Biallos Ratgeber: Das hat sich am Immobilienmarkt getan

Von: Thomas Brunner
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Der Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Für viele Haushalte werden die rasanten Mietsteigerungen – besonders in deutschen Großstädten – immer mehr zum Problem. Foto: imago/Schöning

Düsseldorf. In den vergangenen Monaten hat sich am Immobilienmarkt einiges getan. So sollen Mietpreisbremse und Kappungsgrenze gerade Mieter in Großstädten schützen.

Mietpreisbremse: „In den vergangen Jahren haben Vermieter bei Neuvermietungen nicht selten 20, 30 oder gar 40 Prozent draufgeschlagen“, sagt Ulrich Ropertz, Pressesprecher des Deutschen Mieterbunds. Dem hat die Bundesregierung mit der Mietpreisbremse im vergangen Sommer einen Riegel vorgeschoben.

Bei Neuvermietungen darf der Mietpreis seither maximal zehn Prozent oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Voraussetzung: An Ihrem Wohnort herrscht ein „angespannter“ Wohnungsmarkt. Ob Sie diese Neuerung gut finden oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, ob Sie Mieter oder Vermieter sind. Für Mietervereine ist das Gesetz überfällig.

Vermieterverbände halten dagegen: „Gegen die Mietpreisbremse spricht, dass sie verfassungsrechtlich bedenklich ist. Sie ist ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Eigentumsgarantie und eine Verkürzung der Vertragsfreiheit der Haus- und Wohnungseigentümer“, kritisiert Alexander Wiech, Pressesprecher von Haus und Grund. Daneben sei die Mietpreisbremse vollkommen ungeeignet, um die verfolgten Ziele zu erreichen. „Durch das Gesetz wird sich der Markt noch weiter verengen, Gentrifizierung wird befördert“, so Wiech. Er befürchtet, dass nun durch die gedrosselten Mieten die ohnehin beliebten Stadtteillagen für alle Einkommensschichten attraktiver werden.

Die Folge: Eine höhere Nachfrage nach solchen Immobilien. Geringverdiener hätten damit noch schlechtere Chancen, ihr Traumobjekt zu bekommen.

Ortsübliche Vergleichsmiete: Vermieter dürfen grundsätzlich bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete den Mietpreis anheben. „Sie kann vom Vermieter nachgewiesen werden durch einen einfachen oder einen qualifizierten Mietspiegel, eine Mietdatenbank, ein Sachverständigengutachten sowie den Bezug auf das Mietniveau von drei Vergleichswohnungen“, sagt Alexander Wiech.

In nahezu allen deutschen Großstädten greift mittlerweile die sogenannte Kappungsgrenzsenkungsverordnung. Überall, wo diese gilt, dürfen die Mieten innerhalb von drei Jahren maximal um 15 bzw. 20 Prozent erhöht werden, sofern die bisherige Miete unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete lag.

Der 15-Prozentsatz betrifft im Prinzip alle Städte, in denen Mieter mit hohen bzw. steigenden Mietpreisen rechnen müssen, etwa in Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt oder Stuttgart. In den Bundesländern Saarland, Thüringen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt gilt der höhere Maximalsatz von 20 Prozent.

Daneben muss die Miete zu dem Zeitpunkt, zu dem die Erhöhung eintreten soll, bei Neuvermietungen seit 15 Monaten unverändert sein. Ansonsten gilt eine Frist von zwölf Monaten.

Weitere Mieterhöhung: In unserem sechsseitigen Dossier erfahren Sie außerdem, welche Möglichkeiten Sie als Vermieter noch haben, die Miete zu erhöhen – etwa bei einer Sanierung. Auch erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile von Index- und Staffelmietverträgen. Mieter erhalten Ratschläge, wie Sie mit angekündigten Mieterhöhungen umgehen sollen und Beispiele, woran Sie schwarze Schafe erkennen können.

Steuertipps: Sowohl Mieter als auch Vermieter haben jede Menge Spielräume, ihre Ausgaben steuerlich geltend zu machen. Auch dazu erhalten Sie Tipps, wie Sie beim Finanzamt deutlich günstiger davon kommen können.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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