Biallos Ratgeber: Ein Eigenheim mit staatlicher Förderung

Von: Max Geißler
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Aachen. Immobilien werden immer teurer. Damit Durchschnittsverdiener Wohneigentum noch bezahlen können, bietet der Staat finanzielle Anreize. Eine Vielzahl von Förderprogrammen lockt mit Prämien, Zuschüssen, Steuervorteilen und zinsgünstigen Krediten. Welche Hilfe gibt es?

Bausparen: Bausparen kombiniert den Aufbau von Eigenkapital mit der Darlehensvergabe. Das langfristig angelegte Programm begünstigt vor allem junge Immobilieninteressenten. Der Staat fördert die Kapitalbildung mit Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage. Ledige, die bis zu 512 Euro jährlich in einen Bausparvertrag einzahlen, erhalten bereits ab 16 Jahren 45 Euro Wohnungsbauprämie (Verheiratete das Doppelte). Zusätzlich gibt es jährlich bis zu 43 Euro Arbeitnehmersparzulage, wenn Vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers oder Teile des Gehalts in den Bausparvertrag fließen.

Verheiratete können so während der siebenjährigen Sparphase über 1000 Euro an Prämien einstreichen. Nicht vergessen sollten Sie bei der Berechnung die Abschlussgebühr, die 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme beträgt und von den ersten Spareinlagen abgezogen wird. Positiv: Die Zinsen für die Darlehensphase werden zu Vertragsbeginn festgelegt. „Bausparen ist als Versicherung gegen steigende Zinsen jetzt sehr attraktiv“, betont Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung bei der Deutschen Bank.

Das aktuelle Zinstief ermöglicht Sollzinsen ab 1,0 Prozent. Wermutstropfen: Von den staatlichen Prämien profitieren nur Verdiener mit geringerem Einkommen: Die Sparzulage scheidet aus, wenn Ledige mehr als 17.900 Euro im Jahr verdienen, die Wohnungsbauprämie ab 25.600 Euro im Jahr (Verheiratete doppelte Beträge).

Wohn-Riester: Seit 2008 unterstützt die Riester-Förderung den Erwerb von Wohneigentum. Fördergelder von jährlich 154 Euro Grundzulage und 300 Euro Kinderzulage können in Baudarlehen oder Bausparverträge einfließen. „Die Zulagen erhöhen die Tilgung, die mögliche Steuerersparnis beschleunigt als Sondertilgung die Entschuldung“, heißt es bei Allianz Baufinanzierung, Anbieter von Riester-Darlehen. Um die Fördergelder in voller Höhe zu erhalten, muss man vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens in das Riester-Darlehen überweisen. Im Gegenzug sind Beiträge und Zulagen bis zu 2100 Euro als Sonderausgabe steuerlich absetzbar. Für Familien mit Kindern sind Wohn-Riester-Darlehen ein gutes Geschäft. Nach Berechnungen der Deutschen Bank zahlen sie durch die Förderung bis zu 50.000 Euro weniger als im ungeförderten Fall. Für ledige Geringverdiener, die nur Grundförderung erhalten, lohnt sich das Programm indes kaum. Die nachgelagerte Besteuerung frisst die Fördervorteile wieder auf. Für Ledige sind klassische Baufinanzierungen mit Topzinsen meist die bessere Wahl.

KfW-Förderung: Die KfW-Bank unterstützt Bauherren und Eigenheimkäufer mit zinsverbilligten Darlehen. Für den Bau klimafreundlicher Effizienzhäuser stellt die KfW bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit bereits ab unschlagbaren 0,75 Prozent Effektivzins bereit. Wer ein herkömmliches Objekt bauen oder kaufen möchte, kann auf Zehnjahreskredite ab 1,51 Prozent Effektivzins zurückgreifen. Die Kredite bieten tilgungsfreie Anlaufjahre, sind jederzeit rückzahlbar und mit weiteren Förderprogrammen kombinierbar. Der Haken: Für herkömmliche Objekte bietet der Markt preiswertere Zehnjahresdarlehen. Topanbieter offerieren solche Baufinanzierungen für zwei bis drei Zehntel weniger. Ein Kredit über 200.000 Euro spart so binnen zehn Jahren gut 3500 Euro Zinsen. Da KfW-Darlehen in der Höhe begrenzt sind, benötigen viele Käufer zusätzliche Unterstützung. Langfristige Finanzierungssicherheit bieten vor allem Versicherer.

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