Aachen - Biallos Ratgeber: Die neuen Roaming-Gebühren im Detail

Biallos Ratgeber: Die neuen Roaming-Gebühren im Detail

Von: Caroline Benzel
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Immer erreichbar sein, online und/oder per Handy – das lassen sich viele Menschen auch im Urlaub nicht nehmen. Doch diese Erreichbarkeit hat ihren Preis – und zwar einen anderen als in Deutschland.

Die gute Nachricht: Pünktlich zur Reisezeit am 1. Juli sinken erneut die Kosten für Telefonieren, Simsen und Surfen bei Reisen in der Europäischen Union (wir berichteten). Dann kosten Anrufe aus der EU nach Deutschland maximal 22,61 Cent und ankommende Anrufe 5,95 Cent pro Minute. Der SMS-Versand kostet dann 7,14 Cent, der Empfang einer Kurznachricht ist gratis. Beim mobilen Surfen im EU-Ausland darf das Megabyte maximal 23,8 Cent kosten.

Aber aufgepasst: Diese Preisgrenzen gelten nur bei Reisen in die Europäische Union und auch nur, wenn die Kunden den sogenannten EU-Standard-Tarif nutzen. „Handy-Kunden sollten sich vor Reiseantritt genau erkundigen, in welchem Tarif sie telefonieren und welche Kosten im Reiseland anfallen“, sagt Anneke Voß, Telekommunikationsexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn auf den ersten Blick können Kunden nicht erkennen, ob sie den EU-Tarif nutzen. Bei der Telekom heißt der Standard-Tarif „T-Mobile Weltweit“, bei Vodafone „Vodafone World“, bei Base „International“ und bei O2 „Weltzonen“.

„Verbraucher sollten bei der Kundenbetreuung ihres Anbieters nachfragen, ob es günstigere Tarife für das gewählte Reiseland gibt“, so Voß. Nachrechnen rechnet sich: So lohnt sich das Reisepaket plus, das es bei Vodafone für 2,99 Euro am Tag gibt, wenn Kunden es auch ausnutzen. Im Reisepaket plus sind 50 SMS, 50 Gesprächsminuten und 50 MB enthalten, die innerhalb der EU verbraucht werden können. Zum Vergleich: im Standard-EU-Tarif würden Kunden dafür rund 27 Euro bezahlen. Wer dagegen am Tag nur fünf Minuten nach Deutschland telefoniert, zahlt im EU-Tarif lediglich 1,13 Euro.

Teuer kann es bei Reisen außerhalb der Europäischen Union werden. Ein Megabyte Surfvolumen in Ägypten kostet bei T-Mobile und Vodafone 15,80 Euro. Der Abruf der neuesten Nachrichten und der Versand von Urlaubsfotos kann so schnell zum teuren Spaß werden. Ab Surfkosten von 59,90 Euro müssen die Anbieter allerdings ihre Kunden warnen und die Verbindung trennen.

Wer sparen will, schaltet das Datenroaming im Urlaub am besten ab und geht ausschließlich per WLAN ins Internet. „Öffentlich zugängliches WLAN sollte man aber nicht nutzen, wenn man sensible Daten auf dem Handy hat“, sagt Voß. Je nach Tarif kann es günstiger sein, im Reiseland eine Sim-Karte zu kaufen. Das geht allerdings nur, wenn das Gerät kein Simlock hat, also nicht für weitere Anbieter gesperrt ist.

Alternativ kann man sich auch in Deutschland eine Zweit-Karte mit günstigen Auslandskonditionen besorgen. Die E-Plus-Discounter Simyo und Blau bieten das sogenannte „EU-Sorglos-Paket“ an, das zu einem bestehenden Mobilfunkanschluss dazu gebucht werden kann. Das Paket ist acht Tage lang gültig und kostet 19,90 Euro. Dafür können Kunden bis zu 300 MB an Daten im EU-Ausland versurfen, bis zu 150 SMS nach Deutschland schicken und 150 Minuten lang nach Deutschland telefonieren. Alternativ können Kunden sich bei beiden Discountern auch für das „EU Internet Paket 100“ oder das „EU Sprach Paket 100“ entscheiden. Diese kosten jeweils 4,99 Euro, sind sieben Tage gültig und enthalten 100 Megabyte bzw. 100 Gesprächsminuten, die innerhalb der EU verbrauchtt werden können.

Klar ist: Soll die Reisekasse in gutes Essen oder Ausflüge fließen und nicht in die Handy-Rechnung, müssen Urlauber sich vor Antritt der Reise informieren.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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