die Deutsche Bank beispielsweise für Anleger bis Mitte 30, da sie vorrangig auf Aktien setzt. Die Fondsmanager rechnen mit Mindestrenditen von sechs Prozent. Auch die von den Volks- und Raiffeisenbanken vertriebene Uni Profirente setzt in jungen Jahren zu 100 Prozent auf Aktien. Ältere Sparer müssen allerdings in Kauf nehmen, dass bei einem Börsencrash chancenreiche Aktienanteile in renditeschwache Rentenpapiere umgeschichtet werden. Bei der Top-Rente Dynamik sind Umschichtungen hingegen umkehrbar.

Positiv: Bei langer Restlaufzeit verzichten beide Anbieter auf die von Verbraucherschützern kritisierten Umschichtungen. Tipp: Für ältere Sparer empfiehlt Finanztest die ausgewogen in Aktien und Renten investierende DWS Top-Rente Balance. Ohne börsenabhängige Umschichtungen kommt die Deka-Bonusrente aus, die Aktienquote liegt über die gesamte Laufzeit fest. Die Fondsgesellschaft der Sparkassen bietet je nach Alter acht verschiedene Depots, die zwischen 20 (Deka-BR 20) und 100 Prozent Aktienanteil (Deka-BR 100) beinhalten. Umschichtungen in Rentenfonds erfolgen zu fixen Terminen. Alternativ dazu gibt es den Deka-Zukunftsplan mit dynamischer Wertsicherung.

Kosten: Riester-Fondssparpläne gibt’s nicht zum Nulltarif. Finanztest kritisiert unter anderem hohe Kosten bei der DWS Top-Rente Dynamik mit jährlich 1,5 Prozent Grundgebühr plus 4,5 Prozent Ausgabeaufschlag je Fondskauf und bei der DWS Riester-Rente Premium mit 5,5 Prozent Abschlussgebühr sowie jährlichen Kosten von 1,5 Prozent. Die Fondssparpläne von Deka und Union Investment sind geringfügig billiger. Tipp: Freie Fondsvermittler bieten Sparpläne mit bis zu 100 Prozent Rabatt auf Ausgabeaufschlag und Depotgebühren. Der Anbieter Fairr.de setzt auf preiswerte ETFs, langt aber bei den Depotkosten zu.

Fondssparplan oder Fonds-Rentenversicherung? Fondssparpläne erzielen häufig bessere Ergebnisse. Beispiel: Ein 35-Jähriger verdient jährlich 50.000 Euro brutto. Er zahlt bis zum 67. Lebensjahr insgesamt 64.000 Euro an Beiträgen plus Zulagen in eine DWS Top-Rente Dynamik ein. Laut DWS erzielt er bei sechs Prozent Rendite ein Sparergebnis von 176.778 Euro, die prognostizierte Rente beträgt 917 Euro. Die Prognosen für die Fondsrenten der Versicherer liegen deutlich darunter: Laut Analysehaus Franke und Bornberg stellen Stuttgarter, Alte Leipziger und HDI bei gleichen Annahmen zwischen 580 und 600 Euro in Aussicht, die Allianz prognostiziert nur 495 Euro.

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