Berlin - Biallos Ratgeber: Ein Zinsvergleich erspart viele Hunderter

Biallos Ratgeber: Ein Zinsvergleich erspart viele Hunderter

Von: Max Geißler
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Bei der Darlehenssuche sollten Verbraucher nicht vorschnell auf das erstbeste Kreditangebot der Hausbank zugreifen. Ein Vergleich der Konditionen – zum Beispiel im Internet – ist immer ratsam. Foto: imago/photothek

Berlin. Verbraucher, die auf der Suche nach einer günstigen Finanzierung sind, sollten bei Zinsofferten besonders vorsichtig sein, wenn das Wort „ab“ vor der Zahl steht. Aber es gibt noch andere Fallen, in die man nicht hineintappen sollte.

Bonitätsabhängige Offerten: Die meisten Banken und Sparkassen bemessen den Preis für einen Raten- oder Autokredit nach der Kreditwürdigkeit des Kunden. Je höher das Ausfallrisiko, desto höher der Zinsaufschlag. Beispiel Creditplus Bank: Leute mit bester Bonität zahlen 1,99 Prozent, Leute mit schlechten finanziellen Verhältnissen dagegen teure 9,99 Prozent Zinsen.

Die Geldhäuser müssen aber auch angeben, welchen Zins zwei Drittel ihrer Kunden bekommen. Bei der Deutschen Skatbank, einer Direktbank aus Thüringen, sind das übrigens 2,99 Prozent. Das ist der Höchstsatz der angegebenen Spanne zwischen 0,97 und 2,99 Prozent. Kaum jemand bekommt also den billigen Lockzins von unter einem Prozent. Bei Internetportalen wie Check24 sind die Kredite nach dem günstigsten Zins sortiert, nicht nach dem realen. Davon sollte man sich nicht in die Irre führen lassen.

Günstige Festpreise: Eine Minderheit von Banken, die sich verbraucherfreundlich zeigen, werben mit günstigen Festzinsen unter vier Prozent um kredithungrige Kunden. Das sind Direktbanken wie ING-Diba, DKB oder Netbank. Dazu zählen aber auch die PSD-Banken und die meisten Sparda-Banken. Diese Geldhäuser verzichten zudem auf die Erhebung einer Vorfälligkeitsentschädigung, wenn der Kunde einen Teil des Kredits oder auch den gesamten Restbetrag vorzeitig tilgen und damit Zinsen sparen will.

Die Vorfälligkeitsentschädigung kostet 1,0 Prozent der offenen Kreditsumme, wenn die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt, und 0,5 Prozent, wenn der Kredit in weniger als zwölf Monaten endet. Für einen Restkredit über 5000 Euro, der noch zwei Jahre läuft, entstehen also Stornokosten von 50 Euro.

Zinsvergleich lohnt sich: Je höher der Kredit und je länger die Laufzeit, desto mehr lohnt es sich, auf die Höhe des Zinses zu achten. Dafür ein Beispiel: Ein jüngeres Paar will 30.000 Euro für neue Möbel aufnehmen. Es will nicht mehr als 500 Euro im Monat ausgeben und wählt daher eine Laufzeit von sechs Jahren. Bei der Commerzbank zahlen sie bis zu 7,75 Prozent Zinsen. Das wären in sechs Jahren 7333,44 Euro.

Geht das Paar zur PSD Bank Köln, zahlt es in der gleichen Zeit nur 2770,08 Euro, also gut 400 Euro weniger. Der Zins beträgt hier 2,99 Prozent.

Spezialkredite: Kostenvorteile ermöglichen zweckgebundene Ratenkredite. Viele Geldhäuser bieten spezielle Auto- oder Wohnkredite mit Zinsvergünstigungen an. So auch die ING-Diba oder die Bank of Scotland. Wer ein Auto im Wert von 20.000 Euro über vier Jahre finanziert, zahlt bei der ING-Diba 2,79 statt 3,79 Prozent und bei den Schotten 3,25 statt 4,13 Prozent. Das ergibt eine Ersparnis von rund 500 Euro.

„Als Nachweis der zweckgebundenen Verwendung genügt das Einsenden des Autokaufvertrages“, erläutert ING-Diba-Sprecher Patrick Herwarth. Eine Überlassung des Fahrzeugbriefs ist nicht nötig.

Ausfallversicherung: Fast alle Banken weisen ihre Kunden auf Absicherungsmöglichkeiten gegen Zahlungsausfall hin. In der Regel übernimmt die Restschuldversicherung offene Kreditraten bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod. Je umfangreicher der vereinbarte Ausfallschutz ist, desto teurer ist jedoch die Police. Die Verbraucherzentralen stellen den Nutzen solcher Versicherungen unisono in Frage, denn die Leistungen sind nicht sehr umfangreich.

Bei Kleinkrediten lohnen sich Restschuldpolicen gar nicht. Sinnvoller ist es, dass Kreditnehmer hohe Darlehenssummen mit einer Risikolebensversicherung absichern und eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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