Aachen - Biallos Ratgeber: Eigenheim entschulden oder mehr Rente?

Biallos Ratgeber: Eigenheim entschulden oder mehr Rente?

Von: Max Geißler
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Trotz sinkender Renditen zählen Kapital-Lebensversicherungen weiterhin zu den Säulen der privaten Altersvorsorge. Doch was tun, wenn es zur Auszahlung kommt? Foto: dpa

Aachen. Trotz sinkender Renditen zählen Kapital-Lebensversicherungen weiterhin zu den Säulen der privaten Altersvorsorge. Doch was tun, wenn es zur Auszahlung kommt? Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge überweisen die Lebensversicherungen in Deutschland ihren Kunden Jahr für Jahr mehr als 70 Milliarden Euro.

In den meisten Fällen gehen die Ablaufleistungen in die Zehntausende. Die Verwendung dieser Mittel hängt von der persönlichen Lebensplanung ab. Hier einige Lösungswege:

Lebenslange Sofortrente

Sollte es mit der gesetzlichen Rente eng werden, lohnt sich eine Einmalzahlung in eine Sofortrente. Im Rahmen dessen schreibt der Versicherer bei Zahlung eines einmaligen Geldbetrags jährlich 1,75 Prozent Mindestzinsen gut, daneben hat die versicherte Person Anspruch auf Überschussbeteiligungen. Diese beträgt oft drei Prozent und mehr: Bei Allianz und Debeka 3,6 Prozent, bei Axa und Ergo 3,4 Prozent.

Sofortrenten gewährleisten eine lebenslange Rentenzahlung, mit Dynamik steigen die Auszahlungen über die Jahre an. Dass das Kapital bei Todesfall nicht der Versicherungsgesellschaft anheim fällt, kann man eine Kapitalrückzahlung oder eine befristete Rentengarantiezeit vereinbaren. Ein Beispiel: Ein 60-Jähriger überführt 100.000 Euro aus seiner Lebensversicherung in eine Sofortrente.

Bei Ergo direkt bekäme er dafür eine Anfangszahlung von 317 Euro im Monat, die Europa Versicherung würde ihm etwa 314 Euro zukommen lassen, bei Canada Life und Cosmos direkt würde man ihm 310 beziehungsweise 308 Euro angedeihen lassen. Ergo und Cosmos garantieren beispielsweise, dass sich die Monatsbeiträge nach zehn Jahren um etwa 50 bis 70 Euro erhöhen.

Fondsauszahlplan

Wer hingegen nicht zwingendermaßen ein Leben lang auf Rentenleistungen angewiesen ist, kann ein Fondsdepot zusammenstellen und sich hieraus regelmäßig Geld entnehmen. Aber Vorsicht: Es gibt weder eine Garantie auf lebenslange Zahlungen geschweige denn auf das eingesetzte Kapital. Geeignet ist ein Depotmix aus Renten- und Aktienfonds.

Anlageplaner, wie der von Cortal Consors, können bei der Feinjustierung hilfreich unter die Arme greifen. So erfasst das Modul die Anlagehöhe, den Zeitraum und die ermittelte Risikobereitschaft. Unerfahrene Anleger können auch bei der Sutor Bank ein geeignetes Analageprodukt finden. Die Hamburger bieten ihrer Kundschaft strukturierte Fondsdepots an, die ausschließlich aus kostenarmen Indexfonds bestehen.

Eigenheim entschulden

Eine weitere Möglichkeit, das freigewordene Geld sinnvoll zu investieren, ist die Entschuldung des Eigenheims. Wichtig aber ist, die Entschuldung der eigenen vier Wände zeitlich gut zu planen. Die Tilgung des Baudarlehens sollte nicht durch Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank geschmälert werden.

Tipp: Entweder Sie lassen das Kapital aus der Lebensversicherung am Ende der Zinsbindung auf das Kreditkonto fließen oder Sie zahlen es als jährliche Sondertilgungen in den Vertrag ein.

Kinder beschenken

Handelt es sich um eine sehr hohe Ablaufleistung, ist nicht das ganze Kapital für die Altersvorsorge von Nöten. Eltern sollten in diesem Fall auch an die Kinder denken, indem sie dem Nachwuchs einen Teil des Geldes schenken, rät Vorsorgeexperte Gruhn. Das macht aufgrund des hohen persönlichen Freibetrags auch steuerlich Sinn. Eltern dürfen jedem Kind alle zehn Jahre ein Vermögen von 400.000 Euro schenken -; steuerfrei.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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