Biallos Ratgeber: Für die Gesundheitextra zahlen

Von: Annette Jäger
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Aachen. Immer mehr Menschen versichern Gesundheitsleistungen zusätzlich privat: Während 2001 rund 14 Millionen private Krankenzusatzversicherungen abgeschlossen hatten, waren es zehn Jahre später rund 22,5 Millionen Policen, Tendenz steigend.

 „Vor allem Zahntarife boomen, aber auch Zusatzleistungen im Krankenhaus sind gefragt“, sagt Stephan Caspary, Sprecher des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Was ist sinnvoll?

Wahlleistungen im Krankenhaus: „Die Police ist kein Luxus, sondern kann im Ernstfall wichtige Leistungen garantieren, die Kassenpatienten nicht automatisch zustehen“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Mit der Police sichert man sich die freie Arztwahl, inklusive Chefarzt-Behandlung, die freie Wahl des Krankenhauses sowie ein Ein- oder Zweibettzimmer. „Policen sollten Arzthonorare erstatten, die über dem 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung liegen“, sagt Rudnik. Die Beiträge kosten für Kinder mit Einbettzimmer unter fünf Euro im Monat (Debeka, Allianz, Barmenia). Ein 35 Jahre alter Erwachsener zahlt beim Zweibettzimmer rund 30 Euro im Monat (Concordia, Arag, Universa).

Zahntarife: „Die Police ist interessant, weil man sie mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann in Anspruch nehmen wird“, sagt Caspary. Am wichtigsten ist es, den kostspieligen Zahnersatz abzusichern, also Kronen, Brücken, Prothesen, aber auch Implantate und Inlays. Policen, die 70 bis 85 Prozent des Rechnungsbetrags erstatten, kosten für einen 35 Jahre alten Versicherungsnehmer rund 15 Euro im Monat (Axa, R+V, Arag). Ein genauer Policenvergleich lohnt sich, denn manche Versicherer deckeln ihre Leistungen mit einer Maximalsumme. „Üblich sind fast immer gestaffelte Leistungen in den ersten Versicherungsjahren – je höher die Erstattungssummen, desto besser“, sagt Charlotte Henkel von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Krankentagegeld: „Die Police wird in ihrer Wichtigkeit oft unterschätzt“, sagt Rudnik. Gerade für gut verdienende gesetzlich Versicherte ist sie von großer Bedeutung. Denn im Krankheitsfall erhalten sie von ihrer Krankenkasse maximal 2756 Euro Krankengeld im Monat. Für Besserverdienende zu wenig, um die laufenden Kosten zu decken. Mit einer privaten Krankentagegeldpolice kann man die Versorgungslücke schließen. Sie leistet einen Tagessatz für einen unbefristeten Zeitraum. Ein Krankentagegeld von 100 Euro täglich ab dem 43. Krankheitstag kostet für einen 35 Jahre alten Versicherungsnehmer ab 34 Euro im Monat (Arag, Continentale, Inter).

Auslandsreisekrankenversicherung: „Das ist die wichtigste Zusatzpolice, weil man auf sehr hohen Kosten sitzen bleiben kann“, sagt Henkel. Denn die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse reichen häufig im europäischen Ausland nicht aus. Eine private Zusatzpolice gewährt nicht nur eine volle Kostenübernahme der Behandlung sondern auch den medizinisch notwendigen – oder sogar sinnvollen – Rücktransport ins Heimatland. Policen kosten für eine ganze Familie rund 20 Euro im Jahr.

Heilpraktikertarife: Sie gehören nicht zu den wichtigsten Zusatzpolicen, sind aber für Versicherte, die regelmäßig einen Heilpraktiker aufsuchen, oft wünschenswert. Leider sind die Leistungen meist auf einen jährlichen Höchstbetrag begrenzt. „Man sollte darauf achten, welche Leistungen genau übernommen werden, denn viele alternative Heilverfahren werden nicht bezahlt“, sagt Henkel. Es gibt nur ganz wenige reine Heilpraktikertarife, meist handelt es sich um Paketangebote, die auch Kosten-erstattungen für Brille oder Zahnersatz vorsehen. Allerdings sind solche Paketlösungen oft teurer als Einzelpolicen.

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