Biallos Ratgeber Depots: Einfaches Modell, transparente Kosten

Von: Max Geißler und Horst Biallo
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Da lauern einige Fallstricke: Aktienbesitzer können ihre Depotkosten verringern. Foto: Stock/Blickwinkel

Aachen. Fondssparer und Aktienbesitzer, die ihre Depot- und Börsenkosten verringern, sparen nicht nur Geld, sie verbessern zugleich ihren Gewinn. Das gilt vor allem für kleine Depotvermögen.

Beispiel: Bank A berechnet für einen Depotwert von 10.000 Euro eine Jahrespauschale von 30 Euro und je Order durchschnittlich 14,90 Euro. Bei zehn Wertpapiertransaktionen im Jahr entstehen Kosten von rund 179 Euro - knapp 1,8 Prozent der Depoteinlage.

Bank B führt das Depot kostenlos und berechnet je Transaktion nur 9,90 Euro. Folge: Die Kostenquote sinkt auf knapp ein Prozent, die Depotrendite steigt bei identischer Wertentwicklung um 0,8 Prozent. Was also zeichnet ein günstiges Depot aus, und was ist beim Wechsel zu beachten?

Depotgebühr: Viele Direktbanken und Onlinebroker bieten kostenlose Depots. So berechnen etwa Cortal-Consors, ING-Diba und die Deutsche Bank-Tochter Maxblue generell keine Depotgebühren.

„Auch andere Banken werben mit gebührenfreien Depots, knüpfen diese aber an Bedingungen”, sagt Holger Handstein von der Verbraucherzentrale NRW. So verzichten Comdirect, S-Broker oder Netbank nur dann auf Depotgebühren, wenn regelmäßig Wertpapiere gekauft werden, das bankeigene Girokonto genutzt oder ein bestimmter Vermögensstand nicht unterschritten wird.

Die Jahresbeträge bewegen sich zwischen 30 Euro (S-Broker) und 11,90 Euro (Netbank). Teurer sind Filialbanken, die bis zu ein Prozent vom Kurswert der Wertpapiere erhebt.

Transaktionskosten: Die Gebühren errechnen sich aus der Orderhöhe multipliziert mit einem bestimmten Prozentsatz, meist 0,25 Prozent vom Kurswert. Eine 2000-Euro-Order kostet demnach fünf Euro. Da jedoch fast alle Banken Mindestgebühren erheben, betragen die Transaktionskosten nur selten weniger als 9,95 Euro.

Eine Ausnahme bilden der Internetbroker Flatex und die Postbank, die für Kleinorders nur 6,75 bzw. 7,95 Euro berechnen. Verbraucherschützer Handstein empfiehlt möglichst einfache Gebührenmodelle: „Transparente Kosten beugen Überraschungen vor.”

Wechselkosten: Der Depotumzug von einer Bank zur anderen ist kostenlos. Der Bundesgerichtshof hatte 2004 die Gebührenerhebung untersagt, weil die alte Bank lediglich ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommt, die im Auftrag des Kunden verwahrten Wertpapiere herauszugeben. Dies müsse grundsätzlich kostenfrei geschehen, so die Richter. In der Praxis handele es sich sowieso meist um reine Umbuchungen, die kaum Kosten verursachen.

Wechselprämie: Viele Banken locken mit Prämien für den Übertrag von Wertpapieren: So spendiert S-Broker bis zu 250 Euro, allerdings nur für Neukunden mit Depoteröffnung. Cortal Consors schreibt ein Jahr lang vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld gut und die DAB-Bank verschenkt je nach Depotwert Goldbarren zwischen einem und 50 Gramm. Verbraucherschützer Handstein: „Statt Lockvogelprämien sollte man lieber die Depot- und Orderkosten vergleichen.”

Fallstricke: Der Wertpapierübertrag kann bis zu vier Wochen dauern. Anleger sollten bedenken, dass während dieser Zeit kein Aktien- oder Fondshandel möglich ist. Bei Buchung ins neue Depot sollte man die Stückzahl, den Anschaffungspreis und das Kaufdatum prüfen, damit ältere Papiere ihre Abgeltungsteuerfreiheit nicht verlieren und künftige Gewinne und Verluste korrekt ermittelt werden können.

Wichtig: Hatte man im bisherigen Bankdepot Limits und Stopps gesetzt, so sind diese bei der neuen Bank wieder einzurichten. Außerdem sind die Freistellungsaufträge zu prüfen und bei Bedarf zu ändern.

Steuerfalle: Bleiben die Wertpapiere im Besitz des Anlegers, ist dies steuerlich unbedenklich. Lautet das neue Depot jedoch auf den Namen eines Dritten, gilt dies als Wertpapierverkauf und es fällt Abgeltungsteuer an. Ältere Papiere verlieren dabei ihre Steuerfreiheit. Tipp: Bei einer Schenkung bleibt der Steuerstatus unverändert.
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