Biallos Ratgeber: Fallstricke beim Depotwechsel umgehen

Von: Max Geißler
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Häufig gibt es Prämien für den Depotwechsel: Kunden sollten sich aber nicht von den finanziellen Anreizen der Banken verleiten lassen und unbedingt das Kleingedruckte lesen. Foto: imago/McPhoto/MiS

Aachen. „Ihr Geld ist uns richtig viel Wert“ – Bis zu 2000 Euro verspricht die Commerzbank, wenn Kunden ihr bestehendes Wertpapierdepot zum zweitgrößten deutschen Geldhaus übertragen. Klassenprimus Deutsche Bank ist noch großzügiger: Bis zu 7500 Euro spendiert die größte deutsche Privatbank für den Übertrag von Aktien und Fonds.

Wer jetzt Dollarzeichen sieht, sollte sich nicht zu früh freuen: Die Topprämien gibt’s nämlich nur für riesige Depotvermögen. Bei der Deutschen Bank muss man mindestens 1,5 Millionen Euro mitbringen, bei der Commerzbank 250.000 Euro. Normalsparer gehen aber nicht leer aus. Die Deutsche Bank zahlt ab einem Wertpapierübertrag von 25.000 Euro eine Prämie von 125 Euro, die Commerzbank spendiert ab 10.000 Euro 200 Euro. Ein Herz für Kleinsparer hat die Postbank. Sie versüßt den Depotübertrag bereits ab 5000 Euro mit 50 Euro Wechselprämie.

Depotkosten beachten

Die Wechselprämie sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufbewahrung von Aktien und Fonds ins Geld gehen kann. Sind Depotgebühren und Transaktionsgelder bei der neuen Bank teurer als bei der bisherigen, kann das Depot – trotz Wechselprämie – zur Kostenfalle werden. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für das Premiumdepot der Commerzbank, werden Sie jährlich mit 1,45 Prozent vom Depotvolumen zur Kasse gebeten, mindestens jedoch mit 580 Euro. Bei einem Depotwert von 10.000 Euro verschwinden so jedes Jahr fast sechs Prozent des Vermögens. Dass im Gegenzug keine Transaktionsgebühren fällig werden, ist da nur ein schwacher Trost.

Depots zum Nulltarif

Deutlich preiswerter geht’s bei Direktbanken. Institute wie Consorsbank, DKB und ING-Diba verzichten generell auf Depotführungsgebühren, 1822 direkt und S-Broker unter bestimmten Bedingungen. Wechselwillige Sparer profitieren auch hier von Prämien. So spendiert beispielsweise S-Broker für jedes neu eröffnete Depot ein Orderguthaben von 300 Euro. Die Consorsbank zahlt zwar kein Geld, garantiert dafür aber ein Jahr lang drei Prozent Zinsen auf Tagesgeld bis zu 20.000 Euro, wenn Wertpapiere von wenigstens 6000 Euro zur Bank fließen und das alte Depot geschlossen wird.

Fondskauf

Neben Depotgebühren spielen die Kosten beim Fondskauf eine wichtige Rolle. Optimal für Fondssparer sind Banken, die auf Gebühren verzichten. Kundenfreundlich zeigt sich die ING-Diba: „Wir bieten über 5000 Fonds und ETF’s zum Nulltarif“, betont Pressesprecher Patrick Herwarth. Die DKB Bank offeriert sogar sämtliche Fonds und Fondssparpläne ohne Ausgabeaufschlag, berechnet aber bei Einmalanlage eine Pauschale von 25 Euro. Das ist im Vergleich aber sehr günstig. Ein Fondskauf über 3000 Euro verursacht nämlich selbst bei geringem Ausgabeaufschlag von 2,5 Prozent Kosten von 75 Euro. Viele Banken geben heute 50 Prozent Rabatt beim Fondskauf, etwa DAB Bank oder Maxblue.

Orderkosten

Aktien, Zertifikate und Optionsscheine verursachen Ordergebühren. Am Bankschalter wird in der Regel ein Prozent vom Kurswert berechnet, eine Order über 10.000 Euro kostet demnach 100 Euro. Der Onlinehandel ist deutlich günstiger.

Für eine gleich hohe Order zahlen Anleger bei Diba & Co. im Schnitt um die 30 Euro. Besonders preiswert sind DKB mit nur zehn Euro und die Postbank mit 19,95 Euro.

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