Aachen - Biallos Ratgeber: Der beste Weg in die Selbstständigkeit

Biallos Ratgeber: Der beste Weg in die Selbstständigkeit

Von: Birgit Müller
Letzte Aktualisierung:
Businessplan
Gründerinnen und Gründer, die eine findige Geschäftsidee haben, müssen im nächsten Schritt schier endlosen Papierkram durchwühlen erledigen. Foto: dpa

Aachen. Zur Existenzgründung gehören Mut, Ideen und ein ausgetüftelter Businessplan. Jährlich gehen in Deutschland rund 300.000 Gründerinnen und Gründer den Schritt in die Selbstständigkeit, zudem starten rund 560.000 ein Business als Nebenjob.

Endlich der eigene Chef oder die eigene Chefin sein – das ist der wohl häufigste Gründungsgrund. Gründerinnen und Gründer, die eine findige Geschäftsidee haben, müssen im nächsten Schritt schier endlosen Papierkram durchwühlen erledigen.

Geschäftsidee: „Es gibt auf der Welt mehr Ideen als Menschen“, sagte Oliver Samwer von Rocket Internet in der Dokumentation „Die große Samwer-Show“. Er ist einer der Samwer-Brüder, die zum Beispiel den Mode-Versandhändler Zalando.de oder den Klingeltondienst Jamba gegründet und finanziert haben. Wer seine Geschäftsidee prüft, sollte darüber reden. Antworten geben, neben Freunden, Verwandten und Bekannten, Recherchen im Internet, der Abgleich mit anderen Unternehmen und Existenzgründerseminare. Nicht alle Seminarangebote sind seriös.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet eine geprüfte Suchfunktion von über 15.000 Beratern nach Postleitzahl und Fachgebiet, welche die Vorgaben des Bundeswirtschaftsministeriums erfüllen. Der nicht günstige Beratertagessatz wird in Euro angezeigt, zum Beispiel zwischen 800 bis 1200 Euro. Die Erstberatung sollte immer kostenlos sein. Zudem sollte der Gründer oder die Gründerin nach den Qualifikationen des Beraters fragen. Auch für die Zeit nach der Gründung kann man sich Unterstützung von einem zertifizierten Coach holen.

Gründerinnen: Laut dem Deutschen Start-up-Monitor 2014 vom Bund Deutscher Start-ups sind Gründer zu knapp 90 Prozent männlich. Frauen sind zwar meist langfristig erfolgreich, benötigen aber mehr Zeit für den Startschuss. Zudem gründen sie meist nicht im Team, sondern im Alleingang. Frauen können zum Beispiel auf der Seite www.existengruenderinnen.de speziell nach Anlaufstellen in ihrem Bundesland suchen.

Das Herzstück: Der Businessplan, zu Deutsch Geschäftsplan, ist das Herzstück einer jeden Existenzgründung. Durch das Aufschreiben und Kalkulieren wird häufig klar, ob das Café funktioniert, sich das Tanzkursangebot rechnet oder der Onlineshop Geld abwirft. Im Businessplan steht die Idee in Worten zusammengefasst plus wie viel Geld man benötigt und wo es herkommen soll. Am Ende beantwortet sich der Verfasser vor allem eine Frage: Wirft mein Vorhaben Gewinn ab? Zudem dient der Plan Banken, Investoren, dem Arbeitsamt und potenziellen Geschäftspartnern, um Chancen und vor allem Risiken besser einschätzen zu können, wenn es um Kredite, Fördermittel und Investitionen geht. Eines vorweg: Es gibt kein fixes Muster. Aber mehr als 30 Seiten sollten es nicht werden.

Förderung: Das Arbeitsamt zahlt den wohl bekanntesten Zuschuss: das Existenzgründungsgeld. Da es keinen Rechtsanspruch mehr darauf gibt, ist dieser allerdings schwer zu bekommen. Die Bewilligung ist „Ermessenssache“ des Beraters der Arbeitsagentur – und es gilt ihn unter anderem mit einem Businessplan zu überzeugen. Dieser Plan muss zudem von einem Gründungs-, Unternehmens- oder Steuerberater, der IHK, der HWK oder einer Bank bestätigt sein.

Gründer sollten sich mit Aussagen wie „die Förderaussichten stehen sehr schlecht“ nicht abbringen lassen. Beantragen kann den Zuschuss, wer mindestens ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung in den letzten zwei Jahren eingezahlt hat. Zudem müssen noch mindestens fünf Monate (150 Tage) Anspruch auf Arbeitslosengeld übrig sein. Dann gibt es in den ersten sechs Monaten Arbeitslosengeld I plus 300 Euro Gründerzuschuss. Dieser steuerfreie Zuschuss kann um neun Monate verlängert werden.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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