Biallos Ratgeber: Familien sparen mit Verträgen bares Geld

Von: Fritz Himmel
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Aachen. Geschäfte zwischen nahen Angehörigen sind nicht nur praktisch, sondern bieten bei richtiger Ausgestaltung auch enorme Sparchancen für die ganze Familie - vom Job für den Ehepartner über günstiges Vermieten bis hin zum Darlehen.

Grundsätzlich steht es Verwandten frei, ihre Rechtsverhältnisse untereinander so zu gestalten, dass sie steuerlich möglichst günstig sind.

Muss der Vertrag schriftlich gemacht werden?

Nein, nicht zwingend. Ein schriftlicher Vertrag ist oft keine Pflicht. Marc Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bundes (DMB) empfiehlt aber unter Angehörigen aus Beweisgründen die Schriftform, da der Steuerpflichtige bei einem Streit mit dem Finanzamt die Feststellungslast trägt. „Die Verträge dürfen jedoch nicht einfach rückdatiert werden, da sie sonst nichtig sind und außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung droht”, sagt Tenbieg.

Wie sind die Vereinbarungen zu treffen?

Wichtig ist: Die Vereinbarungen - und wie sie umgesetzt werden - haben dem zu entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist. Bei einer Vermietung erfordert das die laufenden Mietüberweisungen, bei einem Arbeitsverhältnis die Lohn- und Sozialabgaben oder bei einem Darlehensnehmer die Tilgung und die Zinszahlungen für den Kredit. Gerade bei der finanziellen Abwicklung prüfen die Finanzbehörden sehr genau, ob die Abläufe wie mit einem Fremden stattfinden.

Beispiel: Mietvertrag

Vermieten Vater oder Mutter eine Eigentumswohnung an Sohn oder Tochter, profitieren beide - auf der einen Seite spart man Steuern und auf der anderen Seite Mietkosten. Der Mietvertrag muss die üblichen Angaben wie Mietobjekt, Dauer des Mietverhältnisses, Mietzins, Betriebskosten und Kündigungsfristen enthalten. Mit einem Mustermietvertrag ist man hier auf der sicheren Seite. Mietzins sowie Nebenkosten sind aus den Mitteln des Mieters zu zahlen. Seit 2012 gilt hier: „Beträgt die vereinbarte Nettomiete 66 Prozent oder mehr des ortsüblichen Preisniveaus für vergleichbaren Wohnraum, so erkennt das Finanzamt ohne großes Prozedere alle Werbungskosten voll an”, sagt Steuerberaterin Erika Wacher. Liegt die vereinbarte Nettomiete unter 66 Prozent des örtlichen Preisniveaus, so kann der Vermieter die Werbungskosten nur anteilig in dem Verhältnis steuerlich absetzen, in dem die vereinbarte Miete zur ortsüblichen Miete steht.

Wie sieht das bei Arbeitsverträgen aus?

Profitabelster Effekt - alle Gehaltszahlungen bleiben in der Familie. Beispiel Minijob: Der Unternehmer-Ehegatte darf das Gehalt an seinen angestellten Ehepartner in Höhe von 4800 Euro pro Jahr sowie die pauschalen Abgaben von rund 1480 Euro als Betriebsausgaben abziehen. Der Minijobber-Ehegatte muss dieses Gehalt jedoch in seiner Steuererklärung nicht angeben und versteuern. Die Gehaltszahlung führt gerade beim Minijob zu einer echten Minderung des zu versteuernden Einkommens. Grundsätzlich übertreiben darf man es bei Arbeitsverträgen jedoch nicht. „Das Gehalt muss schon im üblichen Rahmen bleiben und der Qualifikation des Partners entsprechen”, rät Steuerberaterin Wacher. Lassen sich Leistung und Gegenleistung nicht plausibel belegen, ist die Anerkennung als Betriebsausgaben gefährdet.

Was bringen Darlehensverträge?

Steuervorteile ergeben sich hier, wenn das kreditgebende Familienmitglied die Zinseinnahmen nicht oder nur gering versteuern muss. Gewährt ein Ehegatte seinem Partner ein Darlehen für dessen Betrieb, kann man auf der einen Seite die Zinsen als Betriebsausgaben abziehen und so den Gewinn mindern, die Zins-Einnahmen bleiben andererseits aber beim Empfänger bis zu einer Höhe von 801 Euro steuerfrei. Erzielt er außer den Zinseinnahmen keine weiteren Einkünfte, erhöht sich der steuerfreie Betrag durch den Grundfreibetrag in der Einkommensteuer sogar auf bis zu 8841 Euro.
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