Aachen - Biallos Ratgeber: Bei Unfällen kann es sehr teuer werden

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Biallos Ratgeber: Bei Unfällen kann es sehr teuer werden

Von: Peter Weissenberg
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mehr als fünf Millionen Unfälle passieren Jahr für Jahr in Privathaushalten. Schlimm, wenn dies einer schwarz beschäftigten Hilfe passiert. Anmeldung bringt Sicherheit. Minijobs im Haushalt – das ist ein kleines Erfolgsmodell. Die Zahl der angemeldeten Hilfen hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verzehnfacht, auf nun 250 000. Doch etwa vier Millionen private Haushalte nehmen die Hilfen von Putzkräften, Babysittern oder Gärtnern schwarz in Anspruch – wird geschätzt.

Haushaltsscheck besorgen: Minijobber in Privathaushalten werden per Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Den Scheck kann man per Internet unter www.haushaltsscheck.de herunterladen oder per Post bestellen bei der Minijob-Zentrale, 45115 Essen. Auf dem Scheck werden Angaben zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer verlangt (Name, Adresse etc.). Der Arbeitgeber muss seine Steuernummer angeben, der Arbeitnehmer seine Sozialversicherungsnummer. Außerdem muss die Gehaltshöhe eingetragen werden. Dabei ist jeder beliebige Betrag bis zu 450 Euro pro Monat möglich. Beide Seiten unterschreiben den Scheck – dieser geht an die Minijob-Zentrale. Mit weiterem Papierkram haben die Haushalte nichts zu tun.

Keine Rückfragen: Die Zentrale fragt nicht nach, ob eine Hilfe schon vor der Anmeldung „schwarz“ beschäftigt war. Wer seine Haushaltshilfe schon länger unangemeldet in Diensten hat, braucht also keine Nachforderungen zu befürchten.

Automatisches Abbuchen: Wer einen Minijobber einstellt, zahlt diesem seinen Lohn aus. Die Minijob-Zentrale zieht dazu noch vom Arbeitgeber 14,44 Prozent an Abgaben ein. Für einen ganzjährig Beschäftigten mit einem 200-Euro-Job müssen damit neben 2400 Euro Lohn 346,56 Euro Abgaben gezahlt werden. Darin enthalten sind Steuern, Sozialversicherung und die Umlagen U1 und U2 für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei Schwangerschaft sowie der Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung. Die Abgaben zieht die Minijob-Zentrale in zwei Raten pro Jahr ein – zum 15. Januar und zum 15. Juli.

Steuerersparnis: Ausgaben für den privaten Minijob können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das Finanzamt zahlt dem Arbeitgeber jährlich bis zu 510 Euro zurück – höchstens aber 20 Prozent der Ausgaben. Ein 200-Euro-Jobber kostet einen Privathaushalt jährlich 2746,56 Euro. Das bringt bei der Steuer eine Ersparnis in Höhe des Maximalbetrags von 510 Euro. Die Steuerersparnis ist hier also deutlich höher als die gezahlten Abgaben.

Gutes Gewissen: Unfälle in Privathaushalten sind keineswegs selten. Haushaltshilfen können beim Fensterputzen von der Leiter fallen, sich beim Bügeln verbrennen oder auf dem Weg zum Job verunglücken. Dann springt die gesetzliche Unfallversicherung zwar auch für Schwarzarbeiter ein. Doch den Schwarz-Arbeitgebern drohen darauf Beitragsnachzahlungen für die vergangenen vier Jahre, Bußgelder und gegebenenfalls Schadensersatzansprüche der Unfallversicherung für entstandene Behandlungs- und Reha-Kosten sowie eventuelle Rentenzahlungen. Wer den Minijob rechtzeitig anmeldet, kann das vermeiden. Zudem erstattet die Minijob-Zentrale den Arbeitgebern einen großen Teil der Lohnfortzahlung, wenn die Haushaltshilfen krank sind. Wer seine Hilfe nicht anmeldet, begeht übrigens eine Ordnungswidrigkeit. Das kann bis zu 5000 Euro kosten.

Rentenansprüche: Die Zeit des Minijobs gilt in der Regel bei der Rentenversicherung als normale Versicherungszeit und sichert den Beschäftigten alle Leistungen der Rentenkasse. Dafür müssen die Minijobber allerdings auch ihren eigenen Beitrag an die Rentenversicherung abführen: Das sind knapp 14 Prozent ihres Arbeitsentgelts.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers

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